• PNN-Serie: Landratswahl in Potsdam-Mittelmark: „Gesicht zeigen, wenn es brennt“

PNN-Serie: Landratswahl in Potsdam-Mittelmark : „Gesicht zeigen, wenn es brennt“

Zur Landratswahl in Potsdam-Mittelmark am 25. September treten fünf Kandidaten an – und erstmals wird direkt gewählt. Heute im letzten PNN-Wahlcheck: Franz Herbert Schäfer (CDU).

Cruisen im Kreis. Die PNN baten jeden Kandidaten, ein Bild zu schicken, das kein Wahlkampf-Foto ist. Dieses zeigt Franz Herbert Schäfer auf dem Motorrad, seinem Lieblingsfahrzeug.
Cruisen im Kreis. Die PNN baten jeden Kandidaten, ein Bild zu schicken, das kein Wahlkampf-Foto ist. Dieses zeigt Franz Herbert...Foto: privat

In Landkreis Potsdam-Mittelmark wird am 25. September ein neuer Landrat gewählt. Zum ersten Mal können die Einwohner dann direkt entscheiden, wer künftig die Geschicke des Landkreises leiten wird. Fünf Kandidaten haben sich dafür zur Wahl gestellt. Jeder von ihnen bekam von den PNN die gleichen sechs Fragen gestellt. Heute antwortet Franz Herbert Schäfer, der für die CDU ins Rennen geht. Bei der Kreistagswahl im Mai 2014 erhielt die CDU 28,3 Prozent der Stimmen und wurde damit stärkste Kraft.

 

Wer sind Sie?

Ich bin Franz Herbert Schäfer, 57 Jahre alt, katholisch, glücklich verheiratet, Vater von zwei Söhnen im Alter von 16 und 19 Jahren und wohne in der Gemeinde Groß Kreutz (Havel). Als Personaldezernent beim Brandenburgischen Oberlandesgericht trage ich Verantwortung für mehr als 1300 nichtrichterliche Bedienstete der ordentlichen Gerichte im Land Brandenburg. Das Engagement als Vorsitzender der Gemeindevertretung, des Berufsbildungsausschusses der Justiz und als Ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht, aber auch in politischen Funktionen bereitet mir Freude.

 

Warum kandidieren Sie?

Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die sich um staatliche Ordnung kümmern, Ideen entwickeln und handeln, damit es friedlich, sozial und gerecht zugeht. Daran möchte ich gerne mitwirken. Hierfür bietet das Amt des Landrates einen enormen Gestaltungsspielraum: Der Landkreis hat weitreichende Kompetenzen, etwa im Bau- und Naturschutzbereich, aber auch in Fragen des Nahverkehrs, der Schulbildung und der Sicherheit für die Bevölkerung. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Bürger in Potsdam-Mittelmark ihren Landrat nun erstmals direkt wählen können.

 

Was qualifiziert Sie?

Selbstgefälligkeit ist meine Sache nicht. So viel aber möchte ich offenlegen: Mit meiner mehr als 20-jährigen Personal-, Verwaltungs- und Leitungserfahrung in der Justiz sehe ich mich gewappnet, die Leitung des Landratsamtes mit seinen rund 1000 Beschäftigen zu übernehmen. Zudem ist der Umgang mit Recht und Gesetz mein „tägliches Brot“, was für einen Landrat nicht von Schaden sein sollte. Es gilt, Ermessensspielräume sorgfältig abzuwägen und mit Mut zur Verantwortung auch auszuschöpfen. Und schließlich bringe ich langjährige kommunalpolitische Erfahrung mit.

 

Was wollen Sie?

Potsdam-Mittelmark ist in all seinen Regionen, im Speckgürtel Berlins ebenso wie im ländlichen Raum, lebenswert, liebenswert und leistungsstark. Damit das trotz des demografischen Wandels so bleibt, sehe ich drei Hauptaufgaben: Wir brauchen schnelleren und dichteren öffentlichen Nahverkehr, eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung sowie massiven Breitbandausbau, um mehr innovative Unternehmen und Gewerbetreibende zu binden und Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür will ich als Landrat eine treibende Kraft und – wo nötig – bei der Landesregierung Unruhestifter sein.

 

Was läuft im Landkreis bisher schief?

Die Fraktionen CDU/SPD/FFB sahen sich 2014 gezwungen, im Koalitionsvertrag Selbstverständliches schriftlich anzumahnen: Das Landratsamt müsse die Verständigung zwischen Bürger und Verwaltung verbessern und Entscheidungsprozesse beschleunigen und straffen. Hier gibt es immer noch Nachholbedarf! Zudem ist es notwendig, dass der Landrat künftig bürgernah ist, auf die Menschen zugeht und im wahrsten Sinne des Wortes auch dann Gesicht zeigt, wenn es unter den Nägeln brennt. Und schließlich fehlt es an einem flächendeckenden Konzept im Umgang mit erneuerbaren Energien.

 

Ein ausländischer Gast verbringt 24 Stunden im Landkreis. Wo schicken Sie ihn hin?

Ein Tag reicht nicht aus, um die Vielfältigkeit der Reize, die Potsdam-Mittelmark seinen Besuchern bietet, zu erfassen. Um dennoch ein breit gefächertes Bild davon zu vermitteln, werde ich meinen Gast zu Hause mit kulinarischen Genüssen aus der Region bewirten, ihm anhand von Fotografien deren Herkunft vor Augen führen und auf dem Havelradweg ein einzigartiges Naturerlebnis verschaffen. In der Begegnung mit meinen Nachbarn und Freunden wird er rasch einen bleibenden Eindruck von der Herzlichkeit, Offenheit und dem Fleiß der Menschen hier im Landkreis gewinnen.

 

 

Lesen Sie weiter - die anderen Kandidaten im Überblick:

"Der ländliche Bereich wird abgehängt" - Andreas Schramm (Piraten) >>

"Politik hat einseitig unterstützt" - Sven Schröder (AfD) >>

"Spielräume neu ausloten" - Klaus-Jürgen Warnick (Linke) >>

"Landrat aus Leidenschaft" - Wolfgang Blasig (SPD) >>

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