Stahnsdorf : Wieder Gräber auf Südwestkirchhof geschändet

Vor wenigen Jahren wurde auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof das Grab der Verlegerfamilie Langenscheidt geschändet. Nun sind die Metalldiebe zurückgekehrt.

Grabmale auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf in Stahnsdorf bei Berlin.  
Grabmale auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf in Stahnsdorf bei Berlin.  Foto: Thilo Rückeis/ TSP

Stahnsdorf - Der Stahnsdorfer Südwestkirchhof ist erneut Opfer von Kupferdieben geworden. Wie Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt am Montag mitteilte, hätten bislang unbekannte Diebe in der Nacht zu Dienstag den 4000 Meter langen Zaun überwunden und von zwei kunstvoll gestalteten Mausoleen des über 100 Jahre alten Kirchhofs die Dächer abgerissen. Bei den geschändeten Gräbern soll es sich um zwei Familiengräber handeln, die zentral am Hauptweg und in unmittelbarer Nähe zur Kapelle lägen. Es seien zwei „prachtvolle Bauwerke“, die im typischen Stil der 1920-er Jahre für die beiden Berliner Kaufmannsfamilien Boedefeld und Krause-Sorger errichtet worden waren, sagte der Friedhofsverwalter.

Der entstandene Schaden ließ sich am Dienstag noch nicht genau beziffern. Er werde derzeit von Fachleuten ermittelt, so Ihlefeldt. Er geht jedoch von mindestens 7000 Euro aus, sagte er den PNN. Im Vergleich dazu sei der Wert der Beute gering. „Wertvoll ist nicht das Material, sondern die filigrane Verarbeitung und wunderschöne Verzierung“, sagte der Friedhofsverwalter. Zudem sei es schwierig, das patinierte Kupfer loszuwerden. Ihlefeldt hatte den Diebstahl am Montag angezeigt, die Polizei ermittelt.

Hintergrund

Auf dem Südwestkirchof liegen viele Prominente. Darunter auch der TV-Moderator Dieter Thomas Heck, der Schauspieler Manfred Krug oder der Film-Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau. Den Schädel des Regisseurs haben Unbekannte im jahr 2015 gestohlen.

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