Nach Waldbrand bei Fichtenwalde : Stauhilfe wegen 100 Euro abgelehnt?

Der Landkreis soll beim Großbrand Hilfe der Motorradstaffel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) abgelehnt haben – wegen Kosten von 100 Euro. Die Motorradstaffel versorgt im Stau stehende Autofahrer mit Wasser und Müsliriegeln.

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Fichtenwalde - Es war ein großer Aufreger im Internet: Der Landkreis soll beim Großbrand nahe der A 9 in Fichtenwalde, bei dem Autos am 26. Juli stundenlang auf mehreren Autobahnen im Stau standen, Hilfe der Motorradstaffel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) abgelehnt haben – wegen Kosten von 100 Euro. Die Motorradstaffel versorgt in solchen Fällen im Stau stehende Autofahrer mit Wasser und Müsliriegeln. Sie konnte noch starten, allerdings nur, da die Kosten von privaten Spendern übernommen wurden. Berichtet hatte unter anderem die „Mitteldeutsche Zeitung“ mit dem Verweis darauf, die Kreisverwaltung nicht erreicht zu haben. Ein Sprecher des DRK habe der Zeitung den Sachverhalt aber so bestätigt.

In einer Stellungnahme erklärte die zuständige Fachbereichsleiterin des Kreises, Debra Reußner, auf PNN-Nachfrage am Montag jedoch, dass in der Einsatzleitstelle gar kein Angebot des DRK vorgelegen hat. Erst durch die vielen Anfeindungen im Netz habe die Verwaltung davon erfahren. Gegen 19 Uhr habe die Polizei Reußner zufolge eine Anfrage zur Versorgung der im Stau stehenden Menschen gestellt. Da zu diesem Zeitpunkt noch eine Evakuierung von Fichtenwalde im Raum stand, habe dafür aber nicht genügend Personal zur Verfügung gestanden. Nach Reußners Kenntnis haben ein ärztlicher und ein organisatorischer Leiter aus der Einsatzstelle später mit dem Arbeiter Samariter Bund nötige Einsätze zur Stauhilfe abgesprochen. „Es ging zu diesem Zeitpunkt nicht um die Bezahlung, sondern um die Manpower und Verfügbarkeit der Fahrzeuge“, so Reußner. Sie habe selbst einem Kontaktmitarbeiter der Polizei vorgeschlagen, einen Getränkehändler in den Stau zu lotsen.

Der DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald konnte zu diesem Sachverhalt am Montag keine Auskunft geben. Die zuständige Mitarbeiterin sei im Urlaub, hieß es aus der Zentrale in Ludwigsfelde. Bestätigt wurde nur, dass die Motorradstaffel im Stau im Einsatz war. Die stellvertretende Kreisvorsitzende der Piratenpartei, Jeannette Paech, hat inzwischen umfassende Aufklärung und eine Erklärung des Landrates zu dem Fall gefordert.