Lesermeinung : „Das Notfallmanagement hat versagt“

„Fast nur Lob von den Experten“ vom 22. August

 

Es ist sicher immer eine Frage des Geschmacks, welche Form und Gestalt ein Einfamilienhaus haben soll. Auf jeden Fall sollte genau durch die zuständigen Stellen geprüft werden, ob sich neue, derartige „Gebäude“ auch wirklich in die vorhandene Bebauung harmonisch einfügen. Wenn der in den PNN abgebildete Entwurf jedoch in die vorhandene Bebauung in Potsdam, Fritz Rumpf Straße, integriert werden sollte, dann wäre das eine Sünde. Nach den Fehlern der Neunzigerjahre hatte man sich das Ziel gesetzt, zukünftig eine frühzeitige Einbeziehung der Bewohner und Fachexperten vorzunehmen. Die Presseveröffentlichung ist nach meiner Auffassung der erste richtige Schritt. Nun sollte auch noch bekannt werden, wo genau diese „Quader“ in der genannten Straße entstehen sollen, damit betroffene Anwohner sich äußern können, bevor es zu spät ist. Mich befremdet insbesondere, dass bei den Mitgliedern des Gestaltungsrates der Stadt Potsdam dieser Entwurf auf Wohlwollen traf. Als ich dieses Foto im Freundes- und Bekanntenkreis herumzeigte, haben alle nur mit dem Kopf geschüttelt. Ich glaube, dass auch viele andere Bürger diese „Gebäudeform“ ablehnen.

K. Lindner, Potsdam

 

„Tödlicher Unfall blockiert Bahnstrecke“ vom 28. August

Wieder einmal hat das Notfallmanagement im Potsdamer Hbf versagt. Nicht mein erstes derartiges Erlebnis! Soeben wollte ich mit dem RE 1 nach Berlin, als durchgesagt wurde, dass die Weiterfahrt wegen eines Personenschadens in Grunewald unbestimmt verzögert ist. Verständnis für diese Situation war natürlich vorhanden. Ein Ausweichen auf die S-Bahn kam für alle wegen der Bauarbeiten nicht in Frage und soweit war es nachvollziehbar, dass keine Alternative empfohlen wurde. Ich ging davon aus, dass der RE wegen der Umfahrung der Baustelle und des dann möglichen Anschlusses an die S1 wenigstens bis Wannsee geführt würde, sofern dies betrieblich mit der dort bestehenden Situation vereinbar wäre. Als um ca. 10.10 Uhr die RB 21 in Potsdam ankam, die derzeit als S-Bahn-Ersatz nach Wannsee verkehrt, habe ich kurzentschlossen den Weg zum Nachbarbahnsteig (Gleis 1) gewählt (obwohl auch eine Führung über Gleis 2 möglich wäre). Eigentlich war mir klar, dass dies nicht hilfreich sein kann, denn wenn die RB fahren kann, könnte ja auch der RE bis Wannsee fahren! Überrascht bin ich nun aber, nachdem ich Wannsee erfolgreich erreicht habe und mit der S1 Richtung Berlin Mitte unterwegs bin. Wenn die DB Regio entschieden hat, dass die Züge des RE 1 nicht bis Wannsee verkehren sollen, wäre es das Mindeste gewesen, die Fahrgäste im RE und auf den Bahnsteigen per Ansagen zu informieren, Personal auf den Bahnsteigen einzusetzen, die RB über Gleis 2 zu führen und nach Möglichkeit die Züge der RB 20 und 23 nach Wannsee zu verlängern. Mit dem Nichtinteresse an den Bedürfnissen der Fahrgäste wurde vielen Leuten Probleme gemacht. Für einen Teil dieser Leute wäre die Fahrvariante über Wannsee sicherlich eine Alternative gewesen.

Robert Hänsch, Potsdam

 

„Baumfällungen in Drewitz noch unklar“ vom 20. August

 

60 000 weitere Euronen sollen für neue Bäume am Buschplatz ausgegeben werden, allein wegen der Fähigkeiten und des Arbeitsstils der Potsdamer Bauverwaltungsspitze. Diese Bäume sind zum großen Teil abgängig, weil hier Arten der Weichholzaue in die Betonwüste gepflanzt worden sind, was gar nicht gehen kann; Neupflanzung anderer, standortgerechter Arten an dieser Stelle sollten in das Projekt aufgenommen werden, andere, wertvolle Bäume könnten durch einfache Umplanung stattdessen erhalten werden. Interessant wäre, die Ulmenart zu erfahren, die für die Neupflanzung vorgesehen ist. Wir haben in Drewitz trockenen, tiefen Sandboden und aufgeheizte Betonwüste! Zur Info hier Angaben zum bevorzugten Standort der Arten: Die Flatterulme kommt vor allem in Auenwäldern und auf Grundwasserböden vor, auch in Wärmegebüschen auf feuchten Standorten. Die Feldulme bevorzugt teils überflutete Laub- oder Mischwälder. Wegen der Anfälligkeit für den Ulmenpilz/Ulmensplintkäfer gibt es in Brandenburg keine alten Feldulmen mehr. Die Berg-Ulme kommt zerstreut in Schluchtwäldern und schattigen Hangwäldern vor. Sie bevorzugt sickerfeuchte Lehm- und Tonböden, ist ein Mäßigwärmezeiger, Verbandscharakterart der Linden-Ahorn und Ahorn-Buchen-Mischwälder.

