Güterfelder Haussee : Gemeindeverwaltung will Badestelle zurückbauen

Weil sich keine Badeaufsicht findet, will Stahnsdorf jetzt Konsequenzen ziehen. Doch Ortsbeirat und Gremien ziehen bislang nicht mit. Sie verlangen Erklärungen.

Die Gemeinde hofft, dass durch den Rückbau der Badestelle schon bald wieder im Güterfelder Haussee geschwommen werden darf.  ACHTUNG: Foto ist ausschließlich für redaktionelle Berichterstattung der PNN und des TGSP! Eine kommerzielle Nutzung, z.B. Werbung, ist ausgeschlossen. Die Weitergabe an nicht autorisierte Dritte, insbesondere eine weitergehende Vermarktung über Bilddatenbanken, ist unzulässig.
Die Gemeinde hofft, dass durch den Rückbau der Badestelle schon bald wieder im Güterfelder Haussee geschwommen werden darf. ...Foto: Ottmar Winter PNN

Stahnsdorf – Die Badestelle am Güterfelder Haussee soll zurück gebaut werden. Das geht aus einer Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung hervor, die aktuell in den Beiräten und Ausschüssen zur Beratung vorliegt. Der Ortsbeirat Güterfelde und die Mitglieder des Bauausschusses verlangen jedoch, vor einer endgültigen Entscheidung, eine umfangreiche juristische Begründung für den Rückbau seitens der Verwaltung. Die „Märkische Allgemeine Zeitung“ hatte zunächst berichtet.

Badestelle blieb diesen Sommer gesperrt 

Die Badestelle am Güterfelder Haussee musste in diesem Jahr wegen eines Gerichtsurteils in Hessen für das Baden gesperrt werden (PNN berichteten). Kommunen müssen nach dem Urteil eine Badeaufsicht stellen, wenn sie an einer Badestelle eine gewisse Infrastruktur geschaffen haben. Trotz großer Bemühungen seitens der Gemeinde, blieb die Suche nach einer Badeaufsicht erfolglos. Die Badestelle blieb gesperrt.

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In der vergangenen Gremienrunde wurden wie berichtet noch zwei mögliche Lösungen für die Badestelle diskutiert: Neben dem Rückbau, stand auch der Ausbau im Raum. Doch für keine der beiden Varianten konnte eine Mehrheit gewonnen werden, so dass das Thema wieder in die Ausschüsse verwiesen wurde. Die Verwaltung hatte bereits vor der jetzigen Beschlussvorlage den Rückbau favorisiert. Zum einen wegen der anfallenden Kosten für die Gemeinde. Denn der Rückbau ist mit einmalig rund 75 000 Euro deutlich günstiger als ein Ausbau. Zum anderen hofft die Gemeinde auf eine möglichst schnelle Lösung, damit die Stahnsdorfer schon in der kommenden Badesaison wieder im Güterfelder Haussee schwimmen können.

Gemeinde muss nicht alle Anlagen an der Badestelle entfernen

Entscheidend für die jetzige Vorlage war jedoch vor allem eine erneute Begehung der Badestelle unter Hinzuziehung der Rechtsberatung der Gemeinde Stahnsdorf gewesen, wie Gemeindesprecher Stephan Reitzig mitteilte. Demnach muss die Gemeinde bei einem Rückbau nicht alle baulichen Anlagen beseitigen. Nur der Imbisscontainer und die beiden Steganlagen müssten entfernt und die Sandfläche eine Liegewiese werden. 

Die Toiletten, Fahrradständer, der Parkplatz, Sitzgelegenheiten und die Zuwegung zur Badestelle könnten bestehen bleiben. Unter diesen Bedingungen sei die technische Umsetzung zur Badesaison 2021 möglich, teilte Reitzig mit.

Gremien fordern umfangreiche juristische Begründung für Rückbau

Der Ortsbeirat Güterfelde stimmte am Montag in seiner Sitzung zwar mit zwei Ja- zu einer Nein- Stimme sowie zwei Enthaltungen für die Beschlussvorlage. Laut Sitzungsprotokoll wurde jedoch eine Protokollerklärung mit Vorbehalten eingereicht. Der Ortsbeirat verlangt, dass die Verwaltung eine umfangreiche juristische Begründung für den Rückbau vorlegt. Denn vor allem die Entfernung der Steganlagen wird kritisch gesehen. So gab der Ortsbeirat in seiner Erklärung unter anderem zu bedenken, dass die Stege ein wichtiger Bestandteil zum Erhalt des Sees sind, da sie verhindern, dass das Schilf sich weiter wild ausbreitet. 

Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten in ihrer Sitzung am Dienstag mehrheitlich gegen die Beschlussvorlage und folgten der Forderung des Ortsbeirates nach einer juristischen Begründung. Die Verwaltung will nun die Begründung bis zur Sitzung des Hauptausschusses am 26. November vorlegen. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft der Badestelle wird dann voraussichtlich am 10. Dezember in der Gemeindevertreterversammlung fallen.

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