"Feuer und Flamme" in Mittelmark : Museen im Landkreis öffnen zum Aktionstag

Am 24. Oktober öffnen zum Aktionstag "Feuer und Flammen für unsere Museen" Einrichtungen in Mittelmark - vorbehaltlich der Corona-Lage. Auch die Tage der Offenen Ateliers sollen stattfinden. 

Im Ziegeleimuseum Glindow erfahren die Besucher, wie die Ziegel hergestellt werden (Archivbild von 2018).
Im Ziegeleimuseum Glindow erfahren die Besucher, wie die Ziegel hergestellt werden (Archivbild von 2018).Foto: Andreas Klaer

Wie lebte der Große Kurfürst? Womit werden Ziegel hergestellt? Und wie entsteht eigentlich ein Museum? Am Samstag, dem 24. Oktober, können zum 16. Mal beim Aktionstag „Feuer und Flammen für unsere Museen“ kostenlos mehr als 50 Einrichtungen in Potsdam-Mittelmark, Brandenburg an der Havel, Havelland, Oberhavel und Teltow-Fläming besucht werden. Vor dem Hintergrund der aktuell dynamischen Corona-Infektionslage bestätigte das Landratsamt Mittelmark am Donnerstag noch, dass die Veranstaltung durchgeführt wird. "Bis zum jetzigen Zeitpunkt soll ,Feuer und Flamme' stattfinden", so die Pressesprecherin des Landratsamtes, Andrea Metzler. Allerdings findet die Eröffnungsveranstaltung auf der Burg Ziesar am Samstag, 13 Uhr, ohne Publikum statt. Alle Teilnehmer und Einrichtungen seien über die Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen unterrichtet, so Metzler. Sollte allerdings die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis bis Samstag über den Schwellenwert 50 steigen, käme es zu einer neuen Verordnung für Veranstaltungen, so die Kreissprecherin.


Neben den verlängerten Öffnungszeiten zu "Feuer und Flamme" am Samstag gibt es viele Angebote, wie spezielle Führungen, Konzerte, Lesungen oder Mitmachaktionen. Die PNN geben einen Überblick zu einigen Höhepunkten.

Ein Museum im Werden und auf den Spuren des Großen Kurfürsten

In der ehemaligen Auferstehungskirche in Kleinmachnow wird den Besucher ein Museum „im Werden“ gezeigt. Wie berichtet soll im Jägerstieg 2 das geplante Kleinmachnow-Museum eingerichtet werden. Die Gäste können herausfinden, wie ein Heimatmuseum der Zukunft aussieht und wie ein Museum überhaupt entsteht. Es gibt Präsentationen und Gespräche mit den Museumskuratorinnen sowie den beteiligten Vereinen. Dazu gibt es Live-Musik. Das Haus ist von 17 bis 20 Uhr geöffnet. Zuvor findet von 10.30 bis 17 Uhr die Tagung „Die Zukunft unserer Geschichten“ statt, mit Vorträgen von Experten und einer Vorstellung des neuen Museumskonzeptes. Für die Tagung ist eine Anmeldung per E-Mail an [email protected] nötig.

Auf den Spuren der Hohenzollern können die Besucher im Schloss Caputh wandeln. 1671 hatte der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm das frühbarocke Lustschloss für seine Gattin Dorothea erworben. Neben den Schlossräumen, kann auch der Sommerspeisesaal des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. besichtigt werden, dessen Wände mit rund 7500 Fayencefliesen aus den Niederlande geschmückt sind. Anlässlich seines 400. Geburtstages steht die Person Friedrich Wilhelm in diesem Jahr unter dem Titel “Machtmensch. Familienmensch. Der Große Kurfürst” im Fokus des Hauses. Das Schloss in der Straße der Einheit 2 ist von 13 bis 20 Uhr geöffnet.

[Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie im Newsletter "Potsdam Heute" montags bis samstags am frühen Morgen direkt aus der Landeshauptstadt per E-Mail in Ihre Mailbox über alles, was in Potsdam und Brandenburg wichtig ist. Starten Sie informiert - und gut unterhalten - in den Tag. Gleich hier kostenlos für unseren Newsletter "Potsdam Heute" anmelden.]

Spannendes zur Ziegelherstellung und ein Besuch in den Gruften

Im Ziegeleimuseum in Glindow wird die Geschichte der Glindower Ziegeleien lebendig. In einer Dauerausstellung im 1890 erbauten Ziegeleiturm wird die Entwicklung des Gewerbes erläutert. Außerdem führen ehrenamtliche Mitglieder durch die Manufaktur und erklären, wie die Ziegel hergestellt werden. Auch der riesige Ringofen mit seinen Brandkammern kann besichtigt werden. Das Töpfern für Kinder wurde coronabedingt abgesagt. Das Ziegeleimuseum in der Alpenstraße 44 in Werder (Havel) ist von 10 Uhr bis zur Dunkelheit geöffnet.

Auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf können am Aktionstag um 13 Uhr bei einer Führung die Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten wie Heinrich Zille oder Friedrich Wilhelm Murnau besucht und die Grabbauten und Gruften besichtigt werden. Die Gebäude, Gruften und das Infohaus des Fördervereins sind von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Um 17 Uhr findet außerdem noch eine Führung mit Friedhofsleiter Olaf Ihlefeldt zu den Mausoleen und durch die norwegische Holzkirche statt. Der Eingang zum Südwestkirchhof befindet sich in der Bahnhofstraße 2 in Stahnsdorf.

Zeitgleich finden Tage der offenen Ateliers statt

Parallel zum Museums-Aktionstag finden am 24. und 25. Oktober die Tage des offenen Ateliers statt, an denen bildende Künstler aus Potsdam und Mittelmark ihre Werkstätten öffnen. Auch diese Zwei-Tages-Veranstaltung steht unter Vorbehalt der Corona-Entwicklung. Die Koordinatorin des Ateliertags in der Landeshauptstadt Potsdam, Bianka Peetz-Mühlstein, sagte gegenüber PNN, man habe mit den teilnehmenden Ateliers die Schutzmaßnahmen abgesprochen, es seien die selben wie in Restaurants. "Je nach Größe der Ateliers sind nur eine bestimmte Anzahl von Besuchern gestattet, der Mund-Nase-Schutz ist obligatorisch und auch Desinfektionsmittel müssen bereitstehen. Ferner gibt es Besuchslisten in den Ateliers. Die geplanten Rad- und Bustouren zu den Tagen der Offenen Ateliers fänden statt, so Peetz-Mühlstein. Die Teilnehmerzahl wurde aber auf 14 pro Tour reduziert. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz allerdings auf über 50 steigen, müsste die Veranstaltung abgesagt so werden, so die Potsdamer Koordinatorin.
Das komplette Programm zum Aktionstag Feuer und Flammen für unsere Museen und zu den Tagen des offenen Ateliers ist auf der Seite von Potsdam-Mittelmark zu finden. Der Eintritt zu allen Häusern ist frei. Die Beelitzer Museen nehmen am mittelmärkischen  Aktionstag indes nicht teil, da die Stadt alle sämtliche größeren Veranstaltungen in diesem Jahr abgesagt hat.

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.