Andreas Menzel, Potsdam

 

 

„Der Wind bringt den Lärm“ vom 6. August

 

Mit der Eröffnung des Pannenflughafens BER, der ja zum Drehkreuz ausgebaut werden soll, wird sich die gesamte Situation der Flugrouten, Zunahme der Starts und Landungen noch weiter zum Nachteil der Betroffenen in dieser Region ändern und Teile von Potsdam besonders durch den Anflug bei Ostwind und Abflug bei Westwind (Maschinen, die nach Norden wollen) überflogen werden. Für die Potsdamer wird es dann eine Lärmbelastung geben, die um ein Vielfaches stärker sein wird als die geschilderte Situation.Axel Maas, Potsdam

 

Ihr Beitrag zum Fluglärm vom 6.8. war ein gelungener Artikel. Jedoch hätte ich mir ein bisschen mehr Pfeffer gewünscht. Mittlerweile weiß so gut wir jeder, was in Zukunft , bei ca 60 000 bis 80 000 Flügen im Jahr, auf uns zukommen wird. Nur Herr Woidke und seine Parlamentsschergen sicherlich nicht. Der Bürger sollte, auch wenn er gern fast umsonst fliegen möchte, wissen wie hoch der Preis ist. Es wird Zeit, dem Bürger Potsdams, möglichst vor den Landtagswahlen, klaren Wein einzuschenken und keine Plörre.

O. Bach, Potsdam

 

„Neue Stimmen gegen die Garnisonkirche“ vom 28. August

Leider fügt sich die Initiative „Christen brauchen keine Garnisonkirche“ in die vorurteilsbeladene Seite der Kritiker ein. Wenn die unheilige Allianz von Thron und Altar als Argument angeführt und die Garnisonkirche als herausragendes Symbol dieser Tradition identifiziert wird, dann gäbe es nur wenige evangelische Kirchengebäude, die hiervon nicht infiziert wären. Wie in und mit einem Kirchengebäude mit hohem Symbolwert diese Tradition kritisch aufgearbeitet werden kann, demonstrierte vor Kurzem ein Gottesdienst im Berliner Dom, in dem einer der Domprediger aus der unsäglichen „Predigt“ des Dompredigers Doehring vor dem Reichstag zum „Start“ des 1. Weltkrieges zitierte und die Dompredigerin von der Kanzel die biblische Sicht dagegenhielt. An kaum einem anderen Ort wäre den Zuhörern die Katastrophe der unheiligen Allianz besser zu vermitteln gewesen. Darum spricht gerade die historische Reflexion für den Wiederaufbau der Garnisonkirche. Und noch ein Zweites: Wie ginge die Initiative „Christen brauchen keine Garnisonkirche“ mit einer Initiative um, die die Auffassung verträte, „Christen brauchen die Garnisonkirche“? Wären die Vertreter dieses Appells keine wahren Christen, Christen zweiter Klasse oder verlorene Schafe?

Dr. Hans Werner Busch, Potsdam

 

„Potsdamer entscheiden nicht mit“ vom 31. Juli

 

Ich stelle hier öffentlich die Frage nach der geistigen Frische, der geistigen Verfassung, der geistigen Wahrnehmungsfähigkeit des Potsdamer Oberbürgermeisters Jann Jakobs. Anlass sind seine Äußerungen zum Ergebnis der Abstimmung der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung über das Bürgerbegehren zur Auflösung der „Stiftung Garnisonkirche“ bei Potsdam TV. Er stellt fest, dass all diejenigen, die das Bürgerbegehren unterschrieben haben, an der Debatte um die Garnisonkirche nicht beteiligt waren, sie „haben in Unkenntnis über diese Situation eine Unterschrift geleistet.“ Formuliert hier der Oberbürgermeister wider besseres Wissen? Das wäre schlimm! Oder hat Jann Jakobs tatsächlich wiedergegeben was seine Wahrnehmungen, seine Erkenntnisse sind? Das wäre dramatisch!

Wolf-Dieter Herrmann, Potsdam