Lesermeinung : Bitte klagen

Zu „Grau mit Gelbeinschlüssen“, 10. März

Viele Potsdamer Bürger sind entsetzt angesichts der Berichterstattung zum Bau der Alten Post. Es gibt einen Kaufvertrag, den die Volksbank mit der städtischen Pro Potsdam geschlossen hat. Darin legt eine Vertragsklausel zwingend fest, nach einem Beschluss der Stadtverordneten aus dem Jahre 2013 eine für Potsdams Altstadt typische „ockerfarbene Putzfassade“ zu errichten. Wie man jetzt der Presse entnehmen kann, denkt man überhaupt nicht daran, diesen Vertragspunkt umzusetzen!

Es gibt keinen Putz, nur Sandstein – in Grau. Die Stadt und alle Fraktionen sind aufgerufen, ohne weitere Verzögerungen sofort zu handeln und diese Arroganz und eklatante Nichtachtung der Stadtverordneten zu unterbinden! Wenn sich jeder Investor und jeder Architekt straflos über Gesetze der Stadt hinwegsetzen kann, dann ist die Büchse der Pandora geöffnet. Ob Alte Post, der Lelbachbau in der Brauerstaße oder die Bebauung um die Nikolaikirche: Kein Bauherr nimmt die Stadtverordneten und ihre Beschlüsse dann noch ernst, wenn man nicht bereit ist, diese auch entschieden zu verteidigen. Die Pro Potsdam muss vor Gericht auf Vertragstreue klagen. Wir Potsdamer stehen dahinter, klagen Sie – jetzt!

Frank Paul, Potsdam