• Corona in der Sportschule Potsdam und Vivantes Seniorenheim am Volkspark
Update

Neuinfektionen im Seniorenheim : Massenquarantäne nach Corona-Fall an Sportschule Potsdam

Nach dem Corona-Fall an der Sportschule müssen 71 Personen in Quarantäne - und es gibt einen Verdachtsfall. Wieder Covid-19-Infektionen in Seniorenheim am Volkspark. Unveränderte Lage im Klinikum

Blick auf das Internatsgebäude der Sportschule Potsdam.
Blick auf das Internatsgebäude der Sportschule Potsdam.Foto: Manfred Thomas (Archiv)

Potsdam - Die Corona-Lage in Potsdam spitzt sich zu. Mit drastischen Maßnahmen hat das Gesundheitsamt am Dienstagabend auf einen Ausbruch an der Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ am Luftschiffhafen reagiert. Zuvor waren weitere Fälle im Vitanas Seniorenzentrum Am Volkspark bekannt geworden.

Eltern müssen Schüler abholen

Nach der Corona-Infektion eines 9. Klässlers der Sportschule hat das Gesundheitsamt für 71 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer Quarantäne angeordnet. Das teilte die Stadt am Mittwochnachmittag mit. 

Die Zahl könnte aber noch steigen. Nach Angaben des Rathauses gibt es einen Verdachtsfall. Es handelt sich um eine Schülerin aus der 12. Klasse. Das Testergebnis steht noch aus.  Am Dienstagabend war zunächst von 130 Personen, die in Quarantäne geschickt werden müssen, die Rede gewesen.

„Die hohe Anzahl der Kontaktpersonen aufgrund eines positiven Corona-Falls liegt an den Besonderheiten der Schule“, hieß es in der kurzen Mitteilung vom Dienstag. Ein positiv getesteter Schüler war demnach noch Ende vergangener Woche im Unterricht, im Wohnheim und beim Training. Die Eliteschule bildet Sporttalente aus ganz Deutschland aus, laut Bildungsserver Brandenburg werden knapp 640 Schüler von fast 100 Lehrern unterrichtet. Viele von ihnen nutzen einen der rund 400 Internatsplätze.

Das alles macht den Ausbruch und seine Beherrschung komplex. „Die Schülerinnen und Schüler werden die Quarantäne zu Hause verbringen, die zuständigen Gesundheitsämter werden informiert“, teilte die Stadt mit. Das heißt nach PNN-Informationen: Die Eltern der Schüler müssen die Kinder abholen.

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Diskussion über Internatbetrieb in Corona-Zeiten

Wie berichtet hatte es bereits zu Beginn der Pandemie bereits Diskussionen zwischen Bildungsministerium und der Stadt Potsdam darüber gegeben, wie sich vor allem das 14-stöckige Internat der Schule in Corona-Zeiten betreiben lässt. Mit Hunderten Jungsportler stellt das schon ohne das Virus eine Herausforderung dar. So hatte der kommunale Luftschiffhafen-Betreiber damals festgestellt, dass gemeinsame Aufenthaltsräume geschlossen werden müssten, auch Besuche auf den Zimmern sollten verboten sein.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art an der Schule. In einem den PNN vorliegenden Elternbrief vom 27. Oktober informierten Schulverantwortliche, es gebe die ersten Corona-Infektionen. Die betroffenen Schüler seien ohne Symptome und für 14 Tage in häuslicher Quarantäne. Ferner gelten wieder die eingeschränkte Nutzung von Gemeinschaftsräumen und eingeschränkte Besuchsregeln im Internat, so die Schulleitung. Zudem wolle man das Verfahren bei einem Infektionsfall effizienter gestalten, heißt es in dem Papier. Denn in einem System mit Schülern aus der ganzen Republik sei das übliche Prozedere, wonach nur das Gesundheitsamt des Heimatortes informiert wird, „mit großen Verzögerungen“ verbunden. Daher müsse immer auch die Potsdamer Behörde informiert werden. Wann das aktuell geschehen ist, blieb am Abend offen.

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Wieder Fälle in Senioreneinrichtung

Schlechte Nachrichten gab es am Dienstag auch aus dem Vitanas Seniorenzentrum. Dort waren zuletzt alle Bewohner und Mitarbeiter ein zweites Mal getestet worden. Das Ergebnis: Trotz vom Betreiber angekündigter Extra-Hygienemaßnahmen gibt es sieben weitere Corona-Infektionen unter den Bewohnern. Anfang November waren in der Einrichtung bereits mehr als 30 Infektionen unter Bewohnern und Mitarbeitern bekannt geworden, in der Folge starben zwei Senioren. Auch an drei Potsdamer Schulen und Kitas gibt es weitere Fälle: Betroffen sind die Lenné-Gesamtschule in Zentrum Ost, die Rosa-Luxemburg-Grundschule in der Innenstadt sowie die Kita Zauberwald in Waldstadt.

Damit verbunden ist ein starker Anstieg der Infektionszahlen. Insgesamt registrierte das Gesundheitsamt zwischen Montag und Dienstag 40 neue Fälle. Damit kletterte der sogenannte Sieben-Tage-Inzidenzwert wieder über die kritische 100er-Marke und liegt nun bei 113,7. Tags zuvor waren es noch 93,2. 943 Kontaktpersonen befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne, 35 mehr als noch am Vortag. Unverändert sind die Zahlen, die aus dem Bergmann-Klinikum gemeldet wurden: Dort befinden sich 26 Corona-Patienten auf der Normal- und elf auf der Intensivstation.


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