Kommentar zum Denkmal-Vorstoß der CDU : Das falsche Signal

PNN-Redakteur Henri Kramer über die zweifelhafte Idee der Potsdamer CDU zum Denkmal gegen den Faschismus.

Das Mahnmal gegen den Faschismus.
Das Mahnmal gegen den Faschismus.Foto: Andreas Klaer

Manches, was die Potsdamer Stadtverordneten fabrizieren, wirkt seltsam aus einer Welt gefallen, die gerade mit der Corona-Pandemie ringt. Das ärgerlichste Beispiel aus der mehr als 100 (!) Punkte umfassenden Mammut-Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung am 4. November: Der CDU-Vorstoß zur Umwidmung des zu DDR-Zeiten errichteten Mahnmals gegen Faschismus und Krieg am Platz der Einheit. Diese Gedenkstätte soll nun eine für alles werden - und für alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im 20. Jahrhundert gelten. 

PNN-Redakteur Henri Kramer.
PNN-Redakteur Henri Kramer.Foto: Sebastian Gabsch

Das aber wäre ein falsches Signal. Denn der Faschismus in Deutschland war in seiner Zerstörungswut gegen Menschen historisch einmalig. Um die Erinnerung an diese barbarischen Verbrechen wach zu halten, muss es eigene Gedenkorte geben. Erst recht dann, wenn sie eigens dafür geschaffen und seit so vielen Jahren etabliert sind wie das Mahnmal am Platz der Einheit. Aus guten Gründen wird dort auch jährlich am Holocaust-Gedenktag an die Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945 erinnert. 

So wird der CDU-Vorstoß vermutlich zwar für eine heftige Debatte im Stadtparlament sorgen und dort wohl zum Unbehagen auch mancher Christdemokraten die Unterstützung von den Rechtspopulisten der AfD erhalten. Mehr aber auch nicht. Diese Idee wird scheitern. Man fragt sich nur, welche Wähler die Union  von ihrer Oppositionsarbeit  überzeugen will, wenn sie solche Manöver zur Unzeit unternimmt.