• Konzert auf der Havelwiese: Musikkollektiv Brausehaus meldet sich zurück

Konzert auf der Havelwiese : Musikkollektiv Brausehaus meldet sich zurück

Die Potsdamer Musikplattform Brausehaus meldet sich mit einem Paukenschlag aus der Corona-Stille zurück. Neben dem Konzert dürfen sich Fans auf einen Sampler und ein Magazin freuen. 

Erik Wenk
Die Band Eat Ghosts vom Potsdamer Kollektiv Brausehaus.
Die Band Eat Ghosts vom Potsdamer Kollektiv Brausehaus.Foto: promo

Potsdam - Coronabedingt war es lange still geworden um Potsdams Untergrund-Musikszene. Doch nun meldet sich das Brausehaus mit einem Paukenschlag zurück: Am 24. September - also am heutigen Donnerstag - findet erstmals seit dem Lockdown wieder ein Konzert von drei Bands des Musikkollektivs statt, dem insgesamt über 15 Bands, Musiker und DJs verschiedenster Genres angehören: Die Heavy-Progger Kaskadeur, das Garagerock-Duo Jolle und die Progressive Rock-Band Conium spielen ab 18 Uhr auf der Havelwiese nahe des Schillerplatzes.

Der erste Auftritt seit anderthalb Jahren

Anlass für das Konzert ist das Release des neuen Brausehaus-Samplers, auf dem sich die diversen Projekte des Kollektivs mit neuen Stücken präsentieren. Für Conium ist es der erste Auftritt seit eineinhalb Jahren, nächstes Jahr soll ein neues Album erscheinen. Auch Jolle ist seit seinem Streaming-Konzert im April nicht mehr in Potsdam aufgetreten, Kaskadeur hatte seine Frühjahrstour komplett absagen müssen und hatte vor einem Monat erstmals wieder in Berlin gespielt.

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Das Open Air ist kostenlos, eine offizielle Begrenzung der Besucherzahl gibt es nicht, allerdings muss der Abstand zwischen den Gästen eingehalten werden. „Es war schon aufwändig mit den Auflagen, aber wir haben von der Stadt viel Support bei der Anmeldung bekommen“, sagt Benito Schöpke, Sänger von Conium. Zu den Beschränkungen zählt, dass die Genehmigung für die Veranstaltung nur bis 22 Uhr gilt, bis dahin muss alles abgebaut sein.

Von Jazzrock über Electro und Glam-Garagerock bis Punk

Für das Brausehaus ist es der zweite Sampler, der erste war 2016 erschienen. Seitdem ist viel passiert: Da es kaum Auftrittsmöglichkeiten gab, finden sich auf dem Sampler viele Projekte, die den Proberaum bislang noch nicht verlassen haben: Dazu gehört etwa die Jazzrock-Band Dinoschnitzel, das Electro-Projekt Echtzeitstrategie oder die Glam-Garagerocker Future Prawn. Aber auch altbekannte Lokalmatadore wie Eat Ghosts, das mittlerweile aufgelöste Mathrock-Projekt Sun oder die Stonerband Liquid Silk finden sich auf dem Sampler, Günther And The Jauchs liefern sogar einen Punk-Song ab.

Die Philosophie des Brausehauses: Do-it-yourself

Ganz im Sinne der Do-it-yourself-Philosophie des Brausehauses gibt es den Sampler nicht als fertig gepresste CD mit Hülle und Booklet, sondern wird live vor Ort kostenlos auf Rohlinge gebrannt und kann dann individuell mit Stickern beklebt werden. Und noch ein Release steht an: Erstmals veröffentlicht das Brausehaus ein selbstproduziertes Magazin. Damit folgt es der Zine-Kultur der1970er und 1980er Jahre, in denen etliche Untergrund-Szenen ihre eigenen Fanzines in Eigenregie herstellten.

Auch hier ist Do-it-Yourself angesagt: Das Magazin umfasst rund 30 Seiten und kann im Internet heruntergeladen und ausgedruckt werden. Neben Vorstellungen der jeweiligen Bands aus Potsdam beinhaltet das Zine auch Kreuzworträtsel, Comics und Debattenbeiträge zu Streaming-Diensten wie Spotify und Co.

Konzert und Sampler-Release am 24. September ab 18 Uhr auf der Havelwiese nahe Schillerplatz.

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