Leserbrief zur Schlössernacht : "Ein Höhepunkt analog des Münchner Oktoberfestes"

Nicht alle Besucher waren mit der Neuausrichtung der Schlössernacht und dem 20. Jubiläum zufrieden. Ein Gast aus Bayern schildert seine Eindrücke.

Blick auf die illuminierte Orangerie bei der 20. Potsdamer Schlössernacht im Park Sanssouci.
Blick auf die illuminierte Orangerie bei der 20. Potsdamer Schlössernacht im Park Sanssouci.Foto: Paul Zinken/dpa

Zu „Fünf Sterne Plus“ über die Schlössernacht, 20. August


Wir waren mit weiteren zwei Ehepaaren aus München anreisend zum zweiten Mal auf der Schlössernacht seit 2015. Beiden Ehepaaren haben wir vom ersten Erlebnis berichtet, wie stilvoll und passend dies gestaltet war. Der Bericht hat uns umgehauen. Eine solche Kirmesveranstaltung als Veranstaltung „Fünf Sterne Plus“ zu bezeichnen, ist erschreckend. Wir haben viele Gäste erlebt, die wie wir erschüttert waren von diesem ungeheuren Kommerz. Für die Veranstalter war nicht entscheidend, dass interessante Veranstaltungen oder Personen in historischen Gewändern zu sehen waren – im Vergleich zu früheren Jahren – sondern die Anzahl von Fressständen und Getränkeständen, die sich in der Maulbeerallee zu einem Höhepunkt analog des Münchner Oktoberfestes entwickelt haben. Von den Preisen ganz zu schweigen: Wenn ich für sechs Gläser Weißwein – unbekannter Herkunft – 36 Euro bezahle, plus 12 Euro Glaspfand für Plastikgeschirr, das ich nur mit persönlichen „Kämpfen“ wieder abgeben kann, weil an jedem Stand eine Schlange von zehn bis 20 Metern wartet, ist das unverschämt. Und wenn das Ganze im nächsten Jahr, weil die Veranstaltung doch so überaus erfolgreich war, wenn ich den Bericht lese, nochmals deutlich teurer wird, kann ich nur den Veranstaltern mit ihren Standbetreibern gratulieren.

Wir haben es geschafft und haben uns durchgearbeitet und waren anschließend gepflegt im italienischen Restaurant in Potsdam zum Essen.

Thomas Ritter, Baldham bei München


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