Stahnsdorf : Demo gegen Feuerwache in der Parforceheide

Die Bürgerinitiative „Feuerwehr und Natur Stahnsdorf“ macht erneut gegen eine Bebauung im Landschaftsschutzgebiet Parforceheide mobil.

Kurz vor der Kommunalwahl wird in Stahnsdorf gestreikt. 
Kurz vor der Kommunalwahl wird in Stahnsdorf gestreikt. Foto: Sebastian Gabsch

Stahnsdorf - Die nunmehr dritte Demo gegen die Errichtung einer Feuerwache in den Upstallwiesen am Güterfelder Damm soll am Samstag, 18. Mai, um 11 Uhr am Dorfplatz beginnen. Das teilte FDP-Gemeindevertreter Christian Kümpel mit. Kümpel hat wie schon zuvor die Veranstaltung angemeldet.

Erneut soll der Demozug vom jetzigen Standort der Feuerwehr am Dorfplatz zur Annastraße ziehen, vorbei am Güterfelder Damm. Die Abschlusskundgebung mit Bürgermeister Bernd Albers (BfB), dem Grünen-Gemeindevertreter Thomas Michel und dem Sprecher der Initiative, Olaf Sill, ist um 12 Uhr auf der Freifläche neben dem Rathaus in der Annastraße geplant.

Beschlüsse bezüglich des neuen Depots in Stahnsdorf

Veranstalter Kümpel schloss gegenüber den PNN nicht aus, dass es nach der Kommunalwahl weitere Demonstrationen geben wird. Kümpel hofft jedoch, dass eine „neue Mehrheit in der Gemeindevertretung neue Beschlüsse fasst“.

Die derzeitige Beschlusslage ist nach der letzten Sitzung des Stahnsdorfer Gemeindeparlamentes äußerst konfus: Denn es gab wie berichtet jeweils knappe Mehrheiten für zwei sich widersprechende Beschlüsse. Der Antrag von SPD, CDU, Wir Vier und Die Linke – alles Befürworter einer Feuerwache im Landschaftsschutzgebiet – zur Entwicklung der Annastraße in Stahnsdorf als Bildungscampus ging durch, ebenso aber auch der gemeinsame Antrag von Bürger für Bürger, den Grünen und Christian Kümpel zur Entwicklung der Annastraße als Grundschul- und Feuerwehrstandort.

Bürgerinitiative gegen den Bau im Landschaftsschutzgebiet

Sollte die Annastraße zu einem Bildungscampus entwickelt werden, dann würde Stahnsdorf bei der Frage nach der Feuerwehr keine Alternativfläche mehr zum Landschaftsschutzgebiet haben. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises würde also sehr wahrscheinlich einer Ausgliederung der Fläche für das neue Depot aus der Parforceheide zustimmen.

Zünglein an der Waage waren die Linken, sie stimmten auf der Sitzung Anfang Mai für beide Anträge. Und wollten damit sicherstellen, dass der Feuerwehrbau schnellstmöglich vorangetrieben wird – selbst wenn die Kreisbehörde der Planung im Landschaftsschutzgebiet einen Riegel vorschieben sollte.

Unterdessen hat die Bürgerinitiative rund 500 Flyer an Stahnsdorfer Haushalte verteilt. Darin werden die Anwohner aufgefordert, an einer Befragung teilzunehmen. Abgefragt wird laut Kümpel, der ebenfalls Mitglied der BI ist, die Einstellung der Stahnsdorfer zum Landschaftsschutzgebiet. „Wir wollen ermitteln, wie die Stimmung in der Einwohnerschaft ist“, sagte Kümpel den PNN. Zur letzten Demonstration im April waren nach Polizeiangaben rund 80 Personen gekommen.