Vor dem Start der Laga : Achtung, fertig, pflanzt!

Am Donnerstag beginnt die Landesgartenschau in Beelitz - für mehr Blütenpracht hofft die Stadt auf frostfreie Nächte.

Die Laga eröffnet am 14. April für Besucher. Die Veranstaltung unter dem Motto "Gartenfest für alle Sinne" läuft 201 Tage.
Die Laga eröffnet am 14. April für Besucher. Die Veranstaltung unter dem Motto "Gartenfest für alle Sinne" läuft 201 Tage.Foto: Soeren Stache/dpa

Beelitz - Der Rasentraktor rattert über die Wiese, verpasst dem Rasen den letzten Schliff. Die Brücke vor dem Festspielareal bekommt noch ihren finalen Farbanstrich. Die Sanitäranlagen sind geräumt. Nur das Wasser aus dem Wasserhahn über den Waschbecken lässt noch auf sich warten. 

Auf dem Gelände der Landesgartenschau (Laga) in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) sind die letzten Vorbereitungen in vollem Gange. Am Donnerstag startet die Ausstellung zum Gartenbau. Bis Ende Oktober können sich Besucherinnen und Besucher auf dem 15 Hektar großen Areal südlich der historischen Altstadt Pflanzen aller Art anschauen. Obstbäume wie Quitte, Pfirsich oder Walnuss, Maulbeerenbäume, Wildrosen, Anemonen, Lilien, Tulpen und Narzissen – das ist nur eine kleine Auswahl der Pflanzenarten, die auf der Schau zu sehen sind. 

1,5 Millionen Blumenzwiebeln wurden gepflanzt, 160 000 Frühjahrspflanzen in die Erde gebracht. 45 000 Stauden gepflanzt, 550 Wild- und Zierrosen. Beelitz’ Bürgermeister und Laga-Geschäftsführer Bernhard Knuth (Bürgerbündnis) hofft, dass die letzten Nächte vor der Eröffnung frostfrei bleiben. „Die Blumen leiden“, sagt er. Teilweise seien Bereiche des Areals mit Folie abgedeckt worden, damit die Kälte nicht die empfindlichen Pflänzchen zerstört. 

Ein übergroßer roter Hase mit grüner Krawatte steht in der Nähe des Haupteingangs.
Ein übergroßer roter Hase mit grüner Krawatte steht in der Nähe des Haupteingangs.Foto: ZB

Aber auf der Laga gibt es noch mehr zu sehen als das zur Eröffnung in wenigen Tagen hoffentlich noch buntere Blütenmeer. Im Wachsenden Garten können Besucher zuschauen, wie Gartenbeispiele entstehen. Im Garten-Infotreff laufen täglich Vorträge zum rund um das Gärtnern und heimische Obstwiesen. Imker erklären, wie Insekten leben. 

Viele Veranstaltungen schon ausverkauft

Im Grünen Klassenzimmer, organisiert von der Grünen Liga Berlin, können Kita- und Schulkinder in mehr als 320 Veranstaltungen lernen, wie ökologisch-bewusster Umgang mit der Erde funktioniert. 90 Prozent der Veranstaltungen seien bereits ausgebucht, so Bürgermeister Knuth. Es soll aber auch offene Angebote in den Ferien geben. 

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Rund 100 Veranstaltungen sind insgesamt geplant. Die ersten seien fast ausverkauft. Darunter sind etwa 65 Veranstaltungen für Kinder – von Lesungen aus Kinderbüchern, geschrieben von Beelitzer Autoren, bis hin zum Taschenlampenkonzert. 

Im Mühlenareal stellen Künstlerinnen und Künstler ihre Werke aus und können diese auch verkaufen. Das Mühlenmuseum in der historischen Wassermühle wird während der Laga eröffnet. Ihre Werke können die Künstler aber auf dem gesamten Gelände präsentieren. 

