Die Lage am Freitag in Potsdam-Mittelmark : 30 Menschen an Covid-19 gestorben

Werder (Havel) kündigt erneut verstärkte Kontrollen am Wochenende an. Die Michendorfer FDP fordert die kostenlose Verteilung von Schutzmasken.

Schon 17 Menschen aus Werder starben mit einer Corona-Infektion.
Schon 17 Menschen aus Werder starben mit einer Corona-Infektion.Foto: dpa

Potsdam-Mittelmark - Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 steigt im Kreis Potsdam-Mittelmark weiter an, am stärksten betroffen ist nach wie vor Werder (Havel). Von dort wurden am Freitag weitere zwei Todesfälle gemeldet. Ob es sich um Bewohner von Seniorenheimen handelte, konnte ein Kreissprecher auf Anfrage nicht sagen. Die Zahl der Verstorbenen im Kreis liegt damit bei 30 Menschen, davon kommen 17 aus Werder.  

Auch die Zahl der Infizierten ist von Donnerstag auf Freitag um weitere 17 auf 412 gestiegen. Davon müssen 82 Personen stationär betreut, drei von ihnen beatmet werden. In häuslicher Quarantäne sind aktuell 412 Menschen, sechs mehr als am Donnerstag. Aktuell gibt es 2011 (+38) Verdachtsfälle. 


Unterdessen kündigte das Rathaus in Werder an, am Wochenende verstärkt die Einhaltung der neuen Eindämmungsverordnung kontrollieren zu wollen. Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) warnte Ausflügler vor einem Besuch in der Havelstadt: „Es ist nicht die Zeit für einen Altstadtbummel.“ Die Lockerungen und Ladenöffnungen würden bei einigen das Bild, dass man es bald geschafft habe, suggerieren. „Tatsache ist, dass wir uns immer noch am Anfang der Corona-Pandemie befinden“, so Saß. Auch in der neuen Eindämmungsverordnung seien die Bürger angehalten, physische und soziale Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. 

Kreis hat zwei Strafverfahren wegen Verstößen gegen Corona-Regeln einleiten lassen

Für den Fall, dass in großer Zahl Verstöße gegen die geltenden Kontaktverbote und Hygienestandards festgestellt werden, kündigte Saß einschneidende Maßnahmen an.  

Zu sechs Verstößen gegen die Coronaregeln befindet sich der Landkreis indes im Anhörungsverfahren und hat durch die Staatsanwaltschaft bereits zwei Strafverfahren einleiten lassen.  

In Vorbereitung auf die kommende Woche, ab der in Brandenburg die Maskenpflicht gilt, fordert die Michendorfer FDP, dass die Gemeindeverwaltung ihren Bürgern kostenlose Masken zur Verfügung stellen soll. „Es bedarf einer entschlossenen Haltung der Bürgermeisterin im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus“, sagte FDP-Chef Oliver Plattig. Mit einer gut gemeinten Bitte an den „Nähzirkel“ von Michendorf, Masken zu erstellen, sei es nicht getan, so der Vorsitzende. Eva Schmid

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