Schwielowsee : Umzug der Tourist-Info könnte teuer werden

Ein Plan sieht vor, dass die Touristeninformation aus dem Caputher Rathaus ins Logierhaus am Schloss ziehen soll. Dafür sind neben der Miete auch teure Bauarbeiten nötig. Richtig teuer wären die Heizkosten.

Mit einem Umzug ins Logierhaus (rechts) würde die Touristeninformation nah ans touristische Geschehen rund um das Schloss kommen.
Mit einem Umzug ins Logierhaus (rechts) würde die Touristeninformation nah ans touristische Geschehen rund um das Schloss kommen.Foto: Manfred Thomas

Caputh - Der geplante Umzug der Touristeninformation aus dem Caputher Rathaus in das Logierhaus am Schloss könnte teuer werden. Wie im Hauptausschuss der Gemeinde am Mittwochabend bekannt wurde, müsste die Gemeinde für die künftigen Räume monatlich etwa 900 Euro Miete bezahlen. Zudem müsste sie den Innenausbau des Hauses, das der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) gehört, bezahlen. Ob es dafür Fördermittel gibt, ist noch offen. Allein der Innenausbau würde Schätzungen zufolge 200.000 Euro kosten, dazu kämen noch Planungskosten.

„Ohne eine Förderung ist diese Investition nicht realisierbar“, sagte Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU), deren dritte Amtszeit nun begonnen hat. Nach Vorinformationen aus dem Ministerium sei eine Förderung zwar möglich. Dafür müsste die Gemeinde die Räume allerdings mindestens über 15 Jahre von der SPSG anmieten. Die Hauptausschussmitglieder haben die Verwaltung nach kontroverser Diskussion ohne Gegenstimme beauftragt, Verhandlungen mit der SPSG aufzunehmen.

Die Gemeinde will im Logierhaus, das nur wenige Meter von der derzeitigen Tourismusinformation entfernt am Haupteingang zum Schlosspark liegt, die linke Hälfte mieten, die rechte Hälfte soll von der Schlösserstiftung genutzt werden. Im Hauptraum der künftigen Touristeninformation soll die eigentliche Beratung stattfinden. Nebenan ist ein Laden geplant, in den auch Informationsstände integriert werden sollen. Die anderen Räume sind Lager und Büro.

Noch unklar ist aber, was genau wo angeboten werden soll, ob die Gemeinde in der Info etwa auch Eintrittskarten für das Schloss verkaufen soll. „Mit dem Schloss haben wir zwar eine attraktive Umgebung für die Tourist-Info und deren Entwicklung, die Auswirkungen sind aber noch völlig unklar“, so Hauptausschussmitglied Roland Büchner (Bürgerbündnis Schwielowsee). Die Verhandlungen werden Bürgermeisterin Hoppe zufolge noch viel Zeit in Anspruch nehmen.

Ein Kritikpunkt der Gemeinde ist etwa, dass die Stiftung, die für die Arbeiten an der Gebäudehülle zuständig ist, das Haus nur zum Teil dämmen wolle. Die Heizkosten, die die SPSG von der Gemeinde haben will, liegen mit knapp 4000 Euro im Jahr allerdings deutlich über dem, was die Gemeinde für die Heizung ihrer derzeitigen Räume ausgibt. Da die Gebäudesanierung noch im vierten Quartal dieses Jahres beginnen soll, müssen die Verhandlungen zur Hausplanung aber bald abgeschlossen werden. Der Bau soll mehr als zwei Jahre dauern, die Eröffnung des sanierten Logierhauses ist derzeit für das zweite Quartal 2022 geplant.

Neben den Baukosten und Mieten würde die neue Tourismusinformation auch Mehrkosten für Personal in Höhe von etwa 33 000 Euro im Jahr bedeuten. Denn das Schloss ist deutlich länger geöffnet, als die derzeitige Information besagt: an Winterwochenenden gar nicht und in der Hauptsaison auch nicht an Sonntagen geöffnet. Was in die bisherigen Räume der Information ziehen soll, ist ebenfalls noch offen.

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