Potsdam-Mittelmark : Blütenviertel soll ab Frühjahr wachsen

Die Altlastenbeseitigung in Capuths Ortsmitte ist abgeschlossen. Ab März sollen Wohnungen entstehen

Fertige Ortsmitte. Das Blütenviertel soll rund um den Rewe-Markt an der Friedrich- Ebert-Straße (r.) entstehen und bis an den Schmerberger Weg (o.) heranreichen.
Fertige Ortsmitte. Das Blütenviertel soll rund um den Rewe-Markt an der Friedrich- Ebert-Straße (r.) entstehen und bis an den...

Schwielowsee - Ab dem kommenden Frühjahr soll in Caputh mit dem Bau des neuen Wohnquartiers Blütenviertel begonnen werden. Das bestätigte Investor Lothar Hardt den PNN. Rund um den 2014 eröffneten Rewe-Markt sollen knapp 30 Reihenhäuser sowie 70 Wohnungen entstehen, dazu Gewerbeeinheiten und eine Wohnanlage für betreutes Wohnen. Auch der Bau einer neuen Kindertagesstätte wird geprüft. „Wir werden voraussichtlich noch in dieser Woche mit der Bodensanierung fertig“, so Hardt. Anschließend werde der Boden soweit modelliert, dass nach dem Ende der Frostperiode im Frühjahr mit dem Bau der Häuser begonnen werden könne.

Wie berichtet sollte das Bauprojekt eigentlich schon im vergangenen Jahr abgeschlossen werden. Im Boden wurden jedoch Kupferreste gefunden, die von einer Firma stammten, die vor Ort alte Kabel geschreddert hatte. Die Absprachen zur Beseitigung dieser Altlasten dauerten Hardt zufolge lange an, was zu den Verzögerungen geführt habe. Nun gibt er sich aber optimistisch: Die Wohnungen, die ab März oder April gebaut werden sollen, sollen nach 18 Monaten Bauzeit im Herbst 2019 bezogen werden können. „Nach maximal drei Jahren Bauzeit werden wir dann das komplette Areal fertig haben“, so Hardt, der gemeinsam mit Hans Wolfgang Pausch die Firma Caputh Mitte Blütenviertel gegründet hatte. Für die Seniorenwohnungen müsse noch eine Baugenehmigung beantragt werden, zudem brauche man noch einen Partner, der die Anlage später betreibt.

Etwa die Hälfte der 70 Mietwohnungen sollen Zweizimmerwohnungen mit gut 40 Quadratmeter Wohnfläche werden. „Die brauchen wir auch, damit die Mitarbeiter des Pflegeheimes günstig vor Ort leben können“, so Lothar Hardt. Schließlich würden viele potentielle Mitarbeiter nicht aus dem gut erreichbaren Berliner und Potsdamer Raum kommen, sondern aus dem westlichen Landkreis wie dem Fläming, von wo aus das Pendeln nach Caputh deutlich schwieriger würde. Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) zufolge werden die kleinen Wohnungen besonders bei älteren Menschen nachgefragt, die gern ihre großen Grundstücke verkaufen, aber im Ort wohnen bleiben wollen. Auch das betreute Wohnen werde im Ort gebraucht. Neben der Anlage für betreutes Wohnen soll es im Blütenviertel wie berichtet auch ein Heim für stärker pflegebedürftige Menschen geben. Insgesamt sind fünf Wohnblöcke für die Senioren vorgesehen.

In dieser Woche hat es allerdings auch ein Gespräch zwischen Gemeinde und Investor gegeben, um zu klären, ob auf einer noch unbeplanten Fläche direkt neben dem Rewe ein Kindergarten eingerichtet werden kann. Wie berichtet wird in Caputh ein neuer Kindergarten gebraucht. Wo er entstehen soll, ist noch unklar. „Die Investoren wollen sich jetzt erst einmal überlegen, ob die Kita in ihr Konzept passt“, so Hoppe. Die Ortsmitte sei zwar eine gute Lage für eine Kita, die Gemeinde hätte aber auch andere Flächen zur Verfügung.

Lothar Hardt zufolge waren auf der unbeplanten Fläche bisher gesundheitsnahe Dienstleistungen vorgesehen. Genaueres sei aber noch nicht klar gewesen. „Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Kita.“ Man werde nun prüfen, wie viele Kinder dort untergebracht werden könnten und ob sich der Betrieb so lohnt. Sollte die Kita kommen, wird es trotzdem Angebote aus dem Gesundheitssektor geben, so Hardt. So stehe schon fest, dass eine Apotheke in einer der Gewerbeeinheiten innerhalb der Wohnhäuser entsteht, auch eine Physiotherapiepraxis sei angedacht. Für den Einzug einer Bankfiliale seien die Gespräche ebenfalls schon sehr weit fortgeschritten. Zudem gebe es Gespräche mit möglichen Betreibern eines Biomarktes, eines Fahrradladens und eines Restaurants.

Noch unklar sind jedoch die genauen Baukosten für das Projekt. Sie sollen sich Lothar Hardt zufolge zwischen 50 und 55 Millionen Euro bewegen. Auch ist noch offen, wie hoch die Miete in den Wohnungen ausfallen soll. „Wir brauchen für die genaue Berechnung noch die Angebote der Baufirmen, die derzeit noch nicht vorliegen“, erklärte der Investor. Da die Baupreise derzeit hoch und die Auftragsbücher der Unternehmen gut gefüllt sind, rechne er eher mit hohen Kosten. Hardt gehe aber davon aus, dass die Mietwohnungen im Durchschnitt etwa 700 Euro warm kosten werden, die Zweiraumwohnungen entsprechend weniger. Die Wohnungen in den dreistöckigen Wohn- und Geschäftshäusern sollen als Mietwohnungen im Bestand der Firma Caputh Mitte Blütenviertel bleiben, die Reihenhäuser hingegen sollen verkauft werden – vorrangig an Caputher, die die Häuser auch selbst bewohnen wollen.