Das Motto der Gartenschau heißt: „Gartenfest für alle Sinne“. Leitmotiv ist die Kulinarik. Damit will die Spargelstadt nach eigenen Angaben beweisen, dass sie noch weit mehr als das Gemüse zu bieten hat. Das erste Mal habe die Schau einen regionalen Caterer: der Spargelhof Klaistow. „Eins wollten wir vermeiden“, sagt Knuth, „den Transport von Essen quer durch die ganze Republik“. Gekocht werden soll vor Ort. 

Ein Traktor mit Anhänger fährt durch die Altstadt und bringt Grünpflanzen auf das Gelände der Landesgartenschau. 
Ein Traktor mit Anhänger fährt durch die Altstadt und bringt Grünpflanzen auf das Gelände der Landesgartenschau. Foto: Soeren Stache/dpa

77 Anbieter bei Regionalmarkt

Auch für den bekannten Spargelhof ist das eine Herausforderung. „Das Adrenalin steigt so langsam“, bestätigt Betreiber Ernst-August Winkelmann. Erst vor wenigen Tagen wurde in Beelitz wie berichtet die Spargelsaison eröffnet. „Die Sonnenstrahlen treiben den Spargel an“, sagt Winkelmann. Die Erwartungen stiegen massiv. Winkelmann verspricht: „Von einer Vollernte um Ostern gehen wir aus.“ 

Für die Laga hat der Hof extra mehr Mitarbeiter eingestellt. Daneben soll es Angebote auch im Wiesencafé, im Mühlencafé, beim Foodtruck am Spielplatz und eine Grillfläche geben. Auf dem Regionalmarkt bieten 77 Anbieter ihre Produkte an. Für den Besuch des Marktes braucht man keine Eintrittskarte. Er ist um die Kirche herum aufgebaut, der Zugang ist kostenfrei. „Da kann man auch mal sonntags Kartoffeln kaufen“, sagt Knuth. 

Einer der zwei Ein- und Ausgänge führt in die Beelitzer Altstadt. Das ist bewusst so gewählt. Denn der Regionalmarkt und eine Blütenschau in der Kirche sollen Besucher in die Innenstadt ziehen. Der Einzelhandel habe unter der Pandemie gelitten, sagt Bürgermeister Knuth. „Damit beleben wir die Altstadt.“

An den 201 Tagen rechnet die Stadt mit bis zu 450 000 Besuchern. 9577 Dauerkarten seien bereits verkauft worden. „Das ist ein kleiner Rekord für eine Laga“, so Knuth. Daneben seien 24 000 Tagestickets verkauft worden. 

Investitionen über Laga hinaus 

22 Millionen Euro wurden in das Gelände des ehemaligen Klärwerks vor der Altstadt investiert. Davon kommen 16 Millionen Euro vom Land, den Rest zahlt die Stadt. Das Gebiet lag seit den Neunzigerjahren brach. Es sind Investitionen für die Zukunft, sagt Knuth. Die Parkanlage werde jetzt schon von Beelitzerinnen und Beelitzern genutzt. So wurde auf dem neu erbauten Spielplatz mit rund 50 Spielgeräten, der auch für Kinder mit Behinderungen geeignet ist, gespielt. Für den Open-Air-Veranstaltungsort gebe es schon Anfragen für die weitere Nutzung, sagt Enrico Bellin, Sprecher der Stadt. Laut Bürgermeister Knuth bietet das Areal „Lebensqualität“. 

800 Parkplätze wurden für die Laga angelegt. Auch das sei ein Mehrgewinn über die Schau hinaus, sagt Knuth. „Das ist eine stadtnahe Fläche mit vernünftigen Parkmöglichkeiten.“ 16 Reisemobile hätten auf dem Gelände Platz. Die Parkmöglichkeiten sind barrierefrei. 
In den wenigen Tagen bis zur Eröffnung sollen jetzt noch die letzten Stühle gerückt und Palmen umgestellt werden. Wasser auf den Toiletten soll es dann zum Start auch überall geben, verspricht Sprecher Bellin.

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