Aktionswoche in Werder : Gegen rechte Stimmung

Im September soll die „Aktionswoche für ein weltoffenes Werder“ starten.

Pfarrer Georg Thimme
Pfarrer Georg ThimmeFoto: Sarah Kugler

Werder (Havel) - Einen Dialog auf Augenhöhe schaffen, das möchte Georg Thimme, Pfarrer der Werderaner Heilig-Geist-Gemeinde mit einer „Aktionswoche für ein weltoffenes Werder“ erreichen. Das sagte er am Dienstagabend im Gemeindehaus bei einem ersten Netzwerktreffen mit möglichen Akteuren der Aktionswoche. Noch steht zwar kein konkretes Programm für die Aktion im September fest, aber sie soll ein Zeichen gegen menschenverachtende Strömungen setzen. „Es geht mir darum, einen Raum für die Beteiligung an unserer Gesellschaft zu schaffen,“ erklärte er. Das bedeute für ihn auch, Menschen aufzufangen, die sich auf irgendeine Art abgehängt fühlen und ihren Frust etwa in fremdenfeindlichen Handlungen ausdrücken.

15,6 Prozent der Werderaner Wähler wählte bei der Bundestagswahl die AfD. Auch der Verlag des AfD-nahen Compact Magazins sitzt in der Stadt. Wie berichtet kam es wiederholt zu rechtsextremen Vorfällen vor Ort. Anfang 2015 wurden in Werder etwa Flyer der rechtsextremen Splitterpartei „Der III. Weg“ verteilt. Mehrere Parteimitglieder des „III. Wegs“ wohnen in der Havelstadt. Wie Jonas Frykman vom Aktionsbündnis Brandenburg am Dienstag sagte, gebe es derzeit aber keine konkreten rechtsextremistischen Gruppierungen oder Aktionen.

„Gefühle sind immer wahr und wir müssen sie ernst nehmen“

Die „Aktionswoche für ein weltoffenes Werder“ wolle genau dem vorbeugen und ansetzen, bevor es zu konkreten Vorfällen kommt, erklärte Thimme. „Gefühle sind immer wahr und wir müssen sie ernst nehmen“, sagte er. Die AfD nutze sie sonst für ihre Zwecke. Deswegen sei der Dialog mit den Bürgern ganz besonders wichtig.

Bereits im Oktober 2017 organisierten er und Dieter Dörflinger, Geschäftsführer der Freien Waldorfschule, ein Konzert gegen Rassismus. Über 300 Gäste kamen zu der Veranstaltung. Auch während der Aktionswoche soll es wieder ein Konzert geben, das am 8. September stattfinden wird. Außerdem würde Dörflinger gerne eine Toleranz-Hymne komponieren.

Neben Vertretern der Werderaner Waldorfschule waren unter anderem auch Vertreter der „Carl von Ossietzky“-Schule, des Netzwerkes Neue Nachbarn Werder und der Klimawerkstatt Werder am Dienstagabend anwesend. Auch die Stadt Werder unterstützt die Aktionswoche. Stadtsprecher Henry Klix sagte aktive Hilfe bei der Organisation zu. Noch vor den Sommerferien soll ein konkretes Programm für die Woche im September stehen, ein paar Vorschläge wurden bereits am Dienstag intensiv diskutiert. So besteht Interesse an der Filmtour von Mo Asumang. Die afrodeutsche Moderatorin drehte nach Morddrohungen der Neonaziband „White Aryan Rebels“ die Dokumentation „Die Arier“.