Werder (Havel) : Werders CDU will Klarheit zu Bahntunnel

Ministerin Kathrin Schneider (SPD) soll den Stadtverordneten sagen, warum sich der Bau verzögert. Auch sollen offene Fragen zum Verkehr nach Potsdam und zu zusätzlichen Zügen geklärt werden.

Oft unten. Seit Jahren schon soll ein Tunnel die Schranken ersetzen.
Oft unten. Seit Jahren schon soll ein Tunnel die Schranken ersetzen.Foto: Manfred Thomas

Werder (Havel) - Keine Verengung der Potsdamer Zeppelinstraße, ein zügiger Bau der Bahnunterführung an der Landesstraße und ein deutlich attraktiveres Zugangebot: So lassen sich die Forderungen der Werderaner CDU zusammenfassen, die ihre Fraktionsvorsitzenden und die Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig bei einer Konferenz am gestrigen Freitag aufstellten. Die Fraktion will am 9. März in der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag stellen, wonach das Stadtparlament Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) zu einer Sondersitzung einladen soll. „Durch die Vorbereitung der Ministerin auf den Termin soll Bewegung in den Tunnelbau kommen, wir wollen unsere Nöte klar machen und uns soll transparent gemacht werden, wo die Zuständigkeiten sind und woran es liegt, dass bis heute kein Fortschritt auf Seiten des Landes gemacht wurde“, erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Peter Kreilinger.

Außerdem solle die Ministerin generell erklären, wie sie mit den wachsenden Verkehrsströmen beim Regionalverkehr und den Einschränkungen auf der Zeppelinstraße umgehen will. Laut Ministeriumssprecher Steffen Streu wird allerdings erst entschieden, ob die Ministerin nach Werder kommt, wenn die Einladung auch tatsächlich vorliegt.

Wie berichtet soll der Bahnübergang an der Landesstraße 90 im Werderaner Norden durch einen Tunnel ersetzt werden. Die Entwurfsplanung für den Tunnel wurde im Jahr 2015 fertig, der Beginn des Planfeststellungsverfahren wurde seither mehrfach auf zuletzt Ende 2017 verschoben. „Offiziell will wohl niemand sagen, dass das Land seinen Anteil von 5,7 Millionen Euro nicht in die Hand nehmen will“, sagt Saskia Ludwig. Bund und Bahn haben entsprechende Kostenbeteiligungen bereits zugesagt. Ludwig fürchtet, dass diese Zusagen wieder zurückgenommen werden könnten, wenn das Land die Planung nicht endlich beendet. Offiziell habe das Ministerium die Verzögerungen damit begründet, dass in den bisherigen Planungen Fußgänger und Radfahrer nicht ausreichend berücksichtigt würden und das Vorhaben deshalb noch einmal überarbeitet werden müsse. Der Bahnübergang teilt die wichtigste Straße der Stadt – die Phöbener Straße – und ist täglich mehrere Stunden geschlossen, da die Schranken schon unten sind, wenn die Regionalzüge noch am nahen Bahnsteig stehen.

Dass derzeit geprüft wird, ob der Takt der Regionalexpresslinie 1 verdichtet werden kann, begrüßt die CDU wie berichtet und fordert auch für den Abend, an dem die Züge derzeit nur stündlich fahren, ein besseres Angebot. Zudem müssten sie unbedingt um einen Waggon verlängert werden – und wenn nötig, müssten zu kurze Bahnsteige, an denen das bisher scheitert, eben verlängert werden. „Wir erheben diese Forderungen seit zehn Jahren, das hätte schon längst passieren können“, so Ludwig.

Außerdem fordert die CDU eine neue Bahnlinie von Werder über Golm nach Berlin-Spandau: Damit bestünde sowohl für Werder als auch für den Golmer Uni-Campus eine direkte Anbindung zum Fernverkehr in Spandau, wo die ICE in Richtung Hamburg und Hannover/Ruhrgebiet abfahren. „Zudem bestünde die Möglichkeit für Werderaner, in Golm auch in die Regionalzüge zum Flughafen in Schönefeld umzusteigen“, so Peter Kreilinger. Er hofft, dass die Forderung auch von Potsdam unterstützt wird.

Geradezu entsetzt zeigten sich die Politiker über die Ankündigung der Stadt Potsdam, ab Juni die Zeppelinstraße probeweise auf eine Spur pro Richtung zu verengen. Eigentlich sei abgesprochen gewesen, dies erst zu tun, wenn es genügend Verkehrsalternativen gibt, die mit zwei zusätzlichen Busse seit Januar bisher aber mehr als dürftig ausfielen. „Die Zusammenkünfte zwischen dem Kreis und der Landeshauptstadt zu der Problematik haben zu nichts geführt“, sagt der Werderaner CDU-Fraktionsvorsitzende und Kreistagsmitglied Hermann Bobka. Die Zufahrtsstraßen nach Potsdam seien zur Hauptverkehrszeit bereits dicht, und nichts geschehe. Enrico Bellin

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