• Pläne für das Scala in Werder (Havel): Betreiber will das Kino mit Unterstützern kaufen

Pläne für das Scala in Werder (Havel) : Betreiber will das Kino mit Unterstützern kaufen

Eine Privatinitiative mit dem Scala-Chef Gösta Oelstrom will mit Unterstützern das Kino in Werder (Havel) kaufen. Der genaue Finanzplan ist noch offen.

Sarah Stoffers
Scala-Betreiber Gösta Oelstrom hat große Pläne.
Scala-Betreiber Gösta Oelstrom hat große Pläne.Foto: Ottmar Winter

Werder (Havel) - Eine Privatinitiative mit dem Chef des Werderaner Scala, Gösta Oelstrom, will gemeinsam mit Unterstützern wie dem Förderverein des Kinos sowie privaten Investoren das Kino in der Eisenbahnstraße kaufen. Zuvor war am Donnerstag der Antrag der Fraktion Stadtmitgestalter/Ingo Krüger am gescheitert, in dem die Stadt aufgefordert wurde, die Verhandlungen weiterzuführen und auch Stadtverordnete daran teilnehmen zu lassen. Oelstrom hatte bereits im Vorfeld gegenüber den PNN einen möglichen Kauf angekündigt, falls der Antrag scheitern sollte. Die „Märkische Allgemeine Zeitung" hatte als erstes über die Kaufambitionen der Privatinitiative berichtet.

Finanzierungsplan noch offen

Wie das Vorhaben konkret finanziert werden soll, bleibt derweil offen, Oelstrom war für Nachfragen nicht erreichbar. Der aus der Film- und Fernsehproduktion kommende Berliner hatte das Scala 2015 als Betreiber übernommen und das Kino mit zahlreichen Veranstaltungen wiederbelebt. So fanden Konzerte und Aktionen wie das von der Stadt geförderte Musikfestival „Werder klingt“ statt. Auch einen Förderverein für das Scala hatte Oelstrom gegründet. In Eigeninitiative hatte er mit Unterstützern immer wieder Ausbesserungen an dem maroden Gebäude vorgenommen und etwa das kaputte Dach geflickt. Bereits im vergangenen Jahr hatte er seine Idee öffentlich gemacht, das Kino kaufen zu wollen. 

Im Frühjahr diesen Jahres hatten die Stadtverordneten einem Antrag der CDU zugestimmt, dass die Stadt mit dem Besitzer über den Kauf des Scala verhandeln soll. Doch der Besitzer soll einen mittleren sechsstelligen Betrag gefordert haben. "Wir haben ihm mitgeteilt, dass dieser Preis keine Verhandlungsbasis ist, und seither keine Reaktionen erhalten", sagte Werders 1. Beigeordneter Christian Große (CDU) bei der Stadtverordnetensitzung am vergangenen Donnerstag. Die Stadt habe die Verhandlungen also keineswegs eingestellt, betonte Große.

Scala wieder beim Kurzfilmtag dabei

„Ohne Menschen wie Gösta Oelstrom würde es die kleinen Kinos außerhalb der Metropolen gar nicht mehr geben“, sagte Jana Cernik, Geschäftsführerin bei der AG Kurzfilm, am vergangenen Donnerstag bei der Pressekonferenz zum Kurzfilmtag im Scala, der am Samstag, den 21. Dezember – dem kürzesten Tag des Jahres – stattfindet. Der Aktionstag, der von der AG Kurzfilm koordiniert und von zahlreichen Akteuren und Initiativen unterstützt wird, richtet sich gezielt nicht nur an die großen Lichtspielhäuser, sondern auch an die kleineren Kinos auf dem Land. 

„Für uns sind die kleinen Kinos extrem wichtig. Kino und die Filmkultur bieten die Möglichkeit sich mit Themen und Geschichten auseinanderzusetzen“, sagte Cernik. Das Scala ist in diesem Jahr zum dritten Mal beim Kurzfilmtag dabei, die Veranstaltung wird seit acht Jahren organisiert. Dieses Mal steht der Tag unter dem Motto „Was wäre wenn....“. Brandenburgweit finden 33 Veranstaltungen zum Kurzfilmtag statt, deutschlandweit sind es über 330. 

Das Scala zeigt drei Kurzfilme aus der Region

Das Scala ist der einzige Spielort in Potsdam-Mittelmark
Kinos und auch private Teilnehmer, die bei sich zu Hause oder anderswo Kurzfilme zeigen wollen, können sich selbstständig über die Webseite des Aktionstages anmelden und ein eigenes Programm zusammenstellen. Auch spezielle Veranstaltungen für bestimmte Zielgruppen wie für Kitas oder Senioren, ausgesuchte Programme von und für Jugendliche oder für Menschen mit Lernschwierigkeiten werden gezeigt. 

Das Scala präsentiert insgesamt drei Filme von Menschen aus der Region, sagte Oelstrom. Etwa extra für den Kurzfilmtag zusammengeschnittene Aufnahmen aus einem Planetarium. Auch der Kurzfilm „Peter und ein Laubfrosch mit 12 PS“ des DDR-Regisseurs Gerhard Jentsch wird gezeigt. Frank Queller, der damals Paul spielte, wohne in der Region und wird zur Aufführung am Kurzfilmtag dabei sein, sagte Oelstrom. Los geht es um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.