Kommentar | Neustart am Griebnitzsee : Ein Hornberger Schießen - oder nicht?

Der Kampf um einen freien Uferweg hat für die Verantwortlichen eine praktische Seite, meint PNN-Redakteur Henri Kramer. Alles dauert so lange, dass Niederlagen ihnen kaum schaden können.

Eine Sperre: Zwei Versuche, den Uferweg wieder zurückzugewinnen, scheiterten vor Gericht.
Eine Sperre: Zwei Versuche, den Uferweg wieder zurückzugewinnen, scheiterten vor Gericht.Foto: Andreas Klaer

Obwohl die Aussichten alles andere als rosig sind, unternimmt die Stadtverwaltung den dritten Anlauf für einen freien Uferweg am Griebnitzsee. Dabei scheiterten die Pläne bereits zweimal vor Gerichten. Nun will man es, so betonen es die Planer aus dem Baudezernat, aber wirklich richtig machen, detailversessen auch die Eigentümerrechte vor Ort achten. 

Das Angenehme an der Lage für die Verantwortlichen ist allerdings die sehr, sehr lange Vorlaufzeit. Wenn vielleicht in zehn Jahren die Sache wieder vor einem Gericht liegt – solange dauerte es zwischen den Scheitern Eins und Zwei – werden von den heutigen Planern und Stadtpolitikern wohl nicht mehr alle in Amt und Würden sein – daher können sie heute kämpferisch tun, ohne gleich morgen eine unangenehme Konsequenz fürchten zu müssen. 

PNN-Redakteur Henri Kramer.
PNN-Redakteur Henri Kramer.Foto: Sebastian Gabsch

Und dauern wird es: Sollte tatsächlich einmal ein Bebauungsplan Bestand haben, wird der Weg den Stadthaushalt etliche Millionen Euro kosten. Auch insofern ist das Ganze eine generationenübergreifende Aufgabe – mit dem Zeug dazu, eine regionale Redewendung zu werden. 

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Was lange währt und endlich gut wird, kann dann in Potsdam ein „Ausgang wie am Griebnitzsee“ werden. Wenn es aber erneut scheitert, dann ist der „Uferwegestreit“ in Potsdam analog zum „Hornberger Schießen“ zu benutzen.