Pläne für die Beelitzer Heilstätten : Über den Ruinen schweben

In Zukunft sollen Besucher der Beelitzer Heilstätten auf einem Pfad in 25 Metern Höhe über die teils restaurierten Häuser wandeln. Wie das aussehen soll?

Beelitz - Eine gute Nachricht hat Georg Hoffmann für alle Fans des maroden Heilstätten- Charmes: Trotz geplanter Millioneninvestitionen in den Heilstätten-Park soll der Großteil des Areals auch in Zukunft kostenlos betreten werden können. Nur ein schmaler Streifen rund um die bewaldete Ruine der einstigen Frauenklinik sowie der geplante Baumwipfelpfad sollen ab Sommer Eintritt kosten, sagt der Geschäftsführer der Heilstätten Projektentwicklungs GmbH.

Die feierliche Eröffnung des ersten Teils des Höhenpfades, bei dem Besucher in 25 Metern Höhe über den Ruinen wandeln können, soll am letzten Juniwochenende stattfinden (PNN berichteten). Die Bauarbeiten beginnen am Montag: Dann sollen Schweineställe abgerissen werden, die die Sowjetsoldaten während der Besatzungszeit gebaut haben, um Platz für einen 40 Meter hohen Turm und einen Pavillon mit einem Restaurant zu schaffen. Von dort gelangt man einmal auf den zunächst 300 Meter langen Höhenpfad, der Eintritt dazu soll für Erwachsene 9,50 Euro kosten. „Die Teile für den Pfad werden vorgefertigt, daher wird die eigentliche Montage zügig voranschreiten“, so Hoffmann. Die Firma Vollack, die die Elemente fertigt, gehört ebenso zu den Investoren wie der Besitzer der „Town & County“-Hauskette, Jürgen Dawo.

Höhepunkt: Brücke über die bewaldete Ruine der Frauenklinik

Höhepunkt des ersten, rund 6,6 Millionen Euro teuren Bauabschnitts wird eine 27 Meter lange Brücke, die einmal quer über die bewaldete Ruine der Frauenklinik führen wird. „Wir werden die Ruine in ihrem jetzigen Zustand belassen und wie die anderen Gebäude auch zunächst einzäunen“, so Georg Hoffmann. Das sei nötig, um die Sicherheit auf dem Gelände zu gewährleisten. „Ab Montag haben wir auch rund um die Uhr Wachschutz vor Ort, der bei Verdacht von Eindringlingen sofort die Polizei ruft.“ Diese habe Hoffmann zugesichert, innerhalb kürzester Zeit auf dem Gelände zu sein.

Wenn Statiker bestätigen, dass man die Ruine der Frauenklinik mit Stützen so sichern kann, dass Touristen sie gefahrlos betreten können, soll sie wieder zugänglich gemacht werden. Die Küche und die ehemalige Wäscherei sollen zudem in den kommenden Jahren so hergerichtet werden, dass man darin Restaurants unterbringen kann. „Aber nur das Chirurgiegebäude soll wieder in den Zustand der Eröffnung vor mehr als 100 Jahren zurückversetzt werden.“ Wenn die Chirurgie einmal fertig ist, soll dort der Haupteingang zum Höhenpfad sein und daneben auch ein Restaurant sowie verschiedene Läden, die das 160 Meter lange Gebäude füllen. Hoffmann rechnet mit Sanierungskosten für alle Gebäude des Parks von etwa 40 Millionen Euro.

Rund um die Chirurgie werden derzeit Kiefern gefällt. Eine Vorgabe der Naturschutzbehörde, damit die auf dem Gelände lebenden, geschützten Zauneidechsen mehr Licht bekommen. Sie werden wohl das Maskottchen des künftigen Heilstätten-Parks, dessen Höhenpfad bis auf eine Länge von einem Kilometer anwachsen soll. Rund 1200 Menschen könnten ihn dann gleichzeitig betreten, der Geschäftsführer rechnet mit 200.000 Besuchern pro Jahr.

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