Kultur : Der Wolf im Nikolaisaal

Wiederaufnahme: Märchenballett „Rotkäppchen“

Astrid Priebs-Tröger

„Es hätte ruhig noch länger gehen können“, wünschte sich eine Vierjährige im schicken Feiertagskleidchen, als die Wiederaufnahme des Märchenballetts „Rotkäppchen“ im Nikolaisaal über die Bühne gegangen war. Das Märchen der Brüder Grimm kennt natürlich jedes Kindergartenkind. Aber vertanzt nach der eigens komponierten Musik von Gisbert Näther und live von den Musikern der Kammerakademie Potsdam unter der Leitung von Jürgen Bruns begleitet, war es dann doch für die meisten kleinen Zuschauer ein Novum.

Mehr als 60 Tänzer und Eleven des Ballettstudios von Marita Erxleben bevölkerten neben dem quicklebendigen Rotkäppchen von Ellen Lehmann, ihrer besorgten Mutter und der alten Großmutter den grünen Märchenwald. Durch den sich der durch Streicher und Fagott charakterisierte Wolf schlich, bevor ihm vom Jäger mit Pauken und Trompeten der Garaus gemacht wurde. Sehr zur Erleichterung der ganz Kleinen und fantasievoll gestaltet als Schattenspiel hinter dem Bettvorhang der Großmutter. Auch diese sehr liebevoll gestaltete Ballettaufführung war ein gelungener Beitrag zur Musikerziehung von Potsdamer Kindern, der sich Marita Erxleben seit mehr als einem Jahrzehnt auf ihre Fahnen geschrieben hat. Am Ende gab´ s einen Freudentanz vom Jäger und dem vergnügten Rotkäppchen, das vor Begeisterung freihändig Räder schlug. Sehr zur Freude der vielen großen und kleinen Zuschauer, die dann noch das eingängige „Rotkäppchenlied“ als Zugabe erklatschten.

Astrid Priebs-Tröger

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