Kommentar | Verkaufsoffene Sonntage : Aufmachen!

In vielen Branchen sind starre Arbeitszeiten heute undenkbar. Warum sollte es dann keine verkaufsoffenen Sonntage in der Vorweihnachtszeit geben? Zumal sich der Markt selbst reguliert. 

Mattthias Matern
Sollte man in der Vorweihnachtszeit auch sonntags in der Stadt shoppen können? Die Debatte läuft. 
Sollte man in der Vorweihnachtszeit auch sonntags in der Stadt shoppen können? Die Debatte läuft. Foto: Andreas Klaer

Das jährliche Gezerre um die verkaufsoffenen Sonntage ist so anachronistisch wie es nervig ist. Jedes Jahr rauchen in der Stadtverwaltung die Köpfe über die Frage, mit welchen hanebüchenen Begründungen man in der Vorweihnachtszeit den einen oder anderen Sonntag zum Einkaufen freigeben kann. Mit gleicher Verlässlichkeit ziehen die Gewerkschaften vor Gericht – in der Regel erfolgreich. 

Aber: Haben sie Recht, nur weil das Recht auf ihrer Seite ist? Natürlich muss der schamlosen Ausbeutung der Arbeitnehmer Einhalt geboten werden und natürlich sind die Händler im Nachteil, die zusätzliche Öffnungszeiten nicht personell abdecken können. Wer aber Inhaber und Verkäufer in Personalunion ist, sollte doch selbst entscheiden können, wann er sich hinter die Theke stellt.

Zudem sind starre Arbeitszeiten heute in vielen Berufen undenkbar – nicht nur Ärzte, Busfahrer und Kellner müssen sonnntags arbeiten. Ganz zu schweigen von den Spätis und Asialäden, wo viele mit großer Selbstverständlichkeit einkaufen. Es ist höchste Zeit, die Sonntagsfrage zeitgemäß zu klären. Skeptikern sei gesagt: Der Markt reguliert sich selbst. Wenn keiner zum Shoppen kommt, wird auch nicht geöffnet. Also: aufmachen!