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Coronakrise in Brandenburg : Ministerin Nonnemacher: "Die Lage ist sehr ernst"

Brandenburgs Kabinett will die Corona-Regeln verschärfen. Am Sonntag besprechen sich die Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).
Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).Foto: dpa

Potsdam/Berlin - In Brandenburg spitzt sich die Corona-Lage weiter zu. Trotz der geltenden Kontaktbeschränkungen ist die Zahl der Neuinfektionen um 950 innerhalb eines Tages gestiegen, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mitteilte. Am Freitag wurde der Rekord mit 972 neuen Fällen erneut gebrochen.

Als erkrankt gelten im Land derzeit 8836 Menschen –  ebenfalls ein Höchstwert. Das Kabinett von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) berät wegen der hohen Corona-Zahlen über Verschärfungen der Corona-Regeln. „Die Lage ist sehr ernst. Es muss allen klar sein, dass wir jetzt härtere Maßnahmen brauchen“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Donnerstag. Sie setze sich dafür ein, die Corona-Verordnung schnell an die aktuelle Lage anzupassen. „Wir müssen jetzt handeln.“ 

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Zuvor hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag härtere Maßnahmen für die Hauptstadt angekündigt. „Wir werden den Einzelhandel runterfahren müssen, sagte Müller. Die Maßnahme solle zunächst bis 10. Januar gelten, auch die Schulen sollten geschlossen bleiben. Die Berliner Kitas sollen dagegen geöffnet bleiben.

Videoschalte mit Merkel am Sonntag

Für Sonntag ist eine Videoschalte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länder-Regierungschefs angesetzt. Auch hier ist nach Informationen dieser Zeitung im Gespräch, bereits nach dem 4. Advent den Einzelhandel bundesweit zu schließen. Ebenso gibt es Überlegungen, länderübergreifend nur noch Treffen der Kernfamilien zuzulassen – also Eltern, Großeltern und Kinder.

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Brandenburgs Regierungssprecher Florian Engels sagte: „Die Situation hat sich leider nicht verbessert. Die Lage in den Kliniken ist angespannt.“ Das sieht auch die Landeskrankenhausgesellschaft so. Bereits jetzt finden Verlegungen von Patienten in weniger belastete Gebiete des Landes statt, wie Geschäftsführer Michael Jacob am Donnerstag sagte. Zu den besonders betroffenen Regionen zählt vor allem die Niederlausitz. „Dort ist die Lage dramatisch“, so Jacob. 

Immer mehr Regionen verschärfen die Regeln

Hotspot bleibt der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit 465 neuen Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche. In dem Landkreis sind 25 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt, keine Betten sind dort frei. „Die Zahlen sind nicht runter gegangen“, sagte Jacob. Es sei sehr wichtig, dass sich die Bevölkerung an alles hält, was das Infektionsgeschehen gering halte.

Immer mehr Landkreise und kreisfreie Städte in Brandenburg reagieren selbst mit schärferen Corona-Regeln. Seit Donnerstag gelten in Potsdam, Frankfurt (Oder) und im Kreis Oder-Spree umfangreiche Beschränkungen in den Schulen und der Öffentlichkeit. 

Die Potsdamer CDU-Landtags- und Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig forderte am Donnerstag mehr Corona-Tests für Feuerwehren und Rettungsdienste. „In Potsdam werden die Bediensteten bei der Feuerwehr und die Einsatzkräfte bei den Rettungsdiensten bislang nicht regelmäßig getestet. Hier muss die Teststrategie angepasst werden“, erklärte Ludwig. (mit dpa)