• Nach frauenfeindlichen Äußerungen: Modeschöpfer Wolfgang Joop entschuldigt sich
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Nach frauenfeindlichen Äußerungen : Modeschöpfer Wolfgang Joop entschuldigt sich

In einem Interview hatte sich der Potsdamer zum früheren Umgang mit Models geäußert. Für seine Aussagen erntete der 76-Jährige scharfe Kritik.

Simone Humml Jonas Klüter
Modeschöpfer Wolfgang Joop.
Modeschöpfer Wolfgang Joop.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Modeschöpfer Wolfgang Joop hat sich nach scharfer Kritik an seinen Interview-Äußerungen zum früheren Umgang mit Models entschuldigt. „Meine Aussage bezüglich der Sünde in der Modewelt war im Kontext deplatziert“, schrieb der Potsdamer in einem am Sonntagabend veröffentlichten Beitrag bei Facebook und Instagram. 

Für seine Wortwahl im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ wolle er sich bei all jenen entschuldigen, die dies verärgert oder verletzt habe. Ihm sei wichtig zu betonen, dass er „jegliche Form von Machtmissbrauch und Gewalt damals wie auch heute zutiefst ablehne“.

In dem Interview hatte der 76-Jährige gesagt, er habe bei Karl Lagerfelds Tod geweint, weil damals eine Ära zu Ende gegangen sei und „diese Welt so wunderbar frivol und frigide war. Alles war käuflich. Die Agenturen gaben die Schlüssel zu den Zimmern der Models, die nicht so viel Geld brachten, an reiche Männer. Und wenn sich ein Mädchen beschwerte, hieß es: Wir können auch auf dich verzichten.“

Auf die Entgegnung, dass dies doch fürchterlich sei, antwortete Joop: „Ja. Aber wirklich schön ist die Modewelt nur, wenn es auch die Sünde gibt.“ In seiner Entschuldigung erklärte Joop nun, er habe mit drastischen Worten „auf die Korruption und Frivolität der siebziger und achtziger Jahre der Branche“ hingewiesen. Deren Bestandteil sei „bedauerlicherweise auch der respektlose und missbräuchliche Umgang mit Models“ gewesen. 

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„Ich befürworte diese Vorfälle nicht!“

Der „Bild“ sagte Joop außerdem: „Die Models wollten Geld verdienen und dazugehören. Da war es doch besser, Kontakt mit reichen Männern zu haben, als an der Supermarktkasse sitzen zu müssen. Die Dinge, die ich da anspreche, sind nun mal passiert. Ich befürworte diese Vorfälle nicht!“

Seit rund vier Jahren gibt es in der öffentlichen Debatte eine größere Sensibilität vor allem gegenüber Machtmissbrauch in beruflichen Zusammenhängen. Im Oktober 2017 traten Enthüllungen über den amerikanischen Filmproduzenten Harvey Weinstein die #MeToo-Debatte über sexuelle Übergriffe und Sexismus los. Auch in anderen Bereichen - etwa in der Musikbranche oder im Sport - wurden seitdem Fälle öffentlich gemacht. (dpa)

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