Kinderklinik in Beelitz-Heilstätten : Linke kritisiert Schließung

Ende August soll die Kinderklinik in Beelitz-Heilstätten schließen. Der Grund: Die Einrichtung schreibe rote Zahlen. Kathrin Dannenberg kritisiert die Entscheidung des Betreibers.

Rehabilitation für Kinder und Jugendliche in Beelitz-Heilstätten. Auch Klettern steht auf dem Plan.
Rehabilitation für Kinder und Jugendliche in Beelitz-Heilstätten. Auch Klettern steht auf dem Plan.Foto: Thilo Rückeis/TSP

Beelitz - Mit scharfen Worten kritisieren die Brandenburger Linken die Schließung der Kinder- und Jugendklinik in Beelitz-Heilstätten. Landtagskandidatin Kathrin Dannenberg wurde von Ärzten, Pflegepersonal, Lehrern und Erziehern der Klinik, die Kinder mit Adipositas und psychischen Störungen behandelt, kontaktiert. Nach Schilderung des Sachverhaltes durch die Mitarbeiter kritisiert Dannenberg die Median-Kliniken als Betreiber der Einrichtung.

Die Mitarbeiten erfuhren kurzfristig davon

Wie berichtet soll die Klinik kurzfristig zu Ende August schließen. Die rund 65 Mitarbeiter haben erst vor wenigen Wochen davon erfahren – obwohl es bereits seit rund einem Jahr Verhandlungen mit dem Vermieter zur Miethöhe gegeben haben soll. Laut einer Unternehmenssprecherin der Median-Kliniken, die mit 120 Einrichtungen größter privater Reha-Betreiber Deutschlands ist, sei der monatliche Mietzins überteuert und würde weit über dem ortsüblichen Mietspiegel liegen.

Dannenberg von den Linken fordert: „Die Gesundheitsversorgung gehört grundsätzlich in öffentliche Verantwortung.“ Das Beispiel Beelitz-Heilstätten zeige deutlich, wohin es führe, wenn Versorgungsstrukturen sich an der Profitlogik statt an den Bedürfnissen der Menschen orientieren müssten, so Kathrin Dannenberg in einer Pressemitteilung am Dienstag.

Sie fordert die Politik auf, kurzfristig Lösungen zu finden, um die im weiten Umfeld einzigartige psychotherapeutischen Kinder- und Jugendklinik zu erhalten. Zudem sei es dringend erforderlich, die laut Dannenberg deutschlandweit stark steigende Zahl von Übernahmen durch Finanzinvestoren im Gesundheitswesen zu unterbinden.

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Richtigstellung:

In einer früheren Fassung des Artikels haben wir Frau Danneberg (Linken) wie folgt zitiert:

„Nach Schilderung des Sachverhaltes durch die Mitarbeiter wirft Dannenberg den Median-Kliniken als Betreiber der Einrichtung Profitgier vor. „Wegen riskanter Immobilien-Spekulationen steht die Kinder- und Jugendklinik Beelitz-Heilstätten offenbar vor der Schließung.“ (…) Demnach soll die Median-Kliniken GmbH im Dezember 2014 durch den niederländische Private Equity-Fonds Waterland gekauft worden sein. Kurz danach verkaufte der Hedge Fonds das Unternehmen an den US-amerikanischen Klinik-Immobilien-Trust „Medical Properties Trust Inc“ (MPT). So kam es, dass die Median-Kliniken ihre eigenen Immobilien von der MPT teuer zurückmieten müssen. Ein sogenannter Rückmietverkauf diene nur den Investoreninteressen und sei für den Umgang mit wichtiger Infrastruktur völlig ungeeignet, betont Dannenberg von den Linken.“

Hierzu stellen wir fest: Den behaupteten Rückmietverkauf und somit auch Immobilien-Spekulationen hat es nicht gegeben, da das Klinikgrundstück selber der Betreibergesellschaft der Median-Kliniken niemals gehörte. Es gehört einem anderen Unternehmen und war von der Betreibergesellschaft immer nur angemietet, weswegen es auch von dieser weder verkauft noch rückvermietet werden konnte. Wir haben den Artikel geändert. Die Redaktion