Leserpost : Eine Grundgebühr pro Haushalt

"Als ich den Artikel zur Müllentleerung in Kleinmachnow gelesen habe, habe ich innerlich gejubelt. "

Müllabfuhr in Potsdam, Am Neuen Garrten.
Müllabfuhr in Potsdam, Am Neuen Garrten.Foto: Andreas Klaer

„Der Müll der anderen“, 5. Februar

Als ich den Artikel zur Müllentleerung in Kleinmachnow gelesen habe, habe ich innerlich gejubelt. Endlich findet das Thema Müllentsorgung und die damit einhergehende Ungerechtigkeit Aufmerksamkeit. Familien mit (vielen) Kindern sind stärker belastet als Single- oder Paarhaushalte – wie so oft in unserem Land.

Man jammert, dass immer weniger Kinder geboren werden; aber dass Familien an vielen Stellen einfach schlichtweg benachteiligt werden, sieht man nicht – auch nicht bei der APM, der Abfallwirtschaft Potsdam-Mittelmark GmbH. Offensichtlich hat Frau Müller von APM das Grundprinzip selbst nicht verstanden: Es ist nicht damit getan, eine kleinere Tonne zu ordern oder die Tonne weniger oft leeren zu lassen. Es geht um das Grundprinzip, dass die Basisgebühr pro Familienmitglied erhoben werde. Wir selbst haben eine kleine Tonne, die wir aufgrund unserer rigorosen Mülltrennung nicht alle zwei Wochen leeren lassen müssen; selbst mit Kleinkind nicht. Dennoch müssen wir seit fünf Monaten für unseren kleinen Sohn Basisgrundgebühren bezahlen. Er wird ausschließlich gestillt und wir setzen neben Pampers auch auf Stoffwindeln. Der Müll, der von ihm produziert wird, tendiert gen null. Dennoch entfallen Kosten. Ich kann die Ungerechtigkeit, die Frau Schiderski empfindet, absolut nachvollziehen und plädiere ebenfalls dafür, eine Grundgebühr pro Haushalt zu erheben, nicht pro Familienmitglied. Dann wären nicht diejenigen wieder benachteiligt, die dafür Sorge tragen, dass Deutschland nicht völlig überaltert.

Alexandra Heeser, Stahnsdorf