Wraps, Pommes und Suppen : Die Geschichte hinter dem Kleinmachnower Food Truck

Die Kleinmachnowerin Amanda Laum hat sich mit ihrem Food Truck „Little Lunchery“ selbstständig gemacht. Jetzt bietet sie ihr Essen auch in Potsdam an.

Heike Gehrmann
Amanda Laum vor ihrem Food Truck.
Amanda Laum vor ihrem Food Truck.Foto: Manfred Thomas

Kleinmachnow - Feiner Duft steigt aus dem roten Kleinbus vor den Kleinen Kammerspielen in Kleinmachnow. Es riecht nach warmen Brownies. Beim Näherkommen fällt der Blick in die halboffene, zum Tresen umfunktionierte linke Seite des roten Gefährts: Eine junge Frau ist gerade dabei, ein Fladenbrot mit Hühnerbrustfilet-Stücken, knackig frischem Salat und Gurken- und Paprikawürfeln zu belegen. Dann rollt sie den Fladen flink zusammen und „krönt“ das Ganze mit einer Yoghurt-Sauce. „So, fertig ist der Wickel“, sagt sie charmant auf Deutsch mit leicht amerikanischem Akzent.

Amanda Laum kommt aus den USA

Und tatsächlich – die junge Dame in dem roten Kleinbus kommt aus Georgia im Süden der USA, heißt Amanda Laum und hat im März die „Little Lunchery“ gegründet. Ein Gründungszuschuss der IHK Potsdam erleichterte ihr den Start in die Selbstständigkeit als Food-Truck-Betreiberin. In Deutschland ist Amanda Laum allerdings schon länger. Der Liebe wegen. Mit ihrem deutschen Mann wohnte sie einige Jahre in München, zog dann nach Berlin-Zehlendorf und schließlich mit der Familie nach Kleinmachnow.

Dort steht ihr rotes Gefährt mit der weißen Firmen-Aufschrift regelmäßig vor den Kammerspielen zum „Lunch Kino“: Sonntags gibt es da nach der ersten Kinovorstellung von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr ein feines, kleines Speisenangebot – bestehend aus Amandas „Wickeln“ für 5,50 Euro, die man in Deutschland gerne „Wraps“ nennt. Zudem bietet sie warme Suppen und Süßkartoffel-Pommes an.

Bei den Wraps fällt die knackige Frische auf

Amanda Laums „Wickel“ schmeckt prima. Vor allem die knackige Frische fällt auf. Da können die „Wraps“, die in Plastikschalen in den Kühltheken der Supermärkte angeboten werden und „hungrigen Mägen“ in den Büros oft als Mittagsmahlzeit dienen, nicht mithalten. „Dieses fade Essen in den Plastikschalen fand ich auch nicht gut“, erzählt Laum, während sie einen Brownie in eine Papiertüte packt. „So kam mir schließlich die Idee, eine ,rollende Mittagsoase’ zu werden und den Leuten eine vollwertige, proteinreiche Nahrungsalternative anzubieten.“

Leckere Wickel. Auf der Lunchkarte steht Proteinreiches.
Leckere Wickel. Auf der Lunchkarte steht Proteinreiches.Foto: Manfred Thomas
Foto: Manfred Thomas

Für Schnippeln, Kochen, Backen und Braten interessierte sich Amanda Laum schon früher in ihrer amerikanischen Heimat Georgia. Zum Beruf machte sie ihre „kitchen skills“ allerdings erst, nachdem sie sich mit Freunden über ihre Food Truck-Geschäftsidee ausgetauscht hatte. „Ich war längere Zeit Projektmanagerin eines Telekommunikations-Unternehmens in Berlin.“ Ihr Büro befand sich am Ostbahnhof. „Eine „Nahrungswüste“, sagt sie. Weit und breit fand sie dort kein gutes, gesundes Essen. „Daher brachte ich mir meinen Lunch meist von zu Hause ins Büro mit.“ Das sei aber auch nicht optimal gewesen, da das Essen, morgens zubereitet, mittags schon sehr an Frische eingebüßt hatte. „Und die schwere deutsche Hausmannskost in der Kantine machte mich so müde, dass ich mich nachmittags kaum mehr konzentrieren konnte.“

Erfahrungen von Freunden bestärkten sie

Freunde in anderen Teilen Berlins erzählten ihr von ähnlichen Problemen, in der Mittagspause an gesunde Kost zu kommen. Das bestärkte Amanda Laum dann darin, der Telekommunikationsbranche den Rücken zu kehren und ihr Little-Lunchery-Projekt zu starten.

Der Businessplan war schnell geschrieben. Als von der IHK nach Einreichen der „Formulare, die man in den USA gar nicht kennt“, die Gründer-Starthilfe bewilligt wurde, konnte es losgehen.

Das Wichtigste aber fehlte da noch – der passende fahrbare Untersatz. Zwar hatte Laum durch ihre Suche per Kleinanzeigen in Zeitungen und Recherchen im Internet etliche Angebote von Food Trucks bekommen, aber die entsprachen alle nicht ihren Vorstellungen. Denn sie wollte einen Oldtimer. Und den fand sie in Deutschland nicht. Ein Freund, der in der Filmbranche in Potsdam-Babelsberg arbeitet und in der südfranzösischen Stadt Pau zu tun hatte, wurde schließlich fündig. Er schickte ein Foto – darauf ein roter Peugeot J9 von 1986. Ein ehemaliges Feuerwehrauto.

Ein "mobiler Einsatzwagen für gesunde Kost"

Amanda Laum war sofort „Feuer und Flamme“ für das Feuerwehr-Gefährt. Zu „einem guten Preis“, den sie nicht verraten will, konnte sie den roten Kleinbus kaufen, nach Deutschland überführen und nach dem Umbau zum Food Truck durch den TÜV bringen.

„Das ist jetzt mein mobiler Einsatzwagen für gesunde Kost“, sagt Laum. Sie bringe ernährungsbewussten Leuten jetzt das, wonach sie suchen. „Und dahin, wohin sie wollen. Gern auch zu Festivals und privaten Festen.“

Und schon wickelt sie nach der Zubereitung eines Salats den nächsten Sesamfladen. Diesmal mit süß-würzigem Erdnuss-Krautsalat und pikanter Soße – eine Mittagsmahlzeit, die auch Vegetarier und Veganer erfreut.

Der Little Lunchery Food Truck steht wieder zum „Lunch Kino“ am 28. April in Kleinmachnow vor den Kleinen Kammerspielen sowie dienstags vor dem Innovationszentrum in Potsdam-Golm und mittwochs auf dem Wochenmarkt am Nauener Tor in Potsdam.