• Was diese Woche in Potsdams Kultur wichtig ist

Die Kulturredaktion der PNN empfiehlt : Von Böhmen übers Mittelmeer zu Mindfucks

Ein Klassiker, ein Film über Seenotrettung, eine Ausnahmeliteratin und künstlerische Camouflage: Diese Woche wird filmstark, literarisch aufregend und im besten Sinne verwirrend. Die Empfehlungen der Kulturredaktion

Lena Schneider
Die „Camouflage Pullovers“ von Marc Brandenburg, ab 14. September im Kunstraum Potsdam.
Die „Camouflage Pullovers“ von Marc Brandenburg, ab 14. September im Kunstraum Potsdam.Foto: Kunstraum Potsdam

In den Potsdamer Gesprächen widmet sich das Filmmuseum Potsdam (Breite Straße 1 A) der „umkämpften Demokratie“. Am Dienstag um 18 Uhr wird der Film „Liebe nach Fahrplan“ von 1968 gezeigt. Es geht um eine Bahnstation im besetzten Böhmen während des Zweiten Weltkriegs – und den Bahnlehrling Milos, der seine Jungfräulichkeit verlieren will. Vor dem Film spricht Rainer Potratz mit Zeitzeugen über den Prager Frühling.

Ein weiteres politisches Filmgespräch ist am Freitag um 20 Uhr im Thalia-Kino (Rudolf-Breitscheid-Straße 50) zu erleben. Hier stellt der Regisseur Wolfang Fischer seinen neuen Film „Styx“ vor, der von einer Ärztin erzählt, die eigentlich Urlaub machen will – und letztendlich mit ihrem Boot Seenotrettung betreibt.

Ebenfalls am Freitag um 19 Uhr eröffnet der Buchladen Wist (Dortustraße 7) seine Saison – und hat mit Rachel Cusk eine namhafte Autorin gewonnen. Sie liest aus „Kudos“, der Trilogie einer weiblichen Odyssee im 21. Jahrhundert.

Es gilt als ausgemacht, dass Menschen Mode benutzen, um ihrer Identität Ausdruck zu verleihen. Der deutsch-amerikanische Künstler Marc Brandenburg dreht das um: In seinen „Camouflage Pullovers“ kann man sich verstecken, eine neue Identität überstülpen. Wie das aussieht, ist ab Freitag um 19 Uhr im Kunstraum Potsdam (Schiffbauergasse 4 D) zu erleben, wenn die Schau eröffnet wird. Motto: „United Mindfucks of Colour“.