Hier badet Potsdam : Viel Platz im Freibad Kiebitzberge

Rund 3000 Besucher zieht es täglich im Sommer ins Freibad Kiebitzberge. Die Betreiber versprechen "samtenes Wasser".

Foto: Andreas Klaer

Kleinmachnow - Im Gleichtakt tauchen die kraulenden Arme der Wasserballer des OSC Potsdam spritzend aus dem Wasser auf und sogleich wieder ins Becken ein. Auf der Bahn direkt daneben üben gerade die kleinen Nichtschwimmer, bäuchlings paddelnd auf der Pool-Nudel aus Schaumstoff. Wenige Meter entfernt springen ältere Jungs mit angezogenen Knien vom Drei-Meter-Brett.

Bereits morgens herrscht Gewusel im Freibad Kiebitzberge in Kleinmachnow. Sportler, Schwimmer, Kinder, Rentner – rund 2000 bis 3000 Gäste zieht es an den heißen Tagen täglich in das Freibad. Zum Trainieren, für angebotene Schwimmkurse oder einfach zum Planschen, Abkühlen und Entspannen. Das Familienbad wird seit 2013 durch eine gemeinsame Gesellschaft der drei Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf betrieben.

Hinkommen

Mit dem Auto kommt man von Potsdam aus in rund 25 Minuten zum Freibad, das südöstlich an der Grenze zu Teltow liegt. Parkplätze sind genügend vorhanden. Mit dem Rad hingegen ist es eine ganz schöne Strecke: Über Potsdams Wohngebiet Am Stern fährt man durch Stahnsdorf in Richtung Stahnsdorfer Hof und dann den Zehlendorfer Damm entlang bis zur Fontanestraße, in der sich das Freibad befindet. Dafür fährt unter der Woche alle 20 Minuten der Bus 620 bis zur Haltestelle Freibad Kiebitzberge, am Wochenende zumindest alle 30 Minuten. Von dort sind es nur etwa drei Minuten zu Fuß. Aus Potsdam kommend können Besucher den X1-Bus in Richtung S-Bahnhof Teltow bis zur Waldschänke nehmen und dort in den 620er umsteigen.

Ankommen

Werktags ist das Freibad noch bis zum Saisonende am 15. September bereits ab 7 Uhr morgens geöffnet. Schluss ist um 19 Uhr. Sonntags und feiertags ist von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte kostet für Erwachsene 5,50 Euro, ermäßigt – etwa für Rentner, Schüler, Studenten oder Azubis – 3,50 Euro. Genauso viel zahlen Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 17 Jahren. Auch Familientickets sind erhältlich: So zahlen etwa zwei Erwachsene mit einem Kind 10 Euro. Wer in den frühen Morgenstunden oder am Abend Schwimmen möchte, kann werktags für jeweils 3 Euro von 7 bis 9 Uhr den Frühschwimmertarif und von 17 bis 19 Uhr den Happy-Hour-Tarif nutzen.

Abkühlen

Kiebitzberge hat drei Schwimmbecken zu bieten. Im 50 mal 20 Meter großen Sportbecken können die Besucher auf acht Bahnen schwimmen. Auch Startblöcke sowie ein Ein-Meter- und Drei-Meter-Brett sind vorhanden. Das Nichtschwimmerbecken ist zwischen fünf Zentimeter und 1,20 Meter tief. Für Spaß beim Planschen und Abtauchen sorgen ein Bodensprudel, ein Breitsprüher am Beckenrand und eine Nackendusche. Mit der Rutsche landet man schnell wieder im kühlen Nass.

Eine Rutsche für den Spaßfaktor.
Eine Rutsche für den Spaßfaktor.Foto: Andreas Klaer

Für die ganz kleinen Kinder ist noch ein Babybecken da. Seit der Sanierung, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, sind alle Becken barrierefrei zu erreichen. Außerdem erleichtern sanft abfallende Stufen und Ausläufe an den Beckenköpfen den Zugang ins Wasser. Wer sich vom Schwimmen eine Pause gönnen möchte, kann auf dem rund 40.000 Quadratmeter großen Areal auf den großen Wiesen Sonne tanken. Zahlreiche Bäume und Büsche spenden dort Schatten. Doch Achtung: Nicht auf allen Wiesen darf das Handtuch ausgebreitet werden. Gäste sollten auf die Schilder achten. Wer es sportlich mag, kann sich auf dem sandigen Volleyballfeld, am Basketballkorb oder an der Tischtennisplatte austoben. Auch ein Spielplatz mit Schaukel, Klettergerüst und Wippen ist vorhanden. Wer lieber richtig schwitzen möchte, kann mittwochs, donnerstags und freitags von 14 bis 21 Uhr den Saunabereich des Bades nutzen. Pluspunkt: Das Bad inklusive der Umkleidekabinen und Sanitäranlagen ist sehr sauber.

Genießen

Das Böhmische Gasthaus Havel ist zusammen mit dem Bad in den 70er-Jahren eröffnet worden. Seit 21 Jahren betreibt es Thomas Barnewski gemeinsam mit seiner Frau Silke. Auf der Sommerterrasse zum Freibad hin verkaufen sie von Wiener über Bouletten, Currywurst und Pommes alles, was das Herz der Freibadschwimmer begehrt. Alles für 2,50 Euro pro Portion. Auch selbstgemachte Schokoladencookies oder Kartoffelsalat gehören zum Angebot, ebenso wie Eis am Stiel. Der Renner seien aber die Pommes, so Thomas Barnewski. Die sind frisch und nicht aus der Tiefkühltruhe.

Und das Beste daran

Trotz der vielen Gäste, an richtigen heißen Tagen sind es auch mal 5000, gibt es viel Platz im Freibad. Und nach dem Austausch der alten Beckenkacheln verspricht der Freibadchef den Gästen ein Badeerlebnis der besonderen Art: in Wasser, „das sich samten anfühlt“.

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Die anderen Teile der PNN-Badeserie:

Der Heilige See

Der Groß Glienicker See

Das Waldbad Templin

Der Glindower See