Kommentar über den Teltower Hafen : Es ist noch nicht zu spät, umzusteuern

Ist ein neuer Hafen für Teltow angesichts der zahlreichen Probleme noch das Richtige? Noch könnten Alternativen gesucht werden, wie zum Beispiel ein Sportbad, meint PNN-Autor Enrico Bellin.

Hier soll der neue Hafen in Teltow entstehen.
Hier soll der neue Hafen in Teltow entstehen.Foto: S. Gabsch

Potsdam - Es wird wohl wieder länger dauern. Das Grundwasser rückt der Teltower Hafenbaustelle zu nahe und muss technisch aufwendig abgepumpt werden. Wann die eigentlichen Arbeiten weitergehen können, steht frühestens Mitte des Monats fest. Dabei ist der Hafenbau am Teltowkanal schon jetzt im Zeitverzug. Stutzig macht auch, dass die Stadtverwaltung nicht sagen will, ob und wie viele Interessenten es für den Bau des Restaurants an der Marina gibt – ein Fakt, der nicht gerade für eine Bewerbervielfalt spricht. Zwar war die Grundsatzentscheidung der Stadt, die derzeit wenig belebte Altstadt mit einem neuen Anziehungspunkt auszustatten, richtig. Doch ob ein Hafen am Teltowkanal, der mit seinen betonierten Ufern wahrlich nicht zu den schönsten Wasserstraßen der Region zählt, dafür das Richtige ist, scheint mehr als fraglich – auch angesichts der auf 14 Millionen Euro gestiegenen Kosten und der Tatsache, dass direkt gegenüber auf Berliner Gebiet ebenfalls ein Hafen entstehen soll.

Noch ist es nicht zu spät, umzusteuern. Ein Großteil des schon ausgegebenen Geldes ging in die Bodensanierung, die auf dem früheren Industriegelände wohl für sämtliche Neubauten nötig gewesen wäre. Jetzt sollte man nach attraktiven Alternativen suchen, die auch Besucher anlocken: So steht seit Jahren ein Sportbad ganz oben auf der Wunschliste beim Bürgerhaushalt. In einer Region mit 60 000 Einwohnern durchaus berechtigt.

 

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