• Weiter hohe Infektionszahlen in Brandenburg: Dietmar Woidke blickt mit Sorge auf die Weihnachtsfeiertage

Weiter hohe Infektionszahlen in Brandenburg : Dietmar Woidke blickt mit Sorge auf die Weihnachtsfeiertage

Trotz bevorstehender Impfungen sei ein Ende der Pandemie noch nicht in Sicht, mahnt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Er befürchtet einen weiteren Anstieg der Corona-Fälle.

Klaus Peters
Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg.
Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg.Foto: Britta Pedersen/dpa (Archiv)

Potsdam - Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat an die Brandenburger appelliert, über die Weihnachtsfeiertage die Corona-Regeln streng zu beachten. "Das Coronavirus kennt keine Weihnachtsfeiertage und es wird jede Chance nutzen - das haben wir ja in den letzten Tagen und Wochen erleben müssen - um sich weiter auszubreiten und Menschen zu gefährden", sagte Woidke auf seiner Pressekonferenz zum Jahresende am Montag. Daher sei Abstand halten das oberste Gebot, betonte der Regierungschef: "Die Corona-Regeln beachten, möglichst wenig Kontakte haben und damit dem Virus keine Chance geben."

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Die Infektionszahlen würden voraussichtlich in den kommenden Wochen noch weiter steigen, meinte Woidke. "Der Lockdown wird sich frühestens in zwei bis drei Wochen bemerkbar machen." Vor allem in den südlichen Landkreisen Brandenburgs sei die Lage sehr angespannt, sagte Woidke. Dafür gebe es sicherlich unterschiedliche Gründe. Ein möglicher Grund sei, dass Bürger dort nach einem relativ milden Verlauf zu Anfang zur Auffassung gekommen seien, das Virus sei "ja weit weg" und daher möglicherweise zu sorglos gewesen seien.

Kritik an der AfD

Deutliche Kritik übte Woidke in diesem Zusammenhang an der AfD. "Ich glaube, dass Politiker dieser Partei ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden sind. Und ich hoffe, dass die Entwicklung der Zahlen diese Politiker zum Nachdenken bringt." Denn der Anstieg der Zahlen bedeute auch, dass es mehr Tote gebe. Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Hans-Christoph Berndt, hatte mehrfach ein Ende der Corona-Beschränkungen gefordert.

Normalität noch weit entfernt

Zum Start der Corona-Impfungen am 27. Dezember erwartet Brandenburg zunächst nur die Lieferung von 10.000 Impfdosen, die für 5000 Impfungen reichen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe jedoch bei den Herstellern schon nachgeordert, sagte Woidke. "Ich gehe davon aus, dass Brandenburg in den kommenden Wochen wesentlich mehr Impfstoff bekommen wird, als bisher angenommen.", sagte er.

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Dennoch werde es länger dauern, bis ein ausreichender Anteil der Bevölkerung geimpft sei, sagte Woidke. Daher sei auch nicht absehbar, wann man wieder zu einem normalen Leben zurückkehren könne. "Wann wir etwa wieder wie früher in Ferien fahren können, das vermag im Moment niemand vorherzusagen", betonte der Regierungschef.

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(dpa)

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