• Räumarbeiten haben begonnen: Für Bahnhof-Umbau in Wilhelmshorst müssen Bäume weichen

Räumarbeiten haben begonnen : Für Bahnhof-Umbau in Wilhelmshorst müssen Bäume weichen

Für den Umbau wurde lange gekämpft, jetzt soll er bis Ende 2020 fertig sein. Bäume werden nachgepflanzt.

Bereit zum Bauen. In Kürze soll der Bahnhof in der Waldgemeinde Wilhelmshorst für mehr als zwei Millionen Euro saniert werden.
Bereit zum Bauen. In Kürze soll der Bahnhof in der Waldgemeinde Wilhelmshorst für mehr als zwei Millionen Euro saniert werden.Foto: Sebastian Gabsch

Wilhelmshorst - Nach jahrelangem Warten soll es jetzt endlich soweit sein: Der Umbau des Bahnhofs in Wilhelmshorst soll in Kürze beginnen. Das bestätigte die Deutsche Bahn den PNN auf Nachfrage. Einen genauen Termin konnte ein Bahnsprecher am Mittwoch jedoch noch nicht nennen. Dass es bald losgeht, zeigen aber die bereits begonnenen Räumarbeiten im Umfeld. Bis voraussichtlich Ende des Jahres sollen die bisherigen zwei Bahnsteige erneuert und auf beiden Seiten je ein Aufzug installiert werden. Der Bahnhof wird im Rahmen eines Bund-Länder-Förderprogramms ausgebaut. Zuletzt war die Rede von rund 2,3 Millionen Euro Kosten.

In Wilhelmshorst halten die Regionalbahnlinie 33 und der Regionalexpress 7.
In Wilhelmshorst halten die Regionalbahnlinie 33 und der Regionalexpress 7.Foto: Sebastian Gabsch

Das Vorhaben sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr umgesetzt werden. Geplant wurde es bereits vor rund fünf Jahren. Dass es sich derart verzögert hat, liege an aufwendigen Abstimmungen zwischen vielen Beteiligten, heißt es von der Deutschen Bahn.

Lange wurde in Wilhelmshorst für einen stufenlosen Zugang zu den Gleisen am Bahnhof gekämpft. In kälteren Wintern sind die steilen Treppen oft vereist, bei Starkregen im Sommer hingegen ist die Unterführung häufig überschwemmt. Nicht nur Rollstuhlfahrer oder ältere Menschen mit Rollator waren benachteiligt, auch Eltern mit Kinderwagen oder Radfahrer mühen sich bisher über die Stufen. Dass der Bahnhof in Wilhelmshorst überhaupt ausgebaut wird, liegt daran, dass er so nah an etlichen sozialen Einrichtungen liegt. So befinden sich eine Kita, eine Krippe und eine Senioreneinrichtung in der Nähe, was ein wichtiges Kriterium für die Auswahl war, so die Deutsche Bahn. Denn eigentlich kommen für das Umbauprogramm bundesweit nur Bahnhöfe mit mehr als 1000 täglichen Pendlern in Frage. In Wilhelmshorst halten die Regionalbahnlinie 33 und der Regionalexpress 7, den Angaben zufolge sollen dort zuletzt mehr als 900 Menschen pro Tag eingestiegen sein. Während des Umbaus soll es zu keinen größeren Beeinträchtigungen im Fahrplan kommen, sagte ein Bahnsprecher.

Bäume werden ersetzt

Für die anstehenden Umbauarbeiten muss die Gemeinde nun das Umfeld beräumen. Dafür muss etliches Grün weichen, um Platz für Baustoffe, Baumaschinen und Zufahrten zu schaffen. Unter anderem müssen laut Rathaus sechs junge Winterlinden, diverse Sträucher, Bodendecker und viele wild gewachsenen Gehölze entfernt werden. Wilhelmshorst ist eine Waldgemeinde, der Bahnhof ist von Grün umgeben.

Kritisiert wird von manchen Anwohnern, dass gesunde Bäume fallen müssen. Das würde den Waldcharakter des Ortes beeinträchtigen. Die Verwaltung jedoch verspricht, dass je nach Dauer der Bauarbeiten noch Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres die beseitigten Winterlinden in gleichem Umfang ersetzt werden sollen.

Zudem ist laut Rathaussprecherin Steffi Amelung geplant, auf beiden Seiten des Bahndamms als Ausgleich für den Eingriff Blühsträucher sowie einen Blühstreifen mit Wildblumen anzupflanzen. „Die vom Eingriff betroffenen Flächen werden somit sowohl ökologisch als auch optisch aufgewertet“, so die Sprecherin.

Bäume müssen weichen, um Platz für Baustoffe, Baumaschinen und Zufahrten zu schaffen.
Bäume müssen weichen, um Platz für Baustoffe, Baumaschinen und Zufahrten zu schaffen.Foto: Sebastian Gabsch

Zudem wurde jüngst geprüft, sagte Amelung, dass in dem geräumten Bereich keine Nist-, Brut- und Lebensstätten von Tieren vorhanden sind. „Nach der Rodung und Beräumung wird um die Flächen ein Reptilienschutzzaun errichtet, um Zauneidechsen zu schützen und von den Arbeitsbereichen fern zu halten“, so Amelung. Ohne den Zaun bestehe die Gefahr, dass bei steigenden Temperaturen Reptilien auf dem sandigen Boden ihre Eier ablegen. Auch sollen die angrenzenden Grünflächen durch Biotopschutzzäune von der Baustelle abgegrenzt werden.
 

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