Saisonstart in Beelitz-Heilstätten : An Karfreitag öffnet der Beelitzer Barfußpark wieder

Der Barfußpark in den Heilstätten startet an Karfreitag in seine dritte Saison. Die Betreiber rechnen in dieser mit fast 100.000 Besuchern.

Auch über Glasscherben kann man im Barfußpark laufen.
Auch über Glasscherben kann man im Barfußpark laufen.Foto (Archivbild): Sebastian Gabsch PNN

Beelitz-Heilstätten - Er sieht ganz harmlos aus, der auf Federn gelagerte Zitterbalken. Die ersten Schritte barfuß auf dem rauen Holz fallen auch noch leicht, doch je weiter man kommt, desto stärker schwankt das Brett – und die Gefahr vom Balken zu fallen ist groß. Thomas Müller-Braun, Geschäftsführer des Barfußparks in den Beelitzer Heilstätten, schafft es auf seiner neuesten Station am gestrigen Dienstag nicht ganz bis zum Ende. Am Karfreitag startet der Barfußpark in seine dritte Saison, dann können Besucher den Zitterbalken und 60 weitere Stationen auf drei Rundkursen ausprobieren.

Geschäftsführer Thomas Müller-Braun auf dem Zitterbalken.
Geschäftsführer Thomas Müller-Braun auf dem Zitterbalken.Foto: Enrico Bellin

Seit der Eröffnung im Juni 2017 haben etwa 115.000 Menschen den Barfußpark besucht, der direkt neben dem Baumwipfelpfad in den Heilstätten liegt. Allein im vergangenen Jahr kamen Müller-Braun zufolge 70.500 Gäste auf das 15 Hektar große Gelände. „In diesem Jahr rechnen wir mit 90.000 Besuchern“, so der Geschäftsführer. Der Barfußpark sei inzwischen bekannt, vor allem Familien und Schulklassen laufen über die Rundkurse, für die man jeweils etwa eine Stunde einplanen sollte.

Das Lehmbecken muss noch mit Matsch gefüllt werden

Bis Freitag muss der Hauptweg noch hergerichtet werden, dem Lehmbecken, in dem man später knöcheltief versinken kann, fehlt noch der Matsch. Am Dienstag wurde ein neuer Toilettencontainer aufgestellt, auch zusätzliche Schließfächer für Schuhe und Socken sowie kleinere Attraktionen wie ein Xylophon am Pfad wurden installiert. Rund 70.000 Euro seien zum Saisonstart in den Park investiert worden, sagt Thomas Müller-Braun.

Barfußpark-Chef Thomas Müller-Braun.
Barfußpark-Chef Thomas Müller-Braun.Foto (Archivbild): Sebastian Gabsch PNN

Gemeinsam mit einem Partner, der auch einen Barfußpark in der Lüneburger Heide betreibt, hatte der 51-Jährige das Projekt initiiert. „Je nach Wetter gibt es in der Lüneburger Heide 80.000 bis 100.000 Besucher pro Saison. Das sind die Erfahrungswerte, auf die wir unsere Prognose für die kommenden Jahre stützen.“ Das Jahr 2018 mit seinem trockenen Sommer sei sehr gut verlaufen, es habe Schlangen vor den Toiletten und nicht genügend Schließfächer gegeben, sodass Gäste ihre Schuhe einfach auf die Schränke am Eingang des Parks gestellt haben. Deshalb habe man diese Engpässe nun beseitigt. Auch im Café seien die Abläufe neu organisiert worden, um Wartezeiten zu verkürzen.

Der Saisonstart wurde vorgezogen

Fünf festangestellte Mitarbeiter sind inzwischen bei Müller-Braun aktiv, dazu kommen 25 Saisonkräfte. Der Park kooperiert mit dem benachbarten Baumkronenpfad: Besucher können beispielsweise Kombi-Tickets erwerben. Zwei Erwachsene und eigene Kinder zahlen für den Eintritt in beide Attraktionen beispielsweise 47,50 Euro. Nur für den Barfußpark kostet der Eintritt für Erwachsene 7,50 Euro, für Kinder 5,50 Euro.

Eigentlich sollte der Park erst am 27. April wiedereröffnen, auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin habe sich Müller-Braun aber überreden lassen, schon zu Ostern zu öffnen. Mit vorhergesagten 21 Grad und Sonnenschein für das Osterwochenende wohl eine gute Entscheidung. Über Winter war ein Großteil der Geräte eingelagert, da sie aus unbehandeltem Holz bestehen. Im Park werde Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, so gebe es im Café auch kein Einweggeschirr. Und Holz, das nicht mehr für die Attraktionen nutzbar ist, wird zu einem 4,50 Meter hohen Troll verarbeitet: Die Figur soll im Mai an einem der Pfade aufgestellt werden und als Blickfang für Kinder dienen.

Am Barfußpark soll noch ein Café entstehen

Im kommenden Jahr soll der Troll dann in die Mitte des Parkes wandern: Auf einer lichten Fläche zwischen Kiefern soll eine Wildblumenwiese entstehen, daneben sollen zwei Bienenstöcke stehen. „Dort wollen wir noch ein kleines Café bauen, damit Menschen, die nach dem Barfußwandern lieber in Ruhe bei einem Glas Wein entspannen wollen, dort sitzen können“, so Müller-Braun.

Einen Extra-Sitzbereich gibt es bereits für Schulklassen: Auf Holzstümpfen, die im Kreis angeordnet sind, können sie unter einer gelben Plane sitzen und ungestört mit Blick auf das frühere Chirurgiegebäude der Heilstätten picknicken. „Wir haben schon Anmeldungen für Gruppen von 150 Schülern, die hier ihren Wandertag verbringen wollen“, sagt der Geschäftsführer. Dann wird es selbst unter dem gelben Zeltdach eng. Integrationsklassen, in denen geflüchtete Kinder unterrichtet werden, bekommen nach Anmeldung übrigens freien Eintritt in den Park.

Barfußpark mit Ausblick. Vom gelben Pavillon schaut man direkt auf die Chirurgie der einstigen Lungenheilstätte.
Barfußpark mit Ausblick. Vom gelben Pavillon schaut man direkt auf die Chirurgie der einstigen Lungenheilstätte.Foto: Enrico Bellin

Mit Kindern sollte man viel Zeit einplanen

Besonders mit Kindern sollte man viel Zeit im Park einplanen: Zwar sind sie schnell in die Weitsprunggrube gehüpft oder über abgeschliffene Glasscherben gelaufen, aber an Stationen, wo Baumarten anhand der Rinde erfühlt werden müssen, kann es schon einige Minuten dauern.

Und auch für das körperliche Empfinden muss man sich an einigen Stationen Zeit nehmen, etwa an der Kokosnussfolter, wie Thomas Müller-Braun eine Station im Wald nennt: Zwischen einem Holzgeländer sind Kokosnüsse halb im Boden vergraben. Die Station sieht ähnlich harmlos aus wie der Zitterbalken, und wer barfuß über sie läuft und sich dabei auf dem Geländer abstützt, fühlt eine angenehme Massage. „Die Kokosnüsse können aber auch höllisch weh tun“, so der Geschäftsführer. Und tatsächlich: Wer sein Körpergewicht ganz auf die Füße verlagert, spürt direkt den Schmerz der rauen Nüsse. Allerdings sind die Füße danach gut durchblutet und der danebenliegende Rindenmulch fühlt sich auf einmal samtweich an.