Kommentar | Weihnachtsmarkt in Potsdam : Mut zur Lücke

Keine Buden auf der Brandenburger Straße: Die gefundenen Regelungen sind im Sinne des Infektionsschutzes richtig und unerlässlich - und vielleicht auch ein Modell für die Zukunft. Ein Kommentar.

In der Brandenburger Straße werden in diesem Jahr keine Weihnachtsmarkt-Buden aufgestellt.
In der Brandenburger Straße werden in diesem Jahr keine Weihnachtsmarkt-Buden aufgestellt.Foto: dpa

Unfreiwillig erprobt Potsdam in diesem Jahr nun also ein neues Weihnachtsmarkt-Konzept: Die Brandenburger Straße bleibt frei von Buden, die werden nur auf dem Luisenplatz und auf dem Bassinplatz aufgebaut. Dass die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie erforderlich sind, ist selbstverständlich außerordentlich bedauerlich – doch die von der Stadtverwaltung gefundenen Regelungen sind im Sinne des Infektionsschutzes und damit richtig und unerlässlich.

Und sie führen dazu, dass die Einzelhändler am Boulevard und in den Nebenstraßen unverhofft in den Genuss kommen, die flanierenden Weihnachtsmarktbesucher:innen zum Einkauf locken zu können, ohne dass die meisten ihrer Schaufenster von den Buden verstellt sind. Das ist eine Variante des „Blauen Lichterglanz“, die in der Vergangenheit immer wieder gefordert worden ist – nicht wenige Potsdamer:innen waren es beispielsweise leid, sich zum Shoppen auf dem engen Raum zwischen Buden und Läden entlang zu quetschen. Jetzt lässt sich herausfinden, ob ein anderes Konzept dauerhaft funktionieren könnte.

Das ist sicher auch nützlich für die immer wieder vertagte Arbeit an einem neuen Plan für den Potsdamer Weihnachtsmarkt, dessen Qualität und Ausrichtung stets Thema leidenschaftlicher Debatten ist. Klar ist: Zeit für eine gut überlegte Neuausrichtung ist es allemal.