Baustelle zwischen Rehbrücke und Saarmund : Acht Wochen Vollsperrung wegen Brückenneubau

Die Bahn erneuert eine Brücke bei Saarmund, auch eine Straße wird tiefergelegt. Autofahrer brauchen deshalb acht Wochen lang Geduld.

Noch kommt man auf einer Fahrspur mittels Ampelsteuerung unter der Brücke durch. Ab 18. Juli wird die Straße voll gesperrt.
Noch kommt man auf einer Fahrspur mittels Ampelsteuerung unter der Brücke durch. Ab 18. Juli wird die Straße voll gesperrt.Foto: Andreas Klaer

Saarmund/Rehbrücke - Autofahrer in Nuthetal brauchen ab dem 18. Juli starke Nerven: Die Straße zwischen Saarmund und Rehbrücke, die jetzt schon halbseitig gesperrt ist, wird dann bis zum 13. September voll gesperrt. Anschließend soll es bis Oktober noch Restarbeiten geben. Grund ist der Neubau einer Bahnbrücke über die Straße. Autofahrer müssen die Baustelle über die Autobahn umfahren, Radfahrer einen Umweg über Waldwege fahren. Und für die Buslinie 611 wird derzeit das Ersatzkonzept abgestimmt. 

Busse werden über die Autobahn umgeleitet

Einen gut zwei Kilometer langen Fußweg, wie er ursprünglich diskutiert wurde, müssen Busfahrgäste aber nicht auf sich nehmen. Zunächst hieß es aus dem Nuthetaler Rathaus, dass die Busse von beiden Seiten nur bis an die Baustelle heranfahren sollen, die Strecke dazwischen müsse gelaufen werden. Wie Regiobus-Sprecherin Anette Lang den PNN bestätigte, werden die Busse alle Haltestellen bedienen. Die Fahrtzeit werde sich jedoch durch die Umleitung verlängern, Abfahrtszeiten würden sich geringfügig ändern. Nur in den Abendstunden sollen wenige Fahrten ausfallen. Der endgültige Fahrplan werde derzeit noch abgestimmt und soll Anfang kommender Woche vorliegen, teilte Regiobus auf Anfrage mit.

"Kommunikationsprobleme" mit der Gemeinde

Warum es zunächst hieß, dass Busfahrgäste zwei Kilometer weit laufen müssen, ist unklar. Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) führt die Fehlinformation auf "Kommunikationsprobleme mit der Bahn und Regiobus“ zurück, die inzwischen behoben seien. Für Autofahrer befürchtet Hustig nur größere Auswirkungen, wenn es Unfälle auf der A115 gibt, die als Umleitung dient. „Ansonsten sollte die Umleitung gut funktionieren. Auch jetzt, bei der halbseitigen Sperrung, fließt der Verkehr, wenn nicht gerade wegen eines Unfalls auf der Autobahn alle von dort abfahren und über Saarmund nach Michendorf wollen“, so Hustig. Zwar sei es natürlich ungünstig, dass die Arbeiten an der Bahnbrücke zeitgleich mit dem Ausbau des Berliner Rings zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam stattfinden. Doch sei der Tausch der Bahnbrücke eben lange geplant gewesen, die Bahn habe ihn nicht mehr aufschieben können, so Hustig.
Bei Bekanntwerden der Vollsperrungspläne im Winter hatten auch Feuerwehrmitglieder aus der Gemeinde Bedenken geäußert, dass einige Orte kaum noch zu erreichen wären. Inzwischen hat die Feuerwehr Hustig zufolge aber die Einsatzplanung geklärt, es gebe keinerlei Probleme.

Ältere Schüler haben längere Fahrzeiten

Beim Schülerverkehr müssen nach dem Ende der Sommerferien Schüler ab der siebten Klasse bis zum Ende der Vollsperrung mit etwas längeren Schulwegen rechnen. Während es sowohl in Rehbrücke als auch in Saarmund Grundschulen gibt, kleine Kinder also nicht in den Nachbarort müssen, gibt es in Nuthetal keine weiterführenden Schulen. Die Schüler ab der 7. Klasse müssen nach Michendorf oder Potsdam fahren. In die Landeshauptstadt können sie die umgeleiteten Busse der Linie 611 benutzen. Für die Verbindung nach Michendorf laufen Hustig zufolge derzeit noch letzte Abstimmungen.

Auch Laster sollen unter die Brücke passen

Die Straße muss für die Erneuerung der Bahnbrücke voll gesperrt werden, da die Durchfahrt unter der Brücke bisher nur vier Meter hoch war und die Straße im Zuge der Bauarbeiten sozusagentiefergelegt wird, damit künftig auch Lastwagen mit höheren Aufbauten durchkommen. Im Jahr 2016 rammte wie berichtet ein Lastwagen eine nur wenige Meter entfernt stehenden Brücke, sie musste durch eine Behelfsbrücke ersetzt werden.

Bahn will Shuttle für Mobilitätseingeschränkte

Wie teuer der Brückenneubau wird, wollte die Bahn auf PNN-Anfrage nicht sagen. Sie teilte aber mit, dass es während der Arbeiten auch einen „Shuttleservice für mobilitätseingeschränkte Personen“ von Saarmund aus geben werde. Dieser soll montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr und samstags von 7 bis 14.30 Uhr verfügbar sein, über Postwurfsendungen und Aushänge würden die Saarmunder darüber informiert. Wie der Service genau aussieht, konnten am Donnerstag aber weder die Bahn noch Regiobus oder Ute Hustig den PNN erklären.
Mit der Bahn habe Hustig aber Verbesserungen für Radfahrer bei einem Termin vor Ort ausgehandelt: So sollte die Umleitung erst über einen schlecht befahrbaren Sandweg im Landschaftsschutzgebiet gehen. Jetzt werde ein deutlich besser befahrbarer Waldweg zwischen Saarmund und Rehbrücke als Umleitung ausgeschildert. 

Der Neubau entsteht neben der alten Brücke

Den Brückenneubau können Rad- und Autofahrer derzeit bereits in der Baustelle sehen: Die neue Überführung wird zwischen der zu ersetzenden Bahnbrücke der Strecke Saarmund-Michendorf und der erwähnten Behelfsbrücke der Strecke Saarmund-Pirschheide errichtet. Die neue Brücke wird während der Vollsperrung eingesetzt: Vom 26. Juli bis zum 6. August ist einer Bahnsprecherin zufolge daher der Zugverkehr zwischen Saarmund und Michendorf deshalb nicht möglich. Personenzüge fahren auf der Strecke nicht, sie ist aber eine Hauptzufahrt für den Rangierbahnhof Seddin. Güterzüge werden weiträumig umgeleitet.
Wann den Nuthetalern die nächste ähnliche Vollsperrung der Straße nach Saarmund bevorsteht, ist noch unklar. Die 2016 eingesetzte Behelfsbrücke über die Straße sollte eigentlich nur ein Provisorium sein.