Lesermeinung : Vollkommen unakzeptabel

„Kritik an Busanbindung Babelsbergs“ vom 17.12.

Es kann nicht angehen, dass man vom Marktcenter in der Breiten Straße drei- bis viermal umsteigen muss, um zum Falkenhorst am Schlaatz zu gelangen. Wenn man um 20 Uhr Feierabend hat, fährt die Linie 94 nicht mehr nach Babelsberg. Die Anschlusszeiten klappen auch nicht. Der eine Bus kommt an und der Anschlussbus ist weg. Die Zeit, die man vom Marktcenter zum Schlaatz braucht, ist länger als von Babelsberg nach Berlin. Warum lässt man die Linie 693 nicht weiter bis zum Hauptbahnhof fahren? Diese Misere ist auf allen Linien zu finden. Mit Attraktivität im öffentlichen Nahverkehr hat das nichts zu tun.

Peter Voigt, Potsdam

Der Bericht über die Busverbindungen ist viel zu harmlos und teilweise mit unbefriedigenden Aussagen der Verkehrsbetriebe. Denn es wäre schön, wenn die Tram-Linie mit dem Bus 616 getimet wäre. Da der Bus auf dem Weg zur Plantagenstraße vor der Tram kommt, schafft man es in die Tram und kann in die Stadt fahren (vorausgesetzt, dass der Bus pünktlich kommt, was ein anderes Thema ist). Auf dem Heimweg ist es allerdings nicht so einfach, daher muss man 20 Minuten auf den Bus an einer nicht überdachten Haltestelle warten. Für eine Verbindung einmal durch Potsdam zu meiner Freundin habe ich früher zirka 30 Minuten gebraucht, heute war es eine gute Stunde. In der Zeit hätte ich einmal nach Berlin fahren können und wieder zurück. Erschwerend kommt hinzu, dass der Bus nach 22 Uhr nur noch im 60-Minuten-Takt kommt und am schönsten ist es nachts, denn da kommt gar kein Bus mehr, weder der 616 noch der N17. Ich bin Student in Berlin und muss manchmal bis nachts mit Kommilitonen Arbeiten schreiben und Vorträge vorbereiten. Das heißt, dass ich nachts vom S-Griebnitzsee 2,5 Kilometer in der Kälte nach Hause laufen darf. Des Weiteren sind die Leidtragenden nicht nur Anwohner von Nordbabelsberg, sondern Schulkinder, die 40 Minuten früher aufstehen müssen, Senioren, welche zum Beispiel nicht mehr ohne Weiteres zum Supermarkt kommen, und wenn sie Pech haben, 60 Minuten auf einen Bus warten müssen. Außerdem müssen viele Beschäftigte zu ihrer Arbeit kommen, zum Beispiel in der Sternwarte oder dem Landesinstitut für Lehrerbildung. Letztere müssen beispielsweise nach einem Seminar wieder in die Schule zurück – doof, wenn dort der Bus dann erst in 40 Minuten kommt. Das Beste ist noch, dass der Bus jedes Mal Verspätung hatte, wenn ich nach Potsdam wollte (kann natürlich auch ein witziger Zufall sein). Das heißt, dass die Anschlüsse jedes Mal verpasst werden, da man nur ein oder zwei Minuten Umsteigezeit am Rathaus Babelsberg hat. Daraus folgt, dass man einen Bus früher nehmen sollte, um pünktlich zu sein. Tim Terstegen, Potsdam

Mit Bestürzung und Unverständnis haben wir die Entscheidung der Verkehrsbetriebe zur Routenverlegung der Buslinie 694 und Einführung der Linie 616 zur Kenntnis genommen. Die Linie 694 war eine gut frequentierte Verbindung von uns Klein Glienickern, insbesondere von den Schülern auf ihrem Schulweg, aber auch von den Studenten im Wohnheim Schloss Babelsberg, von den Mitarbeiten im Astronomischen Institut und vielen anderen. Sie war unsere einzige Anbindung an das Potsdamer Verkehrsnetz und die S-Bahn.

Nun als einzige Möglichkeit für die betroffenen Gebiete die Linie 616 im 40-Minutentakt anzubieten, ist für uns nicht nachvollziehbar und kommt einer Abschneidung vom öffentlichen Verkehrsnetz gleich. Für unsere Kinder verdoppelt sich unter Umständen die zeitliche Komponente des Schulwegs. So müssen sie morgens bis zu 40 Minuten eher aus dem Haus gehen. Das ist vollkommen unakzeptabel und bedeutet, dass die Schüler nun auf den Fahrdienst der Eltern angewiesen sind. So weit wir richtig informiert sind, hat die Stadt den Auftrag, ein angemessenes öffentliches Verkehrsangebot für Schüler und ihren Schulweg sicherzustellen. Das sehen wir hier nicht mehr als gegeben. Besonders leidtragend sind Personen, die kein Auto haben oder Familien, die nicht die Möglichkeit haben, einen Elternteil beruflich freizustellen als Kinder-Fahrservice.

Berit Preu undUlrich Zöller, Potsdam