SRS-Betrugsskandal in Michendorf : Gemeinde will Sondersitzung zu SRS-Betrug

FDP und Linke fordern Mitspracherecht

Michendorf - Die Aufarbeitung des SRS-Betrugsskandals in Michendorf geht weiter: In ihrer Sitzung am Montagabend entschieden die Gemeindevertreter, den Abschlussbericht in einer Sondersitzung Ende August erneut zu diskutieren. Außerdem soll der Bericht durch mehrere Ausschüsse gehen.

Den Bericht hatte die Gemeinde bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Acco in Auftrag gegeben. Er sollte aufarbeiten, wie der Betrug durch die inzwischen insolvente SRS Hausverwaltung, die bis zum Sommer 2016 mehr als 80 kommunale und private Wohnungen verwaltet hatte, über einen so langen Zeitraum unbemerkt bleiben konnte. In einer gemeinsamen Erklärung hatten SPD, Linke und FDP sich in der vergangenen Woche dagegen ausgesprochen, den Abschlussbericht bereits in der kommenden Gemeindevertretersitzung zu verabschieden. Viele Fragen seien nach wie vor ungeklärt, hatte Peter Pilling (Linke) erklärt. Der FDP-Vorsitzende der Gemeinde Michendorf, Uwe Große-Wortmann, forderte von Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU), er solle die persönliche Verantwortung für die Versäumnisse der Verwaltung übernehmen.

Mit der Entscheidung der Gemeindevertreter am Montagabend zeigte sich Große-Wortmannn zufrieden: „Das ist ein guter Anfang.“ Er begrüße vor allem die Tatsache, dass die FDP nun auch Gelegenheit habe, sich zu dem Abschlussbericht zu äußern. Zu den Beratungsterminen, die mit Vertretern anderer Parteien in der Gemeinde abgehalten wurden, seien die FDP ebenso wie die Linke in der Vergangenheit nicht eingeladen worden.

Bürgermeister Reinhard Mirbach ist mit der Entscheidung, den Abschlussbericht erneut zu diskutieren, ebenfalls einverstanden. „Das Thema hätte am Montagabend nicht genügend Platz bekommen.“ Der Vorwurf, einzelne Parteivertreter seien nicht zu vergangenen Beratungsterminen über den Abschlussbericht eingeladen worden, überrasche ihn aber, so Mirbach. „Jeder Bürger hätte an den Terminen teilnehmen können, aber genutzt haben das nur wenige.“