• „Wir hätten uns das anders gewünscht“

Kultur : „Wir hätten uns das anders gewünscht“

Förderkreis bedauert Wellemeyers Weggang

Der Förderkreis des Hans Otto Theaters ist über die Nichtverlängerung des Vertrages von Intendant Tobias Wellemeyer nicht glücklich. Der Freundeskreis bedauere ausdrücklich, „dass die für das Theater, für Potsdam und für uns, die Zuschauer, so überaus erfolgreiche Arbeit von Tobias Wellemeyer nicht fortgesetzt werden kann. Wir hätten uns das anders gewünscht“, so die Vorstandsvorsitzende des Freundeskreises, Lea Rosh, und ihr Stellvertreter Hinrich Enderlein in einer Mitteilung von Mittwoch. Gleichzeitig heißt es aber, der Freundeskreis „respektiere“ die gemeinsame Erklärung des Oberbürgermeisters und des Intendanten zur Nichtverlängerung des Vertrages von Wellemeyer über 2018 hinaus.

Am 29. Dezember hatten die Stadt und das Hans Otto Theater mitgeteilt, dass Oberbürgermeister Jann Jakobs und Tobias Wellemeyer „in einem gemeinsamen Entscheidungsprozess“ zu dem Entschluss gekommen seien, den am 31. Juli 2018 regulär auslaufenden Vertrag des jetzigen Intendanten nicht zu erneuern. Gleichzeitig machte die Meldung jedoch deutlich, dass der Impuls der Trennung von Oberbürgermeister Jakobs ausging. Die Stadt, so hieß es damals, strebe „neue künstlerische Impulse“ an.

Dem hielt der Freundeskreis des Hans Otto Theaters in seiner gestrigen Mitteilung entgegen, er arbeite gern mit Tobias Wellemeyer zusammen. Es sei ihm gelungen, „in seiner Programmplanung eine stimmige Mischung aus aktueller Problemorientierung, Klassikern und bester Unterhaltung auf die Potsdamer Bühne zu bringen“. Weiterhin heißt es dort: „Wellemeyer hat dafür gesorgt, dass das Theater aktiv auf die Stadtgesellschaft zugeht und auf ein Netzwerk kultureller und sozialer Partnerschaften setzt.“ Insbesondere sei es ihm gelungen, ein glänzendes Ensemble zusammenzubringen, das er immer wieder zu Höchstleistungen zu motivieren imstande ist. „Das Hans Otto Theater kann insgesamt den Vergleich mit den Berliner Bühnen bestehen.“

Der Freundeskreis verwies zudem auf „die intensive, kontinuierliche und erfolgreiche Jugendarbeit des Theaters“. Diese sei ein besonderes Verdienst. Der Freundeskreis freue sich auf die weitere Zusammenarbeit mit Tobias Wellemeyer in der laufenden und in der kommenden Spielzeit. „Wir freuen uns auf die nächsten Premieren.“

Tobias Wellemeyer ist seit 2009 Intendant des Potsdamer Theaters. Sein Anstellungsvertrag wurde 2013 verlängert und läuft mit dem Juli 2018 regulär aus. Wer seine Nachfolge antreten soll, steht noch nicht fest. Dies soll im Laufe dieses Jahres bekannt gegeben werden. les