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Sorgen der Freunde des Polizeiorchesters : Zu wenig Geld für Konzerte in Potsdam

Der Freundeskreis des Landespolizeiorchesters Brandenburg organisiert vier Potsdamer Konzerte im Jahr. Ob sich der Verein das weiterhin leisten kann, ist unklar. 

Das Landespolizeiorchester Brandenburg vor dem Brandenburger Landtag in Potsdam.
Das Landespolizeiorchester Brandenburg vor dem Brandenburger Landtag in Potsdam.Foto: Christian Köhler

Potsdam - Er hatte sich gegründet, um das Polizeiorchester Potsdam vor dem Aus zu bewahren. Jetzt kämpft der Freundeskreis des Landespolizeiorchesters Brandenburg (LPO) selbst um seine Existenz, wie der Vorstandsvorsitzende Jörg Kramer erzählt. Es knirscht finanziell. Weil sich die Kosten für Veranstaltungen erhöht und die Einnahmen verringert haben.

Vier Konzerte des LPO richtet der Freundeskreis jährlich im Potsdamer Nikolaisaal aus – eines davon findet am Sonntag, 27. Januar statt. Er übernimmt dafür sowohl die Saalkosten von etwa 3000 Euro als auch die Gage für das Orchester, das 2450 Euro erhält. Das sei nicht immer so gewesen: Noch vor drei Jahren hätte das LPO für eine kleine Gage von 1000 Euro oder ganz umsonst gespielt. „Der Landesrechnungshof hat sich eingeschaltet“, sagt Kramer. Die Auflagen: Das Orchester dürfe nicht nur Ausgaben haben, sondern müsse auch einnehmen.

Der Freundeskreis selbst finanziert sich mit einem Monatsbeitrag der 139 Mitglieder von jeweils vier Euro und eventuellen Spenden. „Die Konzerte tragen sich größtenteils durch die Eintrittspreise“, sagt Kramer. Doch in den letzten Jahren kämen immer weniger Zuschauer zu den Konzerten. Das allgemeine Angebot an Veranstaltungen sei zu groß. Ob der Freundeskreis weiterhin vier Veranstaltungen im Jahr stemmen könne, sei fraglich, so Kramer.

Jörg Kramer und Susann Herms, Vorsitzende des Freundeskreis Polizeiorchester Brandenburg.
Jörg Kramer und Susann Herms, Vorsitzende des Freundeskreis Polizeiorchester Brandenburg.Foto: privat

Freundeskreis zahlt verminderte Gage

Derzeit sind diese Konzerte die einzigen öffentlichen des LPO in Potsdam. Das LPO tritt hier sonst mehrfach im Jahr auf: aber nur in Schulen oder Senioreneinrichtungen. „Wir sind sehr dankbar, dass der Freundeskreis diese vier Veranstaltungen im Nikolaisaal organisiert“, sagt Dietmar Klömich, Verwaltungsleiter des LPO. Er hält dem Freundeskreis entgegen, dass sich andere Wege finden ließen, wenn der Verein aus finanziellen Gründen nicht mehr dazu in der Lage sei. „Die Potsdamer müssten nicht auf uns verzichten“, so Klömich. 

Er räumt auch ein, dass der Freundeskreis für das LPO bereits eine verminderte Gage zahle: Normalerweise bekämen die 42 Musiker 4500 Euro statt 2450 Euro für einen Auftritt. Rechtlich seien ihm durch die Auflagen des Landesrechnungshofes die Hände gebunden, die Gage noch mehr zu verringern. Allerdings könne man über Konzerte ohne Eintrittsgelder und dann auch ohne Gage für das LPO sprechen, sagt Klömich. Ähnlich wie bei einem Benefiz. Aus seiner Sicht könnten auch mit einem Spielortwechsel Kosten gespart werden.

25 Jahre LPO-Freundeskreis

Während das LPO mit etwa 2,5 Millionen Euro pro Jahr vom Land finanziert wird, ist der Freundeskreis ein privatrechtlich organisierter Förderverein und hat somit kein Recht auf Landesunterstützung. Gegründet hat er sich 1994 – vor 25 Jahren. Erst 1998 fusionierten das Potsdamer und das Frankfurter Polizeiorchester zum LPO. Der heute 73-jährige Kramer gehört zu den Gründungsmitgliedern des Freundeskreises, der sich selbst als Sympathieträger des LPO bezeichnet. „Wir tragen das Orchester an die Öffentlichkeit, werben dafür“, sagt Kramer.

Für das Programm der jeweiligen Konzerte sei das LPO aber selbst verantwortlich. Der Stil habe sich im Laufe der Jahre verändert: „Blas- und Marschmusik ist seltener geworden“, sagt Kramer. Mehr Filmmusik und Musicalmelodien haben Einzug gehalten, wie beim morgigen Konzert. Auch um mehr Besucher anzulocken. 

>>„100 Jahre UfA – Das Filmschlager Neujahrskonzert des LPO Brandenburg, morgen um 11 Uhr im Nikolaisaal. Karten ab 16 Euro unter www.nikolaisaal.de.