Teltow : Mehr Sicherheit für Radfahrer Schutzstreifen auf Teltows

Die Stadt Teltow hat auf der Fahrbahn der Oderstraße gegenüber dem Gewerbegebiet einen Schutzstreifen für Radfahrer aufgebracht. Kurzfristig soll sich so die Situation an einem der größten Unfallschwerpunkte der Stadt entspannen.

Foto: Jens Büttner/dpa

Teltow - Entsprechend einer Forderung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) hat die Stadt Teltow auf der Fahrbahn der Oderstraße gegenüber dem Gewerbegebiet einen Schutzstreifen für Radfahrer aufgebracht. Kurzfristig soll sich so die Situation an einem der größten Unfallschwerpunkte der Stadt entspannen. Mittel- bis langfristig soll die Oderstraße für mehr Sicherheit sogar umgebaut werden.

Wie berichtet mussten sich bisher sowohl nach Norden als auch Süden fahrende Radler den dort vorhandenen Radweg aufseiten des Gewerbegebietes teilen. Nach Ansicht der Teltower Ortsgruppe des ADFC ein hochriskantes Unterfangen. Besonders zwischen Warthe- und Boberstraße, wo regelmäßig Autos und Lieferfahrzeuge auf dem Weg zum Parkplatz und den im Gewerbegebiet gelegenen Einkaufsmärkten den Radweg kreuzten, wurde es in der Vergangenheit eng und gefährlich. Um ein Vielfaches krachte es hier mehr als an anderen unfallträchtigen Orten. In den Jahren 2010 bis 2015 rund 900 Mal. „Der Schutzstreifen auf der Fahrbahn ist eine einfache Maßnahme, um schnell eine Verbesserung gegenüber dem Zweirichtungsradweg zu erreichen“, sagte ADFC-Ortsgruppensprecher Stefan Overkamp.

Nunmehr werden Radfahrer in Richtung Altstadt vom Kreisverkehr in der Warthestraße bis zur Einmündung Boberstraße auf der Fahrbahn geführt. Ab dort sollen sie den vorhandenen Radweg nutzen, so Teltows Stadtsprecherin Andrea Neumann.

Abruptes Ende: Frisch aufgetragene Markierung auf der Fahrbahn sorgt für Irritationen unter Radfahrern

Anfangs hatte die frisch aufgetragene Markierung auf der Fahrbahn aber für Irritationen unter Radfahrern gesorgt. Hinter dem Real-Markt, wo die dreispurige Fahrbahn zu einer zweispurigen verengt wird, endete der Fahrstreifen zunächst. Als „Schildbürgerstreich allererster Güte“ bezeichnete etwa der Kleinmachnower Matthias Heinrich die Maßnahme der Stadt. Er würde die Oderstraße auf dem Weg zur S-Bahn nahezu täglich passieren. Um nach Markierungsende weiterfahren zu können, müsse er auf kurzer Distanz zweimal die Straßenseite wechseln und die vielbefahrene Oderstraße dazu queren, erklärte er. Nach Angaben von Stadtsprecherin Andrea Neumann sei dies inzwischen aber nicht mehr der Fall. Die Markierungsarbeiten waren witterungsbedingt unterbrochen worden und hatten zu dem beschriebenen Zustand geführt. Seit einigen Tagen sei die Markierung nun aber durchgehend aufgebracht, sagte sie.

Geplant sei aber weiterhin, auf der südlichen Seite der Oderstraße einen eigenständigen Radweg zu installieren. Das hält auch Pendler Matthias Heinrich für sinnvoll: Zusätzlich Radler auf die Fahrbahn der Oderstraße zu führen, die täglich von Tausenden Lastwagen und Autos genutzt werde, sei sowohl für Auto- als auch für Radfahrer extrem belastend und gefährlich, sagte er.

Der ADFC hält die Lösung dennoch für vertretbar, da die Strecke schnurgerade und ohne jegliche Steigerung verlaufe, und für Autofahrer gut einsehbar sei, so Stefan Overkamp. Aber auch aus Sicht des Fahrradclubs sei mittelfristig ein umfassender Umbau der Oderstraße unumgänglich. Stadtsprecherin Andrea Neumann zufolge sei dies jedoch erst mittel- bis langfristig realisierbar, da für den Bau des separaten Radweges erst Grundstücksflächen angekauft werden müssen. Derzeit würde das beauftragte Planungsbüro Detailfragen klären. 

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