Konzept fraglich : Schwierige Suche nach Räumen für Musikschule

Helge Niederle sucht seit Jahren erfolglos bezahlbare Räume für seine Teltower Musikschule. Politiker versuchten bereits mehrmals, ihm zu helfen, doch es gab Kommunikationsprobleme.

„The! Music School“ musste hier raus.
„The! Music School“ musste hier raus.Foto: Andreas Klaer

Teltow - Die private Teltower Musikschule „The! Music School“, die Ende des Monats ihren bisherigen Standort auf dem Techno Terrain Teltow räumen muss, ist nach wie vor auf der Suche nach einem neuen Standort in der Region. Nachdem das Areal für 4,5 Milliarden Euro an einen anonymen Bieter verkauft wurde, hatte Schulleiter Helge Niederle zu Ende Juni wie berichtet die Mietkündigung erhalten. Auf der Suche nach neuen, für ihn bezahlbaren Räumen ist er schon seit mehreren Jahren, da das bisherige Gebäude seit Längerem marode ist.

Bei Parteigenossen angefragt

Hilfe erhoffte sich Niederle, der selbst SPD-Mitglied ist, von seinen Parteigenossen. Nach eigener Aussage hätten die jedoch nicht auf seine Bitten um Hilfe reagiert. Die Bundestagsabgeordnete Manja Schüle und der Teltower Landtagskandidat Sebastian Rüter (beide SPD) widersprechen dieser Darstellung nun entschieden. Niederle hatte behauptet, die beiden hätten sich auf E-Mails und Messenger-Nachrichten seinerseits nicht gemeldet. „Im Gegenteil: Es war eine meiner ersten Amtshandlungen, Herrn Niederle in seiner Musikschule zu besuchen“, sagt Manja Schüle. Im Januar 2018 habe sie sich vor Ort ein Bild vom Zustand der Räume gemacht und dem Musikschulleiter bei dieser Gelegenheit vorgeschlagen, sich mit anderen Kulturschaffenden der Region zu einem soziokulturellen Zentrum zusammenschließen – auch um Mietkosten zu sparen. Hilfestellung sollte ihm etwa der Gründer des Potsdamer Jugendzentrums Freiland, Dirk Harder geben, dessen Kontaktdaten Schüle dem Musikschulleiter gegeben habe.

Manja Schüle (SPD)
Manja Schüle (SPD)Foto: Promo

Harder sagt auf PNN-Anfrage selbst, dass Manja Schüle ihm ankündigte, dass sich der Musikschulleiter bei ihm Rat holen werde. „Das wäre kein Problem gewesen, ich habe ja viel Erfahrung, was Beantragung von Fördermitteln, Rentabilitätsberechnung und solche Dinge angeht“, so Harder. Niederle habe sich allerdings nie bei ihm gemeldet. Harder hat neben dem Freiland auch den Stadtjugendring mitgegründet und die Jugendherberge in Potsdam mit aufgebaut. Niederle sagt, er habe die Kontaktdaten Harders nicht erhalten und selbst auch keine Zeit gehabt, sie zu recherchieren.

Sebastian Rüter besuchte die Musikschule zwei Monate nach Manja Schüle, im März 2018. Wie schon seine Parteikollegin habe er den Schulleiter um ein erstes Konzept für ein soziokulturelles Zentrum mit mehreren Trägern gebeten, um ihn dann bei der Umsetzung zu unterstützen. Niederle schickte den beiden Politikern jedoch nur ein altes Konzept, das er für die Gemeinde Kleinmachnow entworfen hatte, das dort aber schon Jahre zuvor abgelehnt worden war. Seiner Ankündigung, bald ein aktualisiertes Konzept zu schicken, habe er trotz mehrmaligen Nachhakens bis heute keine Taten folgen lassen, erklären Rüter und Schüle.

Unterstützung gefunden

Eine neue Unterstützerin hat der Musikschulleiter nun hingegen in der Teltower Stadtverordneten Iris Bonowsky (Linke) gefunden. „Mein Sohn hat früher selbst bei Helge Musikunterricht gehabt“, sagt Bonowsky. Die Abgeordnete sagt, sie wolle nun in einem Gespräch mit dem Teltower Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) herausfinden, ob es in der Stadt noch geeignete Räume für die Umsiedlung der Musikschule gibt. Schmidt hatte dem Schulleiter schon einmal vor einigen Jahren geholfen, einen neuen Standort für seine Musikschule zu finden.

Niederle weiß derweil nach wie vor nicht, wie es ab August für seine Musikschule weitergehen soll. Es gebe wahrscheinlich nur die Möglichkeit, die Instrumente vorerst in einem Lagerraum unterzustellen, so der Schulleiter. Der Musikunterricht müsse dann zunächst pausieren.