Brandenburgs neuer Impf-Fahrplan : Stübgen plant 125.000 Impfungen pro Woche

1500 Arztpraxen im Land seien zum Impfen bereit, sagt der CDU-Innenminister. Ab sofort dürfen sich in der Mark auch pflegende Angehörige impfen lassen.

Ein 81-Jähriger wird in Potsdam geimpft.
Ein 81-Jähriger wird in Potsdam geimpft.Foto: Soeren Stache/Reuters

Potsdam - Brandenburg legt nach Pannen bei der Impfkampagne jetzt beim Impftempo deutlich zu. Innenminister Michael Stübgen (CDU) präsentierte am Mittwoch (31.3.) einen Fahrplan, wie die Regierungszusage eingehalten werden soll, „dass bis September jeder Bürger ein Impfangebot erhält“. Das wären rund 2,1 Millionen Brandenburger, da es für Kinder und Jugendliche bisher keinen Impfstoff gibt. Das sei eine „klare Zusage“, bekräftigte Stübgen am Mittwoch. Um dieses Ziel zu erreichen „müssen wir jede Kalenderwoche 125 000 Impfungen durchführen“, sagte er. „Davon sind wir im Moment noch weit entfernt.“

Trotz Astrazeneca-Stopp kein Termin abgesagt

Zuletzt hatte es zusätzlich Probleme mit dem Vakzin Astrazeneca gegeben, das nur noch bei über 60-Jährigen geimpft werden soll. Es sei abgesichert, betonte Stübgen, „dass diese Woche trotzdem kein Impftermin abgesagt werden muss“. Die vergebenen Termine würden mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna abgesichert.

Mit den Turbulenzen um den Astrazeneca-Stopp am Dienstag waren 200 bis 300 Menschen, die zu ihrem Impftermin erschienen waren, nach Hause geschickt worden. „Wir haben die Telefonnummern aufgenommen und werden sie von uns aus anrufen, um ihnen kurzfristig einen Termin mit einem anderen Impfstoff zu vereinbaren“, sagte Vizevorstand Holger Rostek von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Innenminister Michael Stübgen (CDU).
Innenminister Michael Stübgen (CDU).Foto: Soeren Stache/dpa

Stübgen verkündete eine wichtige Impf-Entscheidung für das Land: In Brandenburg dürfen sich jetzt auch pflegende Familienangehörige impfen lassen. „Es betrifft 300 000 Menschen. Ich weiß, dass diese Entscheidung sehnsüchtig erwartet wurde“, sagte er. Jeder Pflegebedürftigte könne zwei Angehörige nachweisen.

Brandenburg hat sein Impftempo schon deutlich erhöht. In der ersten Märzwoche fanden 28.941 Impfungen statt, in der zweiten 55.780, in der dritten 47.502. In der vierten Märzwoche konnte die Zahl auf 79.943 gesteigert werden. Die Differenz zum Soll von 125.000 Impfungen pro Woche zeige die Herausforderung, so Stübgen. Da die Kapazitäten in den Impfzentren, den Krankenhäusern und den mobilen Impfteams weitgehend ausgereizt seien, „sind Steigerungen nur über das Impfen in den Arztpraxen möglich“.

Praxen sollen flächendeckend impfen

Dort soll es nun richtig losgehen. In Brandenburg, wo bislang 200 Modellpraxen impfen, stehen laut Kassenärztlicher Vereinigung rund 1500 Arztpraxen Gewehr bei Fuß. „Ab nächster Woche sind Arztpraxen in Brandenburg flächendeckend in der Lage zu impfen.“ Der Impfstoff soll wie bei Grippenschutzimpfungen dann über den Apothekengroßhandel geliefert werden. „Das Problem ist bisher der Mangel an Impfstoff“, so Rostok.

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Nach den Ankündigungen des Bundes bekommt Brandenburg ab kommende Woche wöchentlich rund 67.000 Impfdosen zugewiesen, rund 50.000 von Biontech. Für die Hausarztpraxen sind zusätzlich für die nächsten vier Wochen Lieferungen in Höhe von 29.000, 36.000, 30.000 und 95.000 Impfstoffdosen angekündigt.

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Stübgen hat Mitte März die logistische Mammutaufgabe übernommen. Wegen anhaltender Probleme mit der Impflogistik hatte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) durchgesetzt, dass Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) die Zuständigkeit abgibt.