Ab dem Frühjahr 2020 : Neue Baustellen, neue Staustellen in Potsdam-Mittelmark

Ab Frühjahr werden in der Mittelmark Landesstraßen saniert – und eine neue Nord-Süd-Trasse fertiggestellt. Ein Überblick.

In der Mittelmark stehen einige Bauarbeiten an. Baustellen bleiben da nicht aus.
In der Mittelmark stehen einige Bauarbeiten an. Baustellen bleiben da nicht aus.Foto: Björn Wylezich/ stock.adobe.com

In den nächsten Tagen beginnen in vielen Kommunen der Mittelmark Baumfällarbeiten, mit denen der Landesstraßenbetrieb den Aus- oder Neubau von Straßen und Radwegen vorbereitet. Die PNN geben einen Überblick darüber, was 2020 auf und mit den Straßen der Mittelmark geplant ist.

Ausbau Glindow-Klaistow

Die Landesstraße 90 zwischen Glindow und Klaistow wird voraussichtlich ab April erneuert. Das bestätigte Frank Schmidt, der Chefplaner des Landesstraßenbetriebes für die Region, den PNN. Parallel zur Straße soll auch ein neuer Radweg entstehen, für den ab Februar Bäume gefällt werden sollen. Nach Fertigstellung dieses Abschnittes wird es erstmals einen durchgehenden Radweg von Werder (Havel) nach Beelitz geben. Eigentlich sollten die Bauarbeiten schon im vergangenen Jahr starten, die Planung hat sich jedoch verzögert.


Für den Ausbau der gut sechs Kilometer langen Straße, der bis etwa Mitte 2021 dauern soll, werden nach Angaben von Frank Schmidt rund 7,5 Millionen Euro investiert. „Da werden wir mehrere Bauabschnitte einrichten, bei denen teilweise Vollsperrungen nötig sind“, so Schmidt. Die genauen Sperrungen und mögliche Umleitungen sollen später noch kommuniziert werden. Auch der Kreisverkehr im Norden von Glindow soll in dem Zusammenhang saniert werden.


Ein neuer Kreisverkehr ist an der Einfahrt des Klaistower Spargelhofes geplant. Dort gibt es besonders zur Spargelsaison immer wieder kleinere Staus, wenn Autos von der Autobahnabfahrt Beelitz-Heilstätten kommend nach links auf den Hof abbiegen wollen. Vor dem Kreisel sollen auch neue Bushaltestellen entstehen: Bisher müssen die Linienbusse eine Haltestelle auf dem Hof anfahren, die sie jedoch nur in Schrittgeschwindigkeit erreichen können, da die Zufahrt eng ist und von vielen Fußgängern überquert wird. Dementsprechend verlängert sich dadurch die Busfahrzeit.

An der Autobahnabfahrt Glindow soll zudem ein neuer Pendlerparkplatz gebaut werden, auf dem 25 Autos Platz finden. Bereits jetzt wird ein Sandstreifen neben der Landstraße als Parkplatz genutzt. Pendler verabreden sich hier, um gemeinsam nach Berlin zu fahren.

Neue Straße nach Stahnsdorf

Der zweite Bauabschnitt der neuen Landesstraße 77 von der Straße Quermathe in Stahnsdorf bis zur Landesstraße 40 soll Frank Schmidt zufolge bis spätestens Anfang Mai fertiggestellt werden. Vom Stahnsdorfer Hof bis zur Quermathe ist die Straße bereits frei. Dadurch steht in der Region dann eine weitere Nord-Süd-Achse für den Straßenverkehr zur Verfügung. Die Bauarbeiten hatten sich um mehrere Monate verzögert, da es Probleme bei der Abstimmung mit den Berliner Wasserbetrieben gegeben hat, die Leitungen im Straßenbereich erneuern wollten. Deshalb haben sich auch die Baukosten erhöht. Wie hoch die Kosten schlussendlich sind und welchen Anteil daran die Berliner zahlen, steht laut Frank Schmidt derzeit noch nicht fest.

Radweg nach Saarmund

Von April an soll bis Jahresende der Radweg von Langerwisch nach Saarmund gebaut werden, in den kommenden Tagen sollen Bäume gefällt werden, die auf der Fläche des künftigen Radweges stehen. Im Sommer soll zudem die oberste Straßenschicht erneuert werden. Wie berichtet stand der Radwegbau lange auf der Kippe, da unklar war, wo das Regenwasser eines nahen Blumengroßmarktes versickern soll. Es gab mehrere große Demonstrationen für den Radwegbau. Ende 2019 kam es zu einer Einigung: ein neues Rückhaltebecken mit Ableitung zum Mittelgraben hin soll entstehen. Mit dem Neubau wird eine Radweglücke zwischen Saarmund und Michendorf geschlossen. Für die Straßenerneuerung ist nach Angaben des Chefplaners voraussichtlich im Sommer eine Vollsperrung der Straße nötig. Insgesamt sollen die Arbeiten mehr als zwei Millionen Euro kosten.

Beelitzer Bundesstraße gesperrt

Ab Ende des Jahres wird es im Beelitzer Stadtzentrum größere Einschränkungen geben: Die Bundesstraße 246 wird vom Kreisverkehr in der Stadtmitte bis zum Ortsausgang in Richtung Reesdorf voll gesperrt. Bis Ende 2021 soll die Straße auf etwa 900 Metern Länge erneuert werden. „Das ist dann unser Beitrag zur Landesgartenschau 2022“, sagt der Chefplaner. Die Kosten sollen sich auf eine gute Million Euro belaufen. Für Radfahrer sollen gestrichelte Schutzstreifen auf der Fahrbahn angebracht werden, da die Straße zu beiden Seiten bebaut und zu schmal für getrennte Radwege ist. Fußwege sollen aber angelegt werden.

Neuer Radweg nach Philippsthal

Auch entlang der Landstraße von Saarmund nach Philippsthal und zum Kreisverkehr an der Kreuzung L77/L99 sollen in den kommenden Tagen Baumfällungen beginnen. Dort wird ab Sommer ein neuer Radweg gebaut. Die Arbeiten sollen bis in das kommende Jahr hinein dauern. Damit wird eine Radweglücke zwischen Stahnsdorf und Saarmund geschlossen. Die Kosten sind noch unklar.

Weg nach Rehbrücke wird saniert

Gefällt werden sollen auch die alten Bäume entlang des Radweges zwischen Rehbrücke und Saarmund. Sie haben für enorme Wurzelaufbrüche im Radweg gesorgt, der stellenweise kaum noch befahrbar ist. Von April bis September soll der Radweg erneuert werden. Mit mehr Abstand zum Weg sollen dort auch neue Bäume gepflanzt werden. Zwischen ihnen und dem Asphalt soll eine sogenannte Wurzelsperre eingebaut werden, um künftige Schäden zu vermeiden. Die genauen Kosten sind noch unklar.