Coronakrise in Mittelmark : Erster Corona-Toter im Kreis aus Werder (Havel)

Ein Mann aus Werder (Havel) ist der erste Corona-Tote in Mittelmark. Gestorben ist er in einer Potsdamer Klinik. 120 Menschen im Kreis sind mit dem Virus infiziert. 

Pandemie-Opfer. Der erste Corona-infizierte Mittelmärker ist gestorben. 
Pandemie-Opfer. Der erste Corona-infizierte Mittelmärker ist gestorben. Foto: Axel Heimken/dpa

Potsdam-Mittelmark - Die Coronapandemie hat nun auch in der Mittelmark ihr erstes Todesopfer gefordert: Wie Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert am Dienstagabend mitteilte, handelt es sich um einen Mann aus Werder (Havel), der deutlich älter als 80 Jahre gewesen sei. Er ist einer der beiden am Montag in einem Potsdamer Klinikum verstorbenen Personen, die nicht aus Potsdam stammen. Das genaue Alter will das mittelmärkische Gesundheitsamt aus Datenschutzgründen nicht nennen. Ob auch der zweite Verstorbene aus der Mittelmark stammt, konnte am Dienstag noch nicht bestätigt werden. Es gebe dazu noch keine offizielle Meldung an das Gesundheitsamt, so Schwinzert.

Infiziertenzahl steigt um 19 auf 120 Menschen

Unterdessen ist die Zahl der Infizierten im Vergleich zu Montag um weitere 19 auf jetzt 120 gestiegen. Elf Menschen werden stationär in Kliniken außerhalb des Landkreises versorgt, das sind zwei mehr als am Montag. Der Schwerpunkt liegt weiterhin in Kleinmachnow, wo es mit 26 Menschen vier Erkrankte mehr gibt als noch am Montag. In Teltow stieg die Zahl von 17 auf 19, in Stahnsdorf von acht auf zehn, in Werder von zehn auf 13 Erkrankte. Je einen Coronapatienten mehr gab es in Michendorf, Nuthetal, Schwielowsee und Seddiner See.

Die Zahl der Mittelmärker, die als geheilt gelten, liegt wie bereits am Montag bei neun. Konstant bei 156 Personen blieb auch die Zahl der Mittelmärker, die in häuslicher Quarantäne leben. Die Zahl der Verdachtsfälle ist deutlich von 777 auf 802 gestiegen. Bei 128 von ihnen war der Abstrichtest negativ, auf die anderen Ergebnisse wird noch gewartet.

In Teltow soll nun eine weitere Corona-Teststelle im Kreis entstehen.
In Teltow soll nun eine weitere Corona-Teststelle im Kreis entstehen.Foto: Sebastian Rost

Neue Teststelle in Teltow ab 6. April

Derweil laufen in Teltow nun konkrete Vorbereitungen für die Einrichtung eines „Zentrums für Atemwegserkrankungen“, wie der Kreissprecher sagte. Die Teltower Wohnungsgenossenschaft stelle dafür Räume zur Verfügung, am 6. April soll die zentrale Anlaufstelle öffnen. Ein Besuch ohne Überweisung werde nicht möglich sein. Erkrankte sollen von ihren Ärzten eine Überweisung in das Zentrum erhalten, welches sich dann um alle Atemwegserkrankungen kümmern soll. So soll verhindert werden, dass Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, lange gemeinsam mit anderen Menschen in einem Wartezimmer sitzen müssen.

Die Sporthalle des Haeckel-Gymnasiums in Werder ist Corona-Notaufnahme.
Die Sporthalle des Haeckel-Gymnasiums in Werder ist Corona-Notaufnahme.Foto: Andreas Klaer

Eine ähnliche Anlaufstelle gibt es bereits in Werder in der Turnhalle des Gymnasiums. Werderaner Hausärzte haben inzwischen die Erfahrung machen müssen, dass Menschen selbst mit akuten Schmerzen ihre Praxis nicht aufsuchen. Sie würden sich wegen des Virus nicht mehr in die Praxen trauen. „Es ist richtig, wenn die Leute mit einer kleinen Erkältung oder Rezept-Verlängerung einfach beim Hausarzt anrufen“, sagt etwa Oliver Simsch. Er ist einer der 15 Hausärzte, die in der Werderaner Anlaufstelle arbeiten. Bei ernsteren Erkrankungen sollten Patienten aber mit einem Arztbesuch nicht zu lange warten, trotz der derzeitigen Pandemie.

Maskenspenden sind gestiegen

Weiter gestiegen ist die Zahl der Schutzmasken, die Mittelmärker gespendet haben. Allein am Feuerwehrtechnischen Zentrum in den Beelitzer Heilstätten sind Kai-Uwe Schwinzert zufolge rund 300 Masken eingegangen, dazu kommen zahlreiche in Rathäusern abgegebene Masken. Teils sind sie selbst genäht, teils stammen sie aus gewerblichen Beständen. Ihre Verteilung werde derzeit vorbereitet, unter anderem sollen die Masken an ambulante Pflegedienste geliefert werden. Wie berichtet können diese wegen des Mangels an Schutzausrüstung Hilfsbedürftige teilweise kaum noch waschen, da sie ohne Schutz zu nahe am Menschen wären.

Seit Dienstag unterstützt der Landkreis auch die Plattform HelpTo, über die schon in der Flüchtlingskrise Angebote koordiniert wurden. Unter anderem wird dort Kontakt zu Lebensmittelausgabestellen hergestellt.

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