Potsdam-Mittelmark : Neue Planung für altes Radwegprojekt Ausbau der Strecke Zauchwitz – Stücken

Michendorf - Die Nachricht sorgte für Überraschung im Michendorfer Rathaus: Der Radweg zwischen Zauchwitz und Stücken, so kündigte ein Ingenieuerbüro an, werde ab März 2015 gebaut. Ein Erfolg für Michendorf und Beelitz um den umkämpften Lückenschluss zwischen beiden Gemeinden.

Doch kurze Zeit später kam der Dämpfer vom Landesstraßenbetrieb, der für den Ausbau des Radweges zuständig ist. „Wir bereiten derzeit nur die Planung erneut vor“, so Frank Schmidt, Planungsleiter beim Landesstraßenbetrieb. Man wolle alles fertig in der Schublade liegen haben, wenn die Mittel des Landes zur Verfügung stehen sollten. Ob der Ausbau bereits im kommenden Jahr erfolgen könnte und ob der Radweg, wie von Michendorf gefordert, bis nach Fresdorf verlängert werde, sei bisher aber offen. Erst wenn die neue Landesregierung den neuen Haushalt verabschiede, gebe es Klarheit.

Seit Jahren fehlt für den geplanten Lückenschluss entlang der Landesstraße zwischen Fresdorf und Zauchwitz das Geld. Im Radwegeprogramm des Landes war ursprünglich vorgesehen, den von Michendorf bis Fresdorf bereits vorhandenen Radweg nach Zauchwitz fortzuführen. Die Strecke wird von Besuchern des Naturparks Nuthe-Nieplitz genutzt. Der Baubeginn war für Sommer 2012 geplant, dafür notwendige Grundstückskäufe sind vorbereitet worden. Doch im August letzten Jahres wurde die Planung wieder auf Eis gelegt und auf unbestimmte Zeit verschoben.

Kritik an dem Planungsstopp kam von den Rathauschefs aus Michendorf und Beelitz: Die Straße sei an vielen Stellen sehr eng und unübersichtlich, sagte der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth (Bürgerbündnis Beelitz). Auch sei der Radweg für die Schulwegsicherung sehr wichtig: Viele Kinder aus Stücken würden laut Reinhard Mirbach (CDU) mit dem Fahrrad zur Grundschule Wildenbruch, zur Oberschule Wilhelmshorst oder zum Gymnasium Michendorf fahren. Es sei unzumutbar, dass sie weiterhin den gefährlichen Weg auf der Straße nutzen müssen.

Mit der neuen Legislatur gibt es jetzt wieder Hoffnung: „Das Projekt steht nach wie vor auf der Prioriätenliste des Landes weit oben.“ Wie viel der Radwegeausbau koste, konnte Planer Schmidt noch nicht sagen. Jedoch hat der Stopp vor einem Jahr einen Großteil der bisherigen Arbeit obsolet gemacht: „Wir müssen wieder von vorne anfangen.“ Die alten Entwürfe würden lediglich zur Orientierung dienen, so Schmidt. es