• Brandenburg: Freie Theater bekommen ein Drittel mehr Geld

Brandenburg : Freie Theater bekommen ein Drittel mehr Geld

Es ist ein kleiner Paukenschlag für die freie Theaterszene des Landes Brandenburg: Wie Kulturministerin Martina Münch (SPD) am gestrigen Mittwoch im Rahmen eines Pressefrühstücks bekannt gab, wird der Etat für die freie Szene in Brandenburg um satte 35 Prozent aufgestockt. In diesem Jahr unterstützt das Land die freien Theater somit mit insgesamt 1,35 Millionen Euro, 350 000 Euro mehr als im Vorjahr.

Die freie Szene sei eine „wichtige Grundzutat in der Kulturlandschaft Brandenburgs“, begründete Münch die Entscheidung. Zudem bezeichnete sie die freien Theater als Garant dafür, dass auch Orte jenseits der kulturellen Kerngebiete mit Kunst in Kontakt kommen: „Mit Aufführungen im ganzen Land tragen die freien Theater dazu bei, dass regionales kulturelles Leben und kulturelle Bildung gestärkt werden.“ Nicht zuletzt biete die freie Szene „eine zusätzliche Attraktion auch für den Kulturtourismus“.

All das ist mit den zusätzlichen 350 000 Euro, die für kulturelle Projekte wie auch für jährliche Förderungen einsetzbar sind, jetzt belohnt worden. Ein Teil der Summe soll, so Sabine Chwalisz, Vorstandsvorsitzende des Landesverbands Freier Theater e. V., in Investitionen, möglicherweise auch in den Ausbau bestehender internationaler Festivals wie die Tanztage oder Unidram fließen.

Bereits bekannt ist indessen, wie sich die verbleibende Million verteilt: 770 000 Euro gehen an sechs freie Theater in Brandenburg, die je einen Jahreszuschuss erhalten. Neben dem Piccolo Theater Cottbus, dem theater 89, dem Ton und Kirschen Wandertheater in Glindow und dem Theater des Lachens in Frankfurt/Oder erhalten auch zwei Potsdamer Theater jährliche Zuschüsse: Das T-Werk bekommt mit 120 000 Euro etwas mehr als im Vorjahr, der Zuschuss für die fabrik liegt mit 150 000 Euro auf Vorjahresniveau. Außerdem werden einzelne Projekte von elf weiteren freien Brandenburger Theatern mit insgesamt 230 000 Euro gefördert.

Unter den mit Projektgeldern geförderten Theatern sind vier Ensembles aus Potsdam: das Künstlerkollektiv Kombinat Potsdam, I Confidenti – und zwei, die im letzten Jahr leer ausgegangen waren: das Poetenpack und das Theaterschiff. In diesem Jahr nicht mit aufgeführt sind jedoch Laura Heinecke & Company und das Neue Globe Theater Potsdam.

Sabine Chwalisz begrüßt die Etaterhöhung als Anerkennung der Arbeit der freien Theater, bezeichnet sie aber auch als einen „längst überfälligen Schritt“: „Wir sind stolz, dass rund ein Drittel aller Theaterbesucher in die freien Theater gehen“, sagt sie. Die freien Theater seien „künstlerisch und strukturell ein wesentliches Standbein der Theaterlandschaft in Brandenburg“.

Bei aller Freude über den Etatzuwachs betont Sabine Chwalisz, dass in der freien Szene auch künftig viel Handlungsbedarf besteht, etwa in Sachen Lohngerechtigkeit in Zeiten des Mindestlohns. „Man ist nach wie vor nicht an einem Punkt, an dem man sagen könnte: Jeder freie Künstler kann von seiner Arbeit leben.“ Aber eine Anerkennung der eigenen Anstrengungen, wie die Etaterhöhung des Landes Brandenburg, sei ein enormer Ansporn. Auch von Seiten der Stadt Potsdam ist eine Erhöhung der Zuwendungen für die freie Szene in Aussicht gestellt worden. Lena Schneider

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