Ausbildungmesse in Teltow : „Lern etwas, bevor du Rockstar wirst“

Der Kabarettist Hans Werner Olm ist Schirmherr der 12. Regionalen Ausbildungsmesse in Teltow. Mehr als 130 Aussteller werden sich dort am 19. Januar präsentieren.

Entertainer Hans Werner Olm ist Schirmherr der Messe.
Entertainer Hans Werner Olm ist Schirmherr der Messe.Fotos: Andreas Klaer/PNN

Teltow - Es habe auch ein wenig Romantik, den Beruf des Konditors auszuüben, erzählt Hans Werner Olm. Wenn im Dezember draußen vor dem Fenster der Schnee rieselte und er in der Bäckerstube die Weckenmänner backte, dass sei schon was gewesen. Der deutschlandweit bekannte Kabarettist, Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher und gelernte Konditor ist in diesem Jahr Schirmherr der 12. Regionalen Ausbildungsmesse Teltow, die am 19. Januar im Oberstufenzentrum Teltow ihre Türen öffnet.

Mit mehr als 130 Ausstellern in rund 220 Ausbildungsberufen und Studiengängen ist die Messe wieder einmal gewachsen, wie Stefanie Herfurth von der Werbe- und Eventagentur Brando am Mittwoch bei der Pressekonferenz berichtet. Von Ausbildungsberufen aus der IT-Branche, dem Garten- und Landschaftsbau, dem Handwerk oder Zoll – das Angebot sei vielseitig. Zudem können sich die Besucher der Messe auch über Auslandsaufenthalte, Schüleraustausch, Freiwilligenprojekte und Au Pair-Möglichkeiten informieren.

"Man hat auch in der Region gute Möglichkeiten"

Die Agentur Brando, die seit 2003 für das Stadtfest in Teltow verantwortlich ist, organisiert die Ausbildungsmesse bereits zum zweiten Mal. „Uns ging es darum zu zeigen, dass man auch in der Region gute Ausbildungsmöglichkeiten hat“, so Herfurth. Teltow und die Umgebung wachsen rasant, wie auch der Fachkräftemangel. Der Trend, so Herfurths Einschätzung, gehe wieder in Richtung Ausbildungsberufe. Es sei daher wichtig, dass der Status der Berufsausbildung nicht geringer geschätzt werde, als ein Studium. „Uns ist auch wichtig, den jungen Leuten zu zeigen, dass sie hier eine Chance haben“, so Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) am Mittwoch.

„Ich kann wirklich nur empfehlen, einen Beruf zu erlernen“, sagt auch Kabarettist Olm. Er selbst wollte früh in die weite Welt hinaus, absolvierte aber zunächst seine Ausbildung zum Konditor, bevor er sich auf den Weg nach Berlin machte, um seinen Traum von der Bühne zu verfolgen. Bereits damals habe er sein Talent für Kreativität unter Beweis stellen können. Seine Spezialität seien Buttercreme- und Obsttorten gewesen. „Ich versuchte Gustav Klimt auf Torten hinzukriegen“, witzelt der 63-Jährige. Und gerade zur Weihnachtszeit sei die Backstube etwas ganz besonderes gewesen. „Dieser Duft, ich kann nur sagen, nehmt diesen Beruf an.“ In der Branche sei der Verdienst leider nicht sehr gut. Er selbst bekam damals im ersten Lehrjahr 120 D-Mark.

Olm sieht eine Ausbildung als Fundament

Dennoch: Für den erfolgreichen Unterhaltungskünstler ist eine abgeschlossene Ausbildung das solide Fundament für den weiteren Lebensweg. „Bevor du Rockstar wirst, lern etwas. Habe eine Basis“. Den jungen Schülern und Ausbildungssuchenden rät er, sich vor allem etwas zu suchen, das einem Spaß macht.

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark sieht es für angehende Azubis gut aus. Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres im vergangenen August kamen auf jeden potentiellen Azubi 2,4 offene Lehrstellen, wie die Potsdamer Agentur für Arbeit damals mitteilte. Im Dezember 2018 waren 161 Jugendliche bei der Agentur auf Ausbildungssuche gemeldet, wie Pressesprecherin Doreen Ließ auf Anfrage erklärte. 

Viele Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte

Schlechter sieht es bei den Unternehmen aus. Viele benötigen dringend qualifizierte Fachkräfte und Azubis. Ebenfalls im Dezember waren laut Agentur für Arbeit 279 Lehrstellen offen geblieben. Besonders die Bankbranche und Verwaltung sind auf der Suche nach Auszubildenden, so Ließ. Da läge jedoch auch an den Bewerbungsfristen in den Berufen, die früh enden würden. In der Zahnmedizin, Altenpflege, Gastronomie und dem Handwerk werde ebenfalls gesucht.

Die Nachfrage schlägt sich auch bei der Ausbildungsmesse in Teltow nieder. Die Ausstellerzahlen würden stetig wachsen, so Henri Danker, Schulleiter des OSZ Technik Teltow. Das läge zum Teil auch daran, dass die Not der Unternehmen größer geworden sei. Die Ausbildungsbetriebe hätten daher auch ihre Ansprüche normalisiert und würden nicht mehr, wie noch vor einigen Jahren, nur Abiturienten nehmen. Ein Problem seien jedoch die Ausbildungsabbrüche. „Der erste Punkt ist die richtige Berufswahl“, so Danker. Die Messe sei genau dafür ideal. Vor Ort könnten sich die jungen Menschen von den verschiedenen Arbeitgebern direkt beraten lassen und ungezwungen ins Gespräch kommen.

Die 12. Ausbildungsmesse Teltow im Oberstufenzentrum Technik, Potsdamer Straße 4, ist am 19. Januar von 10-15 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei. Aufgrund mangelnder Parkplätze bitten die Veranstalter mit dem Öffentlichen Nahverkehr anzureisen. Haltestelle ist die Feuerwehr Teltow, erreichbar mit den Linienbussen 601, 602, 621, 624, 629 und X1.

Mehr Infos unter www.ausbildungsmesse-teltow.de