Bürgermeisterwahl in Schwielowsee : „Es ist wie im Traum“

Kerstin Hoppe (CDU) hat mit großem Vorsprung vor Herausforderer Michael Holstein (SPD) die Bürgermeisterwahl in Schwielowsee gewonnen. In ihrer dritten Amtszeit will sie den Bürgern mehr Mitsprache einräumen. 

Kerstin Hoppe sicherte sich mit deutlicher Mehrheit eine weitere Amtszeit als Bürgermeisterin von Schwielowsee.
Kerstin Hoppe sicherte sich mit deutlicher Mehrheit eine weitere Amtszeit als Bürgermeisterin von Schwielowsee.Foto: Andreas Klaer/PNN

Schwielowsee - Die neue ist die alte Bürgermeisterin: Kerstin Hoppe (CDU) ist am Sonntag für weitere acht Jahre im Amt bestätigt worden. Die 53-Jährige, die bereits seit 16 Jahren die Gemeinde Schwielowsee regiert, hat 64,5 Prozent der Stimmen auf sich vereint. Und damit einen deutlichen Vorsprung zu ihrem einzigen Gegenkandidaten Michael Holstein (SPD) erzielt. Der 57-Jährige kam auf 35,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 57 Prozent. 5114 Schwielowseer machten ihr Kreuzchen, davon rund 1200 per Briefwahl, was am Sonntagabend bei der Auszählung zu Verzögerungen führte.

Als das Ergebnis kurz vor halb acht Uhr abends feststand, wirkte Hoppe erleichtert: „Es ist wie im Traum“, kommentierte sie das Ergebnis. Eine dritte Amtszeit sei ihr großer Wunsch gewesen, für den sie hart gekämpft habe. Zuletzt seien es harte Wochen im Wahlkampf gewesen. Hoppe spielt damit auch auf die Doppelbelastung an, als amtierende Bürgermeisterin Wahlkampf zu betreiben.

Hoppe holte in allen Wahlbezirken mehr Stimmen - auch in den kritischen

Besonders stolz ist Hoppe, dass sie in allen neun Wahllokalen (mit Briefwahl) mehr Stimmen als Holstein eingeholt hat. Auch dort, wo sie zuletzt viel kritisiert wurde (Wildpark-West) oder vor acht Jahren bei der Stichwahl ihrem einstigen Kontrahenten, dem heutigen Vorsitzenden des Kommunalparlaments, Roland Büchner (Bürgerbündnis Schwielowsee) noch unterlag. Das war in Ferch und Geltow.

Damals wurde ihr, wie auch jetzt wieder, von ihren Gegenkandidaten zu wenig Transparenz und Bürgernähe vorgeworfen. Hoppe hat offenbar die Lektion gelernt, der Wahlkampf habe ihr gezeigt, dass noch mehr Bürgernähe gewünscht werde.

Hoppe will Bürger mehr einbinden - zum Beispiel mit dem "Maerker Plus"

Die im Amt bestätigte Bürgermeisterin kündigte am Sonntagabend gegenüber den PNN bereits erste Maßnahmen an, wie sie künftig mehr Bewohnern mehr Mitsprache einräumen möchte. So will sie bereits ab Januar kommenden Jahres den „Maerker Plus“ einführen. In dem Portal für Kommunen können Bürger nicht nur Beschwerden äußern, sondern in der „Plus“-Version sollen laut Hoppe auch Online-Umfragen möglich sein.

Sie will das Umfragetool künftig stärker nutzen, unter anderem für den Schulausbau in Caputh, der im Vorfeld zu viel Streit zwischen Eltern und Verwaltung geführt hat. Auch soll mit einer weiteren Bürgerumfrage, organisiert von der Universität Potsdam, im kommenden Jahr die Lebensqualität und -zufriedenheit aller Schwielowseer ermittelt werden.

Holstein räumt ein: anderer Wohnort war ein Manko

Michael Holstein, hier mit seiner Frau Anja, bekam nur 35,5 Prozent der Stimmen
Michael Holstein, hier mit seiner Frau Anja, bekam nur 35,5 Prozent der StimmenFotos: Andreas Klaer

Gegenkandidat Holstein war am Sonntagabend vom Endergebnis „nicht sehr überrascht“. Er sei mit seinen 35,5 Prozent aber dennoch zufrieden, erklärte er. „Dass ich ein bisschen was wachgerüttelt habe, allein dafür was es die Mühe wert“, sagte der 57-Jährige. Holstein lebt mit seiner Familie im Beelitzer Ortsteil Schäpe und ist Mitglied des SPD-Ortsvereins in Schwielowsee. Dass er nicht aus der Gemeinde komme, könnte auch zu seinem eingefahrenen Ergebnis mitbeigetragen haben, räumt er nun ein.

Gegenüber den PNN sprach er von einem „Manko“. Er kündigte an, weiterhin in Schwielowsee aktiv sein zu wollen. Holstein hat ebenso wie Hoppe einen anstrengenden Wahlkampf hinter sich: Um im Ort bekannter zu werden, ging er zum Teil von Tür zu Tür und stellte sich persönlich vor. Am Ende reichte das aber nicht. Im Gegensatz zu seiner Kontrahentin blieb er bei seinen Zielen recht unkonkret.

Hoppe schaltete schnell wieder auf Alltag 

Hoppe hingegen will in den kommenden acht Jahren das vollenden, was sie bereits angestoßen hat: Unter anderem den rund neun Millionen teure Aus- und Neubau der Geltower Schule, die Verteidigung des Titels als staatlich anerkannter Erholungsort. Auch das Platzproblem an der Caputher Grundschule wird sie weiterbeschäftigen. Ebenso will sie – so verspricht sie es in ihrem Wahlprogramm – das Energie- und Klimakonzept der Gemeinde weiter umsetzen.

„Für all das brauche ich die Unterstützung der Gemeindevertreter“, sagte Hoppe am Sonntagabend im Rathaus in ihrer kurzen Rede zum Wahlsieg. Kurz zuvor hatte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) ihr per Telefon gratuliert. Nach dem Umarmen und Händeschütteln schaltete Hoppe schnell wieder auf Alltag. Sie sei am Sonntagmorgen bereits vor der am heutigen Tag geplanten Freigabe die frisch sanierte Templiner Straße mit dem Rad abgefahren, da sei alles in Ordnung. Der heutige Montag im Rathaus wird für Hoppe so sein wie immer.