• Was Künstler über das neue Museum Barberini denken: „Ein Zugewinn, aber die Lücke bleibt“

Was Künstler über das neue Museum Barberini denken : „Ein Zugewinn, aber die Lücke bleibt“

Foto: Andreas Klaer

Annette Paul, Künstlerin, gestaltete den Schriftzug am Landtag „Ceci n’est pas un château

„Obwohl ich mir eine Karte für Montag reserviert hatte, war ich noch nicht im Barberini. Aber das werde ich nachholen. Weil ich die Idee vom Empty Museum toll finde. Denn so lässt sich das Museum als Bauwerk wahrnehmen, der Blick nach draußen ist unverstellt. Ich bin generell begeistert, wenn es Orte gibt, wo Kunst und Kultur gezeigt wird. Es wäre trotz allem wünschenswert, wenn auch die aktuelle Kunst, die vor Ort entsteht, sichtbar wird. Das Barberini wird Potsdam bahnbrechende Ausstellungen bescheren und neue Kulturliebhaber. Für die Stadt ist das auf jeden Fall ein Zugewinn, der aber nicht die Lücke füllt, die in der Stadtmitte vorhanden ist. Ehrlich gesagt glaube ich, dass es eher ein Ort für Touristen wird. Ich bin gespannt, was das Museum für eine Ausstrahlung haben wird. Es wird eine neue Klientel anziehen, Leute, die durch die Welt reisen und sich Ausstellungen anschauen. Ich freue mich darauf zu sehen, wie die Ausstellung zur DDR-Kunst auf Besucher anderer kultureller Kontexte wirken wird. Das wird eine Wertschätzung für die Kunst der Zeit sein und einen Diskurs darüber anregen.

Sehr schön würde ich einen Gratistag finden, in Pariser Museen gibt es so etwas. Wichtig ist, dass die Angebote gerade für Familien und Kinder niedrigschwellig gehalten werden. Ich hatte mich selbst dreimal auf Ausschreibungen beworben, um in der Museumspädagogik mitzuwirken, aber nichts mehr vom Museum gehört ... Am Samstag werde ich aber auf alle Fälle im Barberini Tango tanzen